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Rezept: Koreanisches Bibimbap, ganz einfach

Rezept: Koreanisches Bibimbap, ganz einfach

 

Essbares in Schüsseln zu reichen ist gerade eine recht beliebte Sache. Im Ernst: Man darf in hipperen Lokalen mittlerweile so ziemlich alles als „Bowl“ bestellen. Smoothies, Burritos, Salate, you name it. Kann man es nicht bowlifizieren, hat ein Gericht quasi keine Daseinsberechtigung. Im süßen Zustand Beeren drauf, im pikanten ein Ei und schon ist das Schüsserlgericht nicht nur erwachsenentauglich, sondern auch fotogen. Und: Wer in den letzten zehn Jahren zumindest einmal auf Instagram vorbeischaut, kann sich dort die Bestätigung abholen.

Ja eh, in gewisser Hinsicht bin ich beim vorliegenden Beispiel meiner Kochtätigkeit schuldig im Sinne der Anklage. Aber zu meiner Verteidigung muss ich vorbringen: Das Bibimbap, das ich hiermit kredenze, ist ein koreanischer Küchenklassiker und sah immer schon so aus. Die Schüssel, in der es in der Top-Version seiner selbst serviert wird, ist zwar keine aus Porzellan, sondern eine aus heißem Stein oder Gusseisen, in der Reis, Gemüse, Ei und Co am Tisch fertiggebraten werden (wer sich das mal gönnen will, kann in Salzburg dazu wahlweise den Hibiskus oder den Kim 168 aufsuchen) – aber für den österreichischen Hausgebrauch bugsieren wir das Reigericht einfach in unsere Suppenschalen.

Apropos Reisgericht: Bibimbap heißt übersetzt nicht mehr und nicht weniger als „Reis umrühren“ und genau das passiert beim Genussvorgang auch. Man gräbt sich nach Lust und Laune durch eine Schüssel voll Kurzgebratenem mit Sauce und Reis, rührt um, kostet löffelweise Kombinationen und wird langsam süchtig nach der koreanischen Überraschungs-Schüssel.

Zu den Bestandteilen meines Rezepts muss ich dabei noch drei Dinge loswerden:

Erstens: Die Liste meiner Gemüsesorten ist eher als Vorschlag zu verstehen. Man kann in ein Bibimbap quasi alles reinwerfen, was Lust und Laune macht und im Kühlschrank schlummert – neben den von mir verwendeten Gurken, Karotten, Chinakohl und Frühlingszwiebeln etwa auch Spinat oder Kürbis.

Zweitens: In die Sauce, die pflichtmäßig zum Reistopf gereicht wird, gehört eigentlich Gochujang, ein koreanisches Chilipulver. Aber: Nachdem das hierzulande nicht ganz so einfach zu besorgen und überdies recht scharf ist, habe ich es in meiner Version schlicht durch Sriracha ersetzt. Ist weniger original, schmeckt aber milder und ist leicht im besser sortierten Austro-Supermarkt verfügbar.

Und schließlich drittens: Zuspeisen! Klassischerweise gibt es zu Bibimbap eine Portion Kimchi (milchsauer vergorener, scharfer Chinakohl – eine großartige Sache, die man entweder selber macht, oder im Asia-Shop in der Schrannengasse bekommt) und ein wenig Daikon (asiatischen Rettich, dito). Wer nix davon daheim hat, überlebt auch, sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass einem was entgeht. Mhhhm.

Man nehme (für 2 Personen):

Für das Bibimbap:

  • 1/2 Tasse ungekochten Reis
  • 300 g Bio-Rinderfaschiertes
  • 1 kleine Salatgurke
  • 2 kleine Karotten
  • ½ kleiner Kopf Chinakohl
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 2 Eier
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Helle Sojasauce
  • Öl zum Braten

 

Für die Sauce:

  • 1 Zehen Knoblauch
  • 1,5 EL Sesam
  • 2 EL Sesamöl
  • 5 EL Sriracha-Sauce (diese Chilisauce in den Plastikflaschen mit dem grünen Deckel)
  • 1 EL Reisessig (oder Weißweinessig)
  • 1 EL Zucker
  • 3 EL helle Sojasauce

 

So wird’s gemacht:

1. Den Reis nach Packungsanleitung kochen.
2. Den Sesam ohne Fett in einem kleinen Töpfchen rösten, bis er duftet – dabei aufpassen: Sesamkörner beginnen bei Hitze zu hüpfen!


3. Für die Bibimbap-Sauce den Knoblauch pressen und gemeinsam mit dem gerösteten Sesam, dem Sesamöl, der Sriracha-Sauce, Reisessig, Zucker und Sojasauce glattrühren.


4. Gurke, Karotten, Chinakohl und Frühlingszwiebeln waschen und versäubern. Die Gurke längs halbieren und in feine Scheiben schneiden, die Karotte stifteln, den Chinakohl in Streifen und die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden.


5. Den Knoblauch hacken.


6. Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und das Rinderfaschierte zugeben. Das Fleisch braten, bis es krümelig ist, dann mit etwa der Hälfte des Knoblauchs und Sojasauce würzen. Aus der Pfanne nehmen und warm halten.


7. Nun wird das Gemüse sortenweise angebraten. Dazu jeweils etwas Öl in der Pfanne erhitzen erst die Karotten einzeln, dann den Chinakohl einzeln, dann die Gurken einzeln dan die Frühlingszwiebeln einzeln und nur ganz kurz durch die heiße Pfanne jagen. Das Gemüse soll nur ganz leicht angebraten werden und möglichst knackig bleiben. Mit einer Messerspitze gehacktem Knoblauch würzen und aus der Pfanne nehmen.


8. Zum Schluss noch zwei Spiegeleier braten, dann kann angerichtet werden.


9. Dazu einfach 2 Schüsseln bereitstellen und diese erst bodenbedeckt mit gekochtem Reis füllen, dann das Gemüse und Fleisch sortenweise im Kreis anordnen. Mit dem Spiegelei bekrönen und ev. noch ein paar Sesamsamen drüberstreuen und servieren.

So wird Bibimbap gegessen: Was jetzt aussieht wie ein kleines Kunstwerk, wird beim Essen quasi durch den Fleischwolf gedreht: Einfach nach Herzenslaune umrühren und mit der dazugereichten Sauce nach geschmack vermengen.

Das hat gedauert: ca. 1 Stunde


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