Lieblingsdinge im Februar: Very British

 

Der Februar war bisher ein Monat, in dem ich mehr Freizeit zu Verfügung hatte, als ich es normalerweise so gewohnt bin. Und genau das schlägt sich auch ein bisschen in meinen Monatsfavoriten nieder. Diese bestehen im Februar aus Dingen zum Anschauen, Lesen, Handwerken, brauchen allesamt ein wenig Zeit und aus einem Grund, den ich selbst nicht wirklich erklären kann, sind die meisten unter ihnen ein bisschen britisch angehaucht. Will mir mein Unterbewusstsein damit sagen, dass es Zeit wäre, für einen nächsten Städtetrip nach London (ich glaube, es wäre der ca. fünfzehnte)? Vielleicht. Bis dorthin halte ich mich mit folgenden Dingen über Wasser:

Wie immer gilt: Ich wurde von keinem der erwähnten Unternehmen oder sonstigen Entitäten beeinflusst oder eine Erwähnung entlohnt.

Tee am Abend: Light & Late Earl Gray

Was ist wohl das wichtigste Englandmethadon, das in jedem Küchenkastl wohnen sollte? Klar: ein gesunder Vorrat an Tee. Meine liebste Sorte ist seit Jahren Earl Grey und das in rauen Mengen, was beim abendlichen Genuss meistens darin endet, das ich mit Restless Leg-Syndrom im Bett liege, Koffein sei Dank. Als ich dann bei meinem letzten Wientrip bei Haas & Haas einen entkoffeinierten Earl Grey entdeckt habe (danke Uta!), musste dieser natürlich sofort bei mir einziehen und rettet aktuell meinen spätabendlichen Teegusto. Er ist mit echtem Bergamottenöl parfümiert und schmeckt sehr mild – und das sowohl mit Milch als auch mit Zitrone.

Für Spätzünder: Downton Abbey

Was tut man, während man vor seiner dampfenden Tasse Tee sitzt? Sich drüber freuen, dass es Downton Abbey endlich auch hierzulande in Originalsprache zum Streamen gibt. Die Serie über das Leben zu ebener Erde und im ersten Stock eines englischen Herrenhauses zur Jahrhundertwende gab es schon seit einiger Zeit auf Amazon Prime, bis dato allerdings nur in der deutschen Synchronfassung – und seien wir uns ehrlich: Wer schaut sich die wohl aristokratischste aller BBC-Produktionen gerne ohne die originale Sprachspur an?

Vor ein paar Tagen habe ich Downton Abbey also endlich auch mit der originalen, englischen Tonspur auf Amazon Prime entdeckt, bin aktuell bei Staffel drei und liebe es (die Intrigen, die Kleider, die arrangierten Ehen, Maggie Smith!). Wer es noch nicht gesehen hat und ein Spätzünder ist, wie ich einer war, sollte den Downton Abbey-Genuss jetzt wohl dringend nachholen!

Analog ist besser: Sticken

So, jetzt wandern wir endgültig ins Klischee: Was tut man als distinguierte Lady, während man Tee trinkt und Downton Abbey schaut? Natürlich: Sticken! Nachdem es einer meiner Vorsätze im Februar war, weniger Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen, habe ich mich aufgemacht, ein neues Hobby zu suchen, das ganz ohne LCD-Screen und Co. auskommt und habe mir schließlich eine Ausrüstung zum Sticken zugelegt. Mittlerweile weiß ich: Was oft sehr kunstvoll aussieht, ist viel weniger kompliziert, als man es glauben könnte und eine schöne Beschäftigung beim Lauschen von Hörbüchern, beim Tee Trinken oder Netflix Bingen. Deine Wahl!

Zum Lesen: Der Pfau – Isabel Bogdan

Zu guter Letzt: die traditionelle Buchempfehlung. Hier bin ich ganz zufällig auch bei einem Exemplar gelandet, das in Großbritannien spielt. Isabel Bogdans “Der Pfau” erzählt die skurrile Geschichte eines schottischen Landguts, das seine schon leicht angestaubten Tore für Seminartouristen öffnet. Just als sich die Ankunft von illustren Londoner Bänkern ankündigt, dreht einer der gutshofeigenen Pfauen durch und sorgt für eine Menge Chaos – noch über seinen Tod hinaus. Wem Isabel Bogdan Stil beim Lesen von der “Der Pfau” übrigens bekannt vorkommt, findet dafür schnell einen Grund: Bogdan ist ihres Zeichens Nick Hornby deutschsprachige Haus- und Hofübersetzerin.

 

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