Jung, lautstark, engagiert: Streik für das Klima mit Fridays for Future Salzburg

Die Gute Güte

 

Diese Jugend von heute! Hängt den ganzen Tag am Smartphone und schwänzt dann auch noch die Schule! Und zwar aus gutem Grund: Mit den Fridays for Future haben sich Jugendliche zu einer weltweiten Bewegung zusammengeschlossen, um die eigene Zukunft dort zu verteidigen, wo die Gesellschaft versagt – beim Thema Klimaschutz. In zahlreichen Städten rund um den Erdball versammeln sich jeden Freitag Schülerinnen und Schüler, um gemeinsam eine wirksamere Klimapolitik einzufordern: hochprofessionell organisiert und mit dem beinharten Willen zur Veränderung.

In Salzburg arbeitet ein etwa 20-köpfiges Kernteam daran, mit den Fridays for Future den politischen Willen zu wecken, die Zukunft der nächsten Generation zu sichern. Das Mittel der Wahl ist dabei ein so tiefdemokratisches wie medienwirksames: Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Bundesland protestieren teils während der Unterrichtszeit für eine wirksame Klimapolitik. Und: Wenn man die jungen Menschen dabei so beobachtet, dann wünscht man sich auch nur einen Funken ihrer Energie und ihrer Vehemenz!

Die Schülerinnen Gloria, Anika und Luisa haben mich besucht und mehr dazu erzählt.

Das folgende Interview wurde persönlich geführt.

Was sind die Fridays for Future?

Fridays for Future wurde von Greta Thunberg, der schwedischen Schülerin und Klimaaktivistin, initiiert und hat sich mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung ausgebreitet. Schülerinnen und Schüler streiken jeden Freitag für eine bessere Klimapolitik.

Warum liegt euch Klimaschutz so am Herzen?

Es geht schlicht und ergreifend um unsere Zukunft und um die unserer Kinder. Diese Zukunft ist zu schützen! Die aktuelle Politik wäre zwar in der Lage, diese Themen effektiv anzugreifen, sie macht es aber nicht. Die Alternativen wären da, allerdings der politische Wille nicht, weil alles so krass mit der Wirtschaft zusammenhängt, die von fossilen Energieträgern profitiert. Und es ist eigentlich extrem traurig, dass nun wir “Kinder” für unsere eigene Zukunft aktiv werden müssen, weil wir das Gefühl haben, dass sich sonst nichts bewegt.

Welche Fragen könnt ihr schon nicht mehr hören?

Es sind eigentlich zwei Sachen: Einerseits die Ausrede “Ich komme nicht zu den Streiks, weil ich bin ja kein Schüler mehr” – immerhin geht der Klimawandel uns alle an! Andererseits ist es die berühmte Annahme, wir würden nur streiken, weil wir den Unterricht schwänzen wollen.

Vermutlich passieren die Streiks ja vor allem deswegen während der Unterrichtszeit, um eine gewisse Signalwirkung zu erzeugen – oder liege ich da falsch?

Ganz genau, so erreicht man eine viel größere Außenwirkung. Aber es ist für uns sicher nicht der einfachste Weg – es gibt immerhin auch einige Konflikte mit Direktor*innen und Lehrer*innen. Andererseits gibt es auch aber immer wieder Lehrer und Lehrerinnen, die uns aktiv unterstützen. Als wir etwa an unserer Schule angeregt haben, doch im Rahmen einer Exkursion an der Demonstration am 15. März teilzunehmen, hatte eine Lehrerin bereits die selbe Idee gehabt. Und das hat uns sehr gefreut, weil da wirklich jemand Eigeninitiative ergriffen hat.

Es ist eigentlich extrem traurig, dass wir “Kinder” für unsere eigene Zukunft aktiv werden müssen, weil wir das Gefühl haben, dass sich sonst nichts bewegt.

Habt ihr das Gefühl, euch begegnen die Erwachsenen auf Augenhöhe und nehmen euch ernst?

Unsere Eltern stehen etwa total hinter uns. Die begegnen uns bei diesem Thema auch auf Augenhöhe – bei anderen “Erwachsenen” hat man oft weniger das Gefühl. Man hört ja so oft, die Kinder heute würden sich nicht für Politik interessieren. Und wenn man dann mal was macht, dann heißt es plötzlich, man sei zu naiv und wisse nicht, wie die Wirtschaft funktioniert und, dass diese einbrechen würde, wenn man Klimaschutz ernster nimmt.

Welche Ergebnisse wünscht ihr euch von eurem Einsatz?

Wir wünschen uns, dass die Politik reagiert und ihre Versprechungen zum Pariser Klima-Abkommen in die Tat umsetzt.

Man hört ja so oft, die Kinder heute würden sich nicht für Politik interessieren. Und wenn man dann mal was macht, dann heißt es plötzlich, man sei zu naiv und wisse nicht, wie die Wirtschaft funktioniert.

Gibt es in Salzburg schon politische Reaktionen auf eure Initiative?

Ja – im Rahmen unseres zweiten Streiks waren Politiker*innen da, mit denen wir uns unterhalten haben. Wobei wir nicht immer das Gefühl hatten, hundertprozentig ernst genommen zu werden. Außerdem haben wir gelernt, dass man sehr schnell in Gefahr läuft, von einzelnen Personen oder Parteien als Plattform benutzt zu werden.

Wie kann man euch unterstützen?

Mitdemonstrieren, egal ob jung oder alt, Schülerin oder Pensionist! Und Mundpropaganda betreiben – mit Freunden sprechen, ihnen von unserer Initiative erzählen. Und ein noch größeres Bewusstsein entwickeln, was der Klimawandel eigentlich für einen selbst bedeutet. Wir wollen ja nicht nur, dass die Politik aktiv wird, sondern auch, dass sich jeder einzelne bewusst wird: Der Klimawandel betrifft auch mich!

 

Die Globale Klimademo von Fridays for Future findet statt am:

Freitag, 15. März um fünf vor zwölf
Salzburger Hauptbahnhof
Unipark Nonntal

 

 

 

 

 

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