Sticken für Anfänger*innen: Eine Liste mit simplen Anleitungen

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, das hier ist mal wieder ein Beitrag aus der beliebten Reihe “ihr habt auf Instagram gefragt”. Denn: Ich habe in den letzten Wochen hin und wieder meine ersten Versuche hergezeigt, mit Stickgarn und Nadel halbwegs brauchbare Ergebnisse zu produzieren – in Form von Wandbildern etwa, oder von Ringkissen oder von windschiefen Übungsteilen, der Vollständigkeit halber. Und: Scheinbar juckt es ein paar von euch da draußen ebenfalls in den Handarbeitsfingern! Deswegen möchte ich hiermit eure mehrfach gestellte Frage beantworten, wie das denn eigentlich so funktioniert, mit diesem Sticken. Und dazu fange ich am besten ganz von vorne an.

Sticken: Ist es schwierig?

Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich vorausschicken: Ich selbst bin absolute Anfängerin, was Stickereien betrifft. Die Fotos, mit denen ich diesen Beitrag illustriere, stammen vom dritten (rosa) und vierten (gelb) Stickprojekt, an dem ich mich jemals versucht habe. Diese Information hilft euch vielleicht auch dabei einzuschätzen, wie schwer es ist, derartige Blumenbilder zu sticken und wie schnell man mit brauchbaren Ergebnissen rechnen kann. Ich bin handarbeitstechnisch außerdem nicht sonderlich begabt, kann weder stricken noch häkeln, geschweige denn nähen – ich vermute also, dass es für jeden von euch draußen schaffbar sein sollte, solche einfachen Blumenstickereien hinzubekommen. Ganz ehrlich.

Was braucht man zum Sticken?

Kurz gesagt: nicht viel – und dann doch wieder eine Menge. Grundsätzlich sollte eure Erstausstattung folgendes beinhalten:

  • Stickrahmen: Das sind diese runden Rahmen, die meist aus Bambus (wie hier) oder Plastik hergestellt werden und dazu dienen, den zu bestickenden Stoff zu spannen – damit sich dieser einfacher bearbeiten lässt. Ein Stickrahmen besteht dabei aus zwei Reifen, die mittels einer Feststellschraube ineinander verspannt werden. Der Stoff liegt zwischen den beiden Reifen und wird beim Zudrehen der Schraube glattgespannt. Klingt einfach, ist es auch. Zudem dienen Stickrahmen auch oft als “Bilderrahmen” für Stickbilder. Immerhin lassen sich Stickprojekte so recht einfach aufhängen. Und: Pinterestopfer kennen bespannte Stickrahmen bestimmt auch als Ringkissen bei Hochzeiten.
  • Sticknadeln: Kennt man vielleicht aus der Volksschule und sind relativ dicke, relativ stumpfe Nadeln mit großem Nadelöhr, durch das Stickgarn recht einfach durchgefädelt werden kann. Sticknadeln werden meist in mehreren Stärken und in Sets verkauft.
  • Stickgarn: Wird meist aus Baumwolle gefertigt und ist im Grunde ein Garnstrang, der aus sechs Einzelsträngen besteht. Diese können schlicht in Form eines dicken Fadens verwendet werden, oder wahlweise in Vierfach-, Dreifach-, Doppel- oder Einzelstränge geteilt werden – je nachdem, wie dick das Garn sein soll, das ihr in eure Stickerei einarbeiten wollt. Erhältlich ist Stickgarn in jeder Farbe des Regenbogens – und man braucht meist eine beträchtliche Anzahl an Schattierungen, um einen hübschen Gesamteindruck zu erzielen. In mein Stickbild mit dem gelb geblümten “A” habe ich etwa sechs verschiedene Gelbtöne verstickt – und das war wohl eher die Untergrenze. Gut dabei ist, dass auch Stickgarn meist in Sets verkauft wird. Das macht es nämlich günstiger.
  • Nahttrenner, Scheren, Einfädelhilfen und Co: Was sich außerdem als nützlich erweist, ist weiteres Standard-Nähzubehör, das beim Vernähen, Einfädeln, Aufrollen und Abschneiden von Fäden unterstützt. Wirklich intensiv in Verwendung ist in meiner Stickkiste nur der Nahttrenner, alles andere ist nett, aber nicht essenziell – meiner Erfahrung nach.
  • Stoff: Hier wird es jetzt wieder einfach: Besticken lässt sich fast alles, das textilen Ursprungs ist. Empfehlenswert ist aber, mit dickeren, festen Stoffen zu beginnen, die nicht zu viel Stretch-Anteil haben. Aus dem Handarbeitsunterricht kennt man vielleicht noch das klassische Aida-Gewebe (dieses weiße mit den Kasterln), ein dicker Baumwoll- oder Leinenstoff, Filz oder Jeansstoff sind aber auch brauchbar. Hier muss man also nicht unbedingt loslaufen und sich Stoffbahnen kaufen, sondern kann genauso gut erst einmal in der Kleiderkiste, bei den Lein- und Geschirrtüchern oder Stoffservietten im eigenen Haushalt stöbern. Zum Probieren tut es das allemal.

Nun zur Gretchenfrage, wo man das ganze Zubehör bekommt.

Und jetzt muss ich brutal ehrlich sein: Ich bin ursprünglich mit der Intention losgezogen, mir mein Einsteiger-Zubehör zum Sticken im lokalen Fachhandel zu kaufen. Stand im Laden, hab die Preise aller notwendigen Zubehörteile addiert – und mich hat beinahe der Schlag getroffen. In Zahlen ausgedrückt: Das, was man auf Amazon und Co als Einsteiger-Sets mit Stickrahmen, Nadeln, Garn, Stoff, Nähzubehör und Co um etwa 20-25€ bekommt (einfach suchen, ich verlinke jetzt mal nicht), hätte mich im lokalen Handel etwa das Vierfache gekostet.

Deswegen habe ich, bei aller Liebe, meine Einsteigermaterialien im Internet gekauft und war mit der Qualität für den Anfang auch zufrieden. Wenn mir aktuell Garnfarben ausgehen, hole ich sie mir aber trotzdem im lokalen Fachhandel (so viel “Buy local” muss sein). Wenn ihr euch aber noch nicht sicher seid, ob Sticken wirklich ein Hobby ist, dem ihr euch längerfristig widmen wollt, kann ich euch die Anfängersets aus dem Amazonas durchaus empfehlen. Vergesst beim Nachrüsten aber trotzdem nicht auf den Bastelladen ums Eck. Wir haben ihn schließlich trotzdem lieb.

Und wie funktioniert es jetzt tatsächlich?

Das, meine lieben Damen und Herren, lass ich jetzt einfach mal jene Leute erklären, die das viel besser können als ich.

Ich habe einfach ein paar Grundstiche mittels YouTube gelernt, hab mir ein Pinterest-Board mit Inspirationen angelegt – und bin losgestartet. Und ich kann versprechen: Es ist einfacher als es aussieht. Hier ein paar Video-Tipps:

  • Materialkunde: Linda DIY erklärt hier sehr schön übersichtlich noch einmal, welches Zubehör ihr braucht und wie ihr es am besten einsetzt.
  • Grundlegende Stiche und Techniken: Lotte & Ludwig erklärt hier die wichtigsten Grundstiche und gibt Tipps zum Vorzeichnen von Motiven – in der Videobeschreibung befinden sich übrigens Shortcuts zu einzelnen Stichen, wenn ihr etwas “nachsehen” wollt!
  • Stiche für Blätter: Dieses Video ist zwar englischsprachig, zeigt aber wunderbar, auf welche Arten sich Blätter sticken lassen.
  • Stiche für Blüten: Und hier gibt es vom gleichen Kanal diverse Anleitungen für Blüten.

 

Und jetzt bleibt mir nur noch übrig, euch viel Spaß und Erfolg zu wünschen! Und: Lasst mich wissen, wie es euch ergeht!

 

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