Postkarten aus Milano – und 5 Tipps für den Anfang

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich habe ja eigentlich geglaubt, ich sei für Touristenmassen in Städten gewappnet, doch: Mein Aufenthalt in Mailand am vergangenen Wochenende, hat mich da eines Besseren belehrt. Ernsthaft – ich habe noch nie in meinem Leben so lange Warteschlangen gesehen, wie am und um den Mailänder Dom. Bei dem muss man sich nämlich nicht nur ein Mal anstellen, sondern gleich drei Mal. Erst um die Tickets, dann für den Dom selbst und schließlich für den Lift oder die Treppen zu den Domterrassen. Dabei informieren an der Schlange platzierte Schilder die Wartenden über den Verlauf ihrer näheren Zukunft: „Ab hier noch 90 Minuten Wartezeit!“. Es ist zum Verzweifeln. Vor allem, weil man den Dom doch echt, echt gesehen haben sollte, das Prachtstück. Und übrigens: Gleich nebenan, im berühmten Einkaufszentrum der Galleria Vittorio Emmanuele sieht es nicht viel besser aus, so, menschentechnisch. Und: Tickets für Da Vincis Letztes Abendmahl muss man Wochen im Voraus kaufen.

Genau deswegen konzentrieren sich die paar Tipps, die ich mitsamt einer kleinen Postkartenflut hinterlassen darf, auch auf weniger frequentierte Sehenswürdigkeiten und solche, wo man sich eher unter Einheimischen wiederfindet. Zum Dom findet ihr schließlich auch alleine.

 

Museo Poldi Pezzoli

Ehemaliges Wohnhaus des Sammlers Gian Giacomo Poldi Pezzoli, heute ein Museum. Fantastische Sammlung an Kunstgegenständen, Gemälden, Waffen, Rüstungen, Zeitmessern und Textilien – wobei dir Räumlichkeiten selbst bereits eine Augenweide sind.

Cimitero Monumentale

Ein Muss für Fans von Gothic Horror-Stories à la Lovecraft oder Poe: weitläufiger Friedhof mit zahlreichen fantastischen Mausoleen zwischen Neogotik, Jugendstil und Moderne. Zudem eine Oase der Stille inmitten der hektischen Stadt.

Chinatown

Die Via Paolo Sarpi ist das Herz von Milanos Chinatown und eine verkehrsberuhigte Flaniermeile. Hier hat man die breite Auswahl zwischen verschiedensten asiatischen Lokalen und Garküchen, von Bao bis hin zur reichhaltigen Suppe. Schilder und Speisekarten sind vorwiegen in Chinesisch mit mittelprächtiger italienischer Übersetzung gehalten, bei Nachfrage gibt es Karten oft auch auf Englisch – hilfreich, wenn man nicht aus Versehen Schweineklauen, Hühnerkrallen oder gebratenen Darm bestellen möchte. Ideal für ein günstiges, ausgezeichnetes Abenteuer-Essen.

Stadtviertel Porta Nuova

Das moderne Stadtviertel Porta Nuova ist ein Bilderbuch der Stadtentwicklung, jung und lebenswert. Hier gibt es zeitgenössische Architektur, geglückte städtebauliche Innovationen, Shops und empfehlenswerte Gastronomie zu entdecken. Besonders auffällig sind die beiden „Bosco verticale“, begrünte Hochhäuser, deren Bepflanzung mit rund 900 Bäumen den ökologischen Gegenwert von 7000 m2 Wald besitzen.

App “Zomato”

Es gibt Menschen, die sich viel, viel besser mit Milanos Gastronomie auskennen, als ich es jemals könnte, deswegen verliere ich hier keine konkreten Empfehlungen. Was ich aber ans Herz legen kann, ist die Installation der kostenlosen App „Zomato“ (gibt es übrigens international), die auf Basis von Geolokalisierung und Stadtvierteln Restaurants und Bars empfiehlt. Die Bewertungen innerhalb der aktiv genutzten und gepflegten Apps stammen offenbar vorwiegend von Einheimischen, man hat ganz offensichtlich eine Vorliebe für Hipster-Schuppen. Die Lokale, zu denen uns die App geleitet hat, waren jedenfalls qualitativ überzeugend.

 

 

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