Rezept: Einfache Sesamflesserl aus Vollkorn-Dinkelmehl

Die Gute Güte

 

Ich habe erst im Zuge der Erstellung dieses Rezeptes erfahren, dass das Wort “Flesserl” wohl etwas typisch Oberösterreichisches sein muss. Was für eine Erkenntnis! Denn: Als ich dem Haushalt Ginger vor ein paar Wochen die vorliegenden Sesamflesserl zu dieser Minestrone kredenzt habe, kannte sich niemand so recht aus, was ich mit diesem exotischen Begriff wohl meinen würde. Als die Flesserl dann am Tisch standen wurden sie von den nicht-oberösterreichischen Essern flugs als “Weckerl” oder “Striezerl” identifiziert und ich war um die Information reicher, für mein bisheriges Leben wohl in einer Flesserl-Blase gelebt zu haben. So ist das also.

Wurscht, wie man sie nennt: Das Drehen von Flesserln ist eine lokale Kulturtechnik, die ich schon im Kochunterricht in der Land-Hauptschule gelernt habe und die für manche meiner Stadt-Gymnasiumsfreunde scheinbar ein Buch mit sieben Siegeln ist. Dabei ist es eigentlich gar nicht kompliziert, die kleinen Backwerke zu fabrizieren! Das Besondere daran? Was hier aussieht wie ein Zopf, wird aus nur einem Teigstrang geformt – und geübte Damen und Herren schaffen den Weg vom Teigling zum Flesserl in wahrer Rekordzeit.

Wie es geht? Ich hab euch eine Schritt für Schritt-Anleitung gebastelt:

Man nehme:

  • 500 g Vollkorn-Dinkelmehl
  • 3 EL Tahini
  • 1 EL Honig (zum Veganisieren mit 1 TL Zucker ersetzen)
  • 1 TL Salz
  • 1 Würfel frischer Germ
  • schwarzer und weißer Sesamöl zum Bestreuen

So geht’s:

1. Das Mehl mit dem Salz vermischen.

2. Den Germ in 400 ml lauwarmem Wasser auflösen, den Honig und den Tahini zugeben und gut verrühren.

3. Das Mehl gut mit der Flüssigkeit verkneten, bis sich ein glatter, ebenmäßiger Teig ergibt.

4. Den Teig in eine große Schüssel verfrachten, mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort (ich erledige das mit der Gärstufe meines Backofens und erzähle euch in diesem Rezept mehr dazu) etwa 1 Stunde gehen lassen. Der Teig sollte nach dieser Zeit deutlich aufgegangen sein.

5. In der Zwischenzeit den Backofen auf etwa 200°C vorheizen.

6. Den aufgegangenen Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche gut durchkneten.  Ist er zu feucht und klebrig, einfach noch ein wenig Mehl unterkneten. Anschließend in etwa 15-20 gleich große Teile schneiden.

7. Nun geht es ans Formen der Flesserl – und dazu habe ich eine Schritt für Schritt-Anleitung für euch:

  • Erst euer Teigstück zu einer langen Wurst rollen.
  • Diese zu einer großen Schlinge mit einem langen, losen Ende legen.

  • Das lose Ende von oben durch die Schlinge ziehen.

  • Die Schlinge ein mal nach rechts um die eigene Achse drehen.

  • Das übrig gebliebene lose Ende auf der rechten Seite von oben durch die Schlinge stecken – und fertig!

Keine Angst, wenn es beim ersten Mal nicht klappt! Der Teig ist geduldig – und kann bei Nichtgelingen auch einfach zu schlichten Weckerln geformt werden, die ebenfalls gut schmecken.

8. Sind alle Sesamflesserl fertig geformt, dann wandern sie auf ein mit Backpapier belegtes Backblech, werden leicht mit lauwarmem Wasser bestrichen und mit dem Sesam bestreut.

9. Bei 200°C ca. 20 Minuten backen.

Das hat gedauert: ca. 2-2,5 Stunden (inkl. Rastzeit)

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