Ausfliegerei: Kleinstadt-Jazz in Burghausen

 

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In den erweiterten Haushalten Ginger und Güte wundern wir uns schon länger und in schöner Regelmäßigkeit über Bayern. Und zwar in zweierlei Hinsicht: einerseits darüber, wie unterschiedlich österreichische und bayerische Kleinstädte aussehen können, die zwar geografisch nur ein paar Kilometer, aber vom Ortsbild her Welten trennen (Ist es die Raumplanung? Ist es der Kulturunterschied? Ist es eines dieser berühmten Phänomene in Grenzgebieten? Fragen über Fragen.). Und andererseits, warum man als österreichischer Ureinwohner (m/w) nahe der deutschen Grenze zu selten auf die Idee kommt, selbige für einen Ausflug zu überschreiten. Über diese Themen habe ich im Zuge meines verbloggten Besuchs in Bad Reichenhall schon ausführlich philosophiert – und in diesem Kapitel aus der Serie „unterwegs“ kommen sie gleich noch einmal viel stärker zum Tragen. Denn: Burghausen ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Kleinstädte nicht immer vermieft und historische Altstädte nicht immer verstaubt sein müssen. Aber ich eile mir schon wieder selbst voraus.

Die Stadt Burghausen kenne ich als Ausflugsort nämlich eigentlich schon recht lange. Als Kind ging es zum Familienausflug auf die imposante Burg oder zum Ritterfest, als Erwachsene kannte man das Städtchen an der Salzach zwar, als besonders hip war es allerdings nicht im Hirnkastl abgespeichert.

Wenn man jedoch über einen Partner verfügt, der sich sehr gerne (böse Menschen würde meinen, vielleicht auch etwas zu gerne) mit Vintage-Hi-Fi umgibt, wird man den Ritterspiel-Austragungsort der Kindheit allerdings recht bald mal wieder zu Gesicht bekommen. In der Altstadt von Burghausen sitzt nämlich ein weit über die Grenzen Bayerns bekannter Experte und Händler für jene Spezialsparte des Liebhabertums. Und rundherum erstreckt sich ein Städtchen, das nicht nur für besonders hübsche Spaziergänge geeignet ist, sondern auch gastronomisch die schönsten Überraschungen birgt.

Über das weitläufige Burgareal lässt sich formidabel flanieren – auch, wenn man nicht vorhat, das Burgmuseum und die alten Gemäuer selbst zu besuchen – und spaziert man die steinernen Treppen hinunter ins Gassengewirr, findet man sich in einem wunderbar intakten Altstadtkern wieder. Keine Läden existieren hier neben kleinen Cafés, Antikhändler und Trödler neben Tattoostudios. Und schlendert man schließlich das Kopfsteinpflaster In den Grüben entlang, entdeckt man, dass zwischen dem Pflasterritzen ganz schön viel Musik schlummert. Burghausen ist nämlich auch Austragungsort eines der bekanntesten Jazzfestivals Deutschlands und dessen Protagonisten wurden hier in einem Walk of Fame verewigt.

Greift nur noch der Hunger um sich, wird man ebenfalls schnell fündig. In Bichl, das Restaurant, Café und Bar in einem ist, wird man vom Frühstück bis zum Schlummertrunk bestens versorgt. Von den zusammengewürfelten Sesseln bis hin zur gut bestückten Bar ist alles gleichermaßen hip wie freundlich, im Sommer sitzt man draußen auf dem Pflaster im Gastgarten und schaut den Mit-Spaziergängern beim Flanieren zu. So geht ein Sonntagsausflug in schick!

Adressen:

Bichl
In den Grüben 162
84489 Burghausen

Vintage Audio 132
In den Grüben 132
84489 Burghausen

In den besten Jahren (2nd Hand und Vintage-Mode)
In den Grüben 188
84489 Burghausen

Altstadt Antiquariat
In den Grüben 151
84489 Burghausen

Isabellas Kruschladen (Antik und Trödel)
In den Grüben 175
84489 Burghausen

IG Jazz Burghausen
http://www.b-jazz.com

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