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Ich hab mir meine Naturhaarfarbe herauswachsen las...

Ich hab mir meine Naturhaarfarbe herauswachsen lassen und es nicht bereut

Ich vermute, dass ich nicht die einzige Person da draußen bin, die folgendes Phänomen kennt: Sobald man sich eine gefühlte Ewigkeit lang das Haupthaar gefärbt hat, verliert man irgendwie das Gefühl dafür, wie es eigentlich in seinem naturgegebnen Zustand aussehen würde. So, ohne Blondierung, Unicorn-Tönung, Henna, eigeflochtenen Plastiksträhnen, Volumenwelle und Co. Und Abarten davon hatte ich – nachgerechnet – die letzten sechzehn Jahre. Arg, wenn man drüber nachdenkt!

Ernsthaft, ich glaube, es gibt keine Haarfarbe auf diesem Planeten, die ich nicht in irgendeiner Form schon gehabt hätte.

Kaum in die Teenagerjahre eingetreten, gibt es ja quasi nix Cooleres, als sich so schnell es die elterliche Erlaubnis und der Friseur des Vertrauens ermöglichen, vom landestypischen Straßenköterblond wegzubewegen und haartechnische Selbstversuche zu starten. Und in meinem persönlichen Fall war dies der Startschuss zu allen möglichen Experimenten. Ernsthaft, ich glaube, es gibt keine Haarfarbe auf diesem Planeten, die ich nicht in irgendeiner Form schon gehabt hätte. Angefangen habe ich als typisches Opfer der Nullerjahre natürlich mit blonden Zebrasträhnen, gefolgt von der verpflichtenden orangeroten Phase, die überging in sanftes Goth-Dunkelbraun, anschließend folgten einige Jahre mit eher konservativen blonden Strähnchen, die in jüngster Vergangenheit in Hellblond, Weißblond, Pastellrosa und schließlich Pastelllila endeten.

Wirklich gut ausgeschaut hat maximal die Hälfte davon, das muss ich an dieser Stelle auch zugeben. Und irgendwann, irgendwann hat es mir dann einfach gereicht. Das ewige Färben, die ewige Veränderung, das permanente Friseursitzen und – seien wir uns ehrlich – ins Geld geht die Sache natürlich auch, wenn man nicht mit extradickem Naturansatz im blondierten Schopf durch die Welt wandern will.

Ich hatte tatsächlich keine Ahnung, wie meine Naturhaarfarbe eigentlich aussieht.

Gerade, wenn man einen Pixie spazieren trägt, wie ich es gerade tue, läuft man noch öfter zur Ansatzblondierung, als Kolleginnen mit längeren Haaren. Es folgte also die Kurzschlussentscheidung: Zurück zur Natur. Und ich bin fast ein bisschen stolz, es auch wirklich durchgezogen zu haben. Die massivste Erkenntnis dabei? Ich hatte tatsächlich keine Ahnung, wie meine Naturhaarfarbe eigentlich aussieht. Als ich als etwa Vierzehnjährige angefangen habe, mir die Haare zu färben, war ich noch klassisch Aschdunkelblond, wie die meisten anderen Kids in meinem Umfeld. Sechzehn Jahre später muss ich feststellen: Ich bin nicht mehr blond, meine Haare sind im letzten Jahrzehnt ohne mein Zutut und meine Aufmerksamkeit braun geworden. Und eine weitere Erkenntnis lautet: Die Farbe des Haaransatzes lässt auch nur unzureichend auf den Gesamteindruck der eigentlichen Naturhaarfarbe schließen. Hätte ich gewusst, dass ich mich unbemerkt von der Straßenköterblondine zur Brünetten entwickelt habe, hätte ich der Blondierung vermutlich schon viel früher den (Geld)hahn zugedreht.

Wie der Prozess des Rauswachsenlassens war? In einem Wort: mühsam.

Wie der Prozess des Rauswachsenlassens war? In einem Wort: mühsam. Ich bin ein paar Wochen bis Monate mit ziemlich schrecklicher, zweifarbiger Frisur herumgelaufen und hab den Tag herbeigesehnt, an dem die Restblondierung endlich der Friseurschere zum Opfer fallen würde. Mildernd waren dabei natürlich meine aktuelle Kurzhaarfrisur und der Umstand, dass meine Haare generell sehr schnell wachsen. Aber nach einem guten halben Jahr war die Erleichterung beim Friseurbesuch doch recht groß, als die letzten blonden Strähnen am Boden lagen und die Brünett-Erkenntnis so richtig schlagend wurde.

Und was soll ich sagen: Ich bin echt froh, es über die Bühne gebracht zu haben. Nie wieder Haarefärben! Unblondierte Haare sind um so viel pflegeleichter, brauchen viel weniger Zuwendung und Aufmerksamkeit. Und: Auch, wenn mir von diversen Seiten prophezeit worden ist, dass ich meine Naturhaarfarbe sicher nicht mögen werden würde, weil fad, finde ich sie eigentlich ganz ansehnlich. Worauf ich also hinauswill?

Solltet ihr überlegen, auch von Tönung, Blondierung und Co zu verabschieden: Tut es, Leute!

Es dauert, aber ihr werdet es nicht bereuen.

 


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  1. Miriam

    27 Dezember

    Alles richtig gemacht 🙂 Das Brünette ist ein toller Kontrast zu Deinen blauen Augen! (Wobei das Blond auch cool war … Schon arg, wenn einem alles steht 😉 ) Und das ist ja wirklich ein sehr lebendiges Braun. So eines hätte ich mir früher immer färben wollen, wurde aber immer viel zu rotbraun …
    Ich hab den leidigen Weg des “Naturhaarfarbe zurück bekommen” schon früher durchgemacht, mit Anfang 20. Seitdem bin ich ein gebranntes Kind. Die ersten grauen Haare rede ich mir jetzt einfach noch so lang es geht als “besonders blond” schön. Vielleicht bringt ich auch einmal einen Blogartikel dazu. Dass ich mal fast schwarz war, glaubt mir nie jemand 😀
    Ich wünsch Dir noch eine entspanntes Rest-2017
    liebe Grüße
    Miriam

  2. Uta

    28 Dezember

    “blonden Zebrasträhnen, gefolgt von der verpflichtenden orangeroten Phase, die überging in sanftes Goth-Dunkelbraun, anschließend folgten einige Jahre mit eher konservativen blonden Strähnchen”
    *hüstel* FOTOS *hüstel*

  3. Barbara

    29 Dezember

    Sehr schöne Farbe! Und auch der Schnitt ist super!

    Ich hab schwangerschafts- & stillbedingt vor zwei Jahren meine Blondierung vollkommen herauswachsen lassen. Leider fand ich meine Naturhaarfarbe extrem grässlich (aschblond/straßenköterblond/…) und ich hab mich monatelang sehr unwohl gefühlt. 🙁
    Ich habe aber mittlerweile eine perfekte Friseurin gefunden, die mit wenigen blondierten Strähnen (nur alle gut 3 Monate) und super Haarschnitten ein sehr sehr schönes Ergebnis zaubert!

  4. Sarah Oswald

    21 Januar

    Liebe Caro,

    zu welchem Frisör gehst du denn? Ich hab in letzter Zeit so oft ins Klo gegriffen… Deine Haare sehen immer genial aus!

    • Liebe Sarah,

      oh, vielen lieben Dank!
      Ich muss zugeben, dass ich friseurtechnisch eine recht untreue Seele bin. Ich wechsle aktuell zwischen Tarquini und Blickfang, meistens schneidet mir aber einfach meine Schwägerin die Haare. Die ist allerdings keine Friseurin, sondern Musikerin, hat aber ein ziemliches Händchen 😀

      Liebe Grüße!

  5. Sarah Oswald

    23 Januar

    Grandios und geniale Schwägerin. Danke jedenfalls! :-*

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