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Tipp: Tagesbar Juhasz in Bad Reichenhall

Tipp: Tagesbar Juhasz in Bad Reichenhall

 

Transparenzhinweis: Dieser Bericht ist weder von der Juhasz Tagesbar in Auftrag gegeben, noch von dieser beeinflusst. Unser Essen haben wir selbst bezahlt – Ehrensache. 

Man muss zugeben: Als Salzburgbewohner jedweden Geschlechts ist das bayerische Grenzgebiet eine Gegend, die man für Fahrten ins Blaue, für Ausflüge, kulinarische Probiertrips und akute Entfleuchgelüste oft viel zu wenig in Erwägung zieht. Ans angrenzende Oberösterreich, an Hallein, ans Seengebiet denkt man bei spontanen Spritztourideen einfach viel öfter, als ans Königreich der Weißwurst, das geografisch oft weniger weit entfernt läge. Da wird sie wieder manifest, die Tatsache, dass Grenzen wohl doch auch im Kopf bestehen!

Deswegen möchte ich dir, meinem freundlichen Leser und meiner sympathischen Leserin, folgenden Vorsatz auferlegen: Erkundet den bayerischen Grenzraum! Und anfangen kann man mit diesem ganz hervorragend im nahen Bad Reichenhall.

Ok, wer Reichenhall schon kennt, der wird jetzt wohl gestehen müssen, dass der alte Kurort nicht unbedingt den jüngsten Charme ausstrahlt, den man sich als Person um die 30 wünschen kann. Wer auf Originalbeschilderungen aus den 50ern und 60ern steht oder sich gerne Geschichten darüber ausdenkt, warum Kurgäste wohl so viele Fleischhauereien und Pelzgeschäfte benötigen, der ist hier aber gut aufgehoben – und: Wer auf hippe Tagesbars mit Vintage-Industrial-Einrichtung steht, der auch.

Mitten im Herzen der Altstadt liegt in Bad Reichenhall nämlich das Kaufhaus Juhasz, in dem von der Zahnbürste bis zum Kochgeschirr so ziemlich jeder persönliche Kaufbedarf gedeckt werden kann – eine Maßnahme, die oft ein gewisses Hungergefühl auslöst. Folgerichtig wird dieses Kaufhaus Juhasz daher von der gleichnamigen Tagesbar bekrönt. Shoppen und Schlemmen – ein Konzept, das sich offenbar auch in Reichenhall bewährt.

Denkt man an Gastronomiebetriebe mit Vintage-Einrichtung, dann muss man oft feststellen, dass all dies, was in schicken Burgerschuppen, Coffeeshops und Speakeasy-Kneipen so an Einrichtung herumsteht, eigentlich oft nicht viel älter ist, als die Druckertinte in der Speisekarte. Nicht so jedoch in der Tagesbar Juhasz. Dort diniert man an uralten Holztischen, an denen das aufmerksame Auge immer noch alte Nummerierungen entdeckt, die Bestuhlung stammt tatsächlich noch aus den wilden Siebzigern und die weißmetallene Terrassenbestuhlung mag vielleicht aus dem Altbestand eines der zahlreichen Kurhotels übersiedelt worden sein. So viel Originalmöblierung und echten Zahn der Zeit trifft man in großstädtischen Lokalen selten an.

Aber: Eigentlich besucht man eine Tagesbar nicht um ihre Möblierung zu begutachten, sondern, um sich durch die Karte zu schnabulieren. Die versorgt vom Frühstück über den mittäglichen Hunger bis hin zum Kaffeetratsch so ziemlich jede kulinarische Lust und tut dies auf eine kreative, leichte Art und Weise, die auf viel junges und weibliches Publikum schließen lässt. Wir bestellen etwa Quinoa-Laibchen, Cesar’s Salad (6,90.-), Burger (6,90.-) und Kuchen, zur weiteren Auswahl stünden Indisches Butter Chicken (12,90.-) ebenso wie Maishendlbrust mit Topinamburcreme und Morchelrahmsauce (14,90), gelbes Tatar vom Gelbflossen-Tunfisch mit Ananas-Mangochutney (11,90.-)  oder eine Auswahl an Antipasti aus der Vitrine.

Der von uns bestellte Burger ist klein aber oho mit einem Patty, das auf hausgemachtem Laugen-Bun zum Liegen kommt, überzeugend ist dabei vor allem das wohl ebenso hausgemachte und sehr aromatische Tomaten-Chutney, die dazu gereichten Pommes Frites sind dahingegen eher Standard-Modelle. Die Quinoa-Laibchen mit samtiger Linsencreme und Linsengemüse präsentieren sich als Augenweide und kommen so locker wie leicht und vollmundig auf den Teller, die Salatgarnitur bringt die nötige Frische. Das sämige Dressing zum schlichten und ohne Topping genossenen Cesar’s Salad mit Parmesan und Oliven ist wunderbar.

Auch Kaffeeliebhaber kommen in der Juhasz Tagesbar auf ihre Kosten. Die Röstungen sind von Dinzler, neben Klassikern wie Espresso und Cappuccino ist die tägliche Koffeindosis auch als Filterkaffee aus der Chemex zu bestellen. Am vollständigen Verzehr unserer Schokoladentorte sind wir im Anschluss leider gescheitert: Das Tortenstück mit üppigem Brownie-Boden war zwar ein Verwöhnmodell erster Güte, nach dem Festmahl zuvor aber einfach zu mächtig.

Wer sich anschließend noch bemüßigt fühlt, sich weiter mit Kulinarik zu befassen, der landet beim Verlassen der Tagesbar übrigens in der Kochbuch- und Haushaltsabteilung des Kaufhauses. Und dort werden Designliebhaber wohl ebenso fündig wie Kulinarikafficionados.

Tagesbar Juhasz
Ludwigstraße 23
83435 Bad Reichenhall

 


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