7 Tipps für Rom auf den zweiten Blick

 

Ja, ich gebe zu: Dieser Artikel und die Fotos, die er beinhaltet, schlummern schon seit Monaten auf meiner Festplatte. Schließlich ging es im September letzten Jahres zu meinem letzten Rombesuch, bei dem wieder in Pasta, Kunst, Wein und Espresso geschwelgt wurde. Herrlich war es wie immer – und genau deswegen habe ich mich ausgerechnet jetzt, im ungemütlichen Spätwinter auf meine vier Buchstaben gesetzt und ein paar meiner Lieblingstipps für den gediegenen Rom-Trip uns digitale Papier gebracht. Ein bisschen Sonne und Süden sind schließlich die beste Therapie gegen Schneematsch und Minusgrade, oder?

Wie immer gilt: Diese Tipps sind meine persönlichen und subjektiven, ich habe keine Weisheit für mich gepachtet und bitte darum, alles mit Vorbehalt zu genießen. Ein kleiner Wegweiser können sie aber allemal sein. Ciao!

Die Engelsburg nicht links liegen lassen

Ein Fehler, den ich bei vielen früheren Rom-Besuchen gemacht habe, ist wohl ein recht typischer: Einmal auf dem “Touristenhighway” in Richtung Vatikan, wurde die auf halbem Weg gelegene Engelsburg zwar wohlwollend gemustert, aber anschließend nicht besucht. Ein Verlust, wie ich mittlerweile zum Glück weiß! Das (ursprünglich) antike Monument ist ja bekanntlich nicht nur eines mit einer besonders bewegten Geschichte, es ist auch ein besonders beeindruckendes Museum, das einmal quer durch die Baustile und Epochen der römischen Geschichte führt. Überdies bietet die Engelsburg absolut fantastische Ausblicke auf den Vatikan und quer über den Tiber, ein bezauberndes Terrassencafé mit empfehlenswerten, koffeinhaltigen Heißgetränken – und bei weiten weniger Besucheransturm, als andere Monumente im Stadtzentrum. PS: Will man eine Führung, sollte man diese dennoch frühzeitig buchen.

Cacio e Pepe essen

Um es ein für alle Mal klarzustellen: In Rom isst man streng genommen keine Pizza. Punkt. Die Pizza ist bekanntermaßen eine Tochter Neapels und die Cucina Romana, die berühmte und deftige römische Küche, hat weit mehr zu bieten als die belegten Teigräder, die gemeinhin mit italienischem Essen assoziiert werden. Ein absoluter Klassiker sind dabei – neben den altbekannten und ebenso römischen Spaghetti Carbonara – Cacio e Pepe. Zu übersetzen ist der Name dieser Pasta schlicht mit “Käse und Pfeffer” und diese Zutaten sind es im Wesentlichen auch, die den Charme des Nudelgerichts ausmachen. Viel Pecorino, handgemachte Tonarelli, frisch gemahlener Pfeffer und ein Glas Wein und fertig sind die Grundnahrungsmittel, von denen ich bei jedem Rombesuch zehre. Mhhm.

Anstatt der Vatikanischen Museen die Kapitolinischen Museen besuchen

Eh klar, die Musei Vaticani gehören mit der Sixtinischen Kapelle und Raffael in den Stanzen zum absoluten Pflichtprogramm in der ewigen Stadt. Verpflichtend ist dabei jedoch auch die Einordnung in den Touristenstrudel, der sich von Museumshighlight zu Museumshighlight wälzt. Wer sich die Laokoon-Gruppe jedoch eh schon einmal angesehen hat und der Masse ein wenig aus dem Weg gehen möchte, kann die Vatikanischen schlicht gegen die Kapitolinischen Museen tauschen. Diese bergen nicht minder bedeutsame Exponate von Rubens, Caravaggio, Michelangelo und Co und präsentieren ebenso Werke der klassischen Antike, die man aus dem Geschichtsbuch kennt (etwa die kapitolinische Wölfin, den sterbenden Gallier oder den Dornenauszieher). Plus: Der Besucheransturm hält sich vergleichsweise in Grenzen.

Eine Tour durch das frühchristliche Rom machen

Ebenso erfrischend wenig besucht sind Roms frühchristliche Kirchen – obwohl sie Kulturdenkmäler allerersten Ranges sind. Abseits des Touristenhighways entdeckt man mit Santa Maria in Cosmedin, San Clemente, Santa Prassede und Santa Maria in Trastevere (um nur ein paar wenige zu nennen) zahlreiche zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert nach Christus erbaute Gotteshäuser mit strahlenden Goldmosaiken und ornamentalen Marmorfußböden, die die viel stärker besuchten Barocktempel der Stadt schnell vergessen lassen – und größtenteils in ruhigen, ein wenig verschlafenen Nachbarschaften liegen, in denen sich bei einem Caffè gut durchatmen lässt.

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Das Nachtleben um die Piazza della Madonna dei Monti genießen

Wer Lust darauf verspürt, sich in jugendlichem Umfeld die Nacht um die Ohren zu schlagen, ist auf der Piazza della Madonna dei Monti ziemlich richtig. Zentral im Stadtbezirk Monti gelegen trifft man hier noch tendenziell öfter auf Einheimische, als in den benachbarten, touristisch besser besuchten Gegenden um das Kolosseum und die Via Cavour. Auf der Piazza und in den umliegenden Straßen findet man zahlreiche Bars, Cafés, Restaurants, Vintage-Shops und Buchhandlungen und in lauen Sommernächten schnappen sich Jung und Junggeblieben ihren Sprizz um sich damit am zentralen Brunnen niederzulassen.

Die Katzen am Torre Argentina besuchen

Wer genug Architektur gesehen hat, kann sich eine tierische Auszeit nehmen. Am Torre Argentina, ziemlich genau zwischen der Piazza Navona und der Piazza Venezia, hat ein städtisches Katzenschutzprojekt seinen Sitz. Die Ruinen des antiken Torre Argentina wird schon seit vielen felinen Generationen von streunenden Katzen bewohnt, die dank eines gemeinnützigen Projekts seit den 90er Jahren betreut und versorgt werden. Freiwillige Helfer kümmern sich um die Sterilisation und damit die Eindämmung der Katzenpopulation sowie die medizinische Versorgung der Vierbeiner und füttern sie – Besucherinnen und Besucher können den Katzen eine Stippvisite abstatten, sie streicheln, für sie Spenden und sie auch adoptieren.

Trinkwasser per App finden

Ausdauernde Besichtigungstouren machen durstig! Und dieser Durst muss in Rom absolut nicht mit Wasser aus Plastikflaschen gestillt werden: Die ganze Stadt ist gespickt mit kostenlosen Trinkwasserbrunnen (“Nasoni”), deren Güte streng kontrolliert wird und die zum regelmäßigen Abzapfen für den persönlichen Wasserbedarf einladen. Und damit die Suche nach dem nächsten Trinkwasserbrunnen eine noch einfachere wird, gibt es für die Generation Smartphone eine besondere Lösung. Die App “I Nasoni di Roma” (für Android und ioS) zeigt sämtliche Römischen Trinkwasserbrunnen auf einer Karte an und lotst zielsicher zur nächsten Wasserquelle.

 

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