5 Fragen an die Babelsprech.Salzburg: Warum du kommendes Wochenende junger Lyrik lauschen solltest

Wann hast du dich eigentlich zum letzten Mal der Lyrik gewidmet? Also, unabhängig von diesem einem Mal, als du im Gymnasium Schillers Bürgschaft auswendig lernen musstest. Und unabhängig von den feinen Stammbuchsprüchen aus dem schier unerschöpflichen Reservoir aus Rosen, Tulpen und Nelken, die man sämtlichen Volksschul-Kumpanen ins Poesiealbum zu kritzeln hatte. Weißt du nicht? Dann ist das hier unbedingt etwas für dich. Denn: Dass Lyrik viel mehr kann, als Muttertagsgedichte und Gstanzl-Reime, das präsentiert ein ganz besonderes Projekt: Die 1. Salzburger Babelsprech-Konferenz zeigt, was junge (deutschsprachige) Lyrik eigentlich alles kann – von Stabreim über freie Verse, von Trash bis dada, gelesen, gesungen, geschrien oder getanzt. Vom 7.-10. Dezember lädt man dabei zu einem Fest der Sprache und Literatur, mit Lesungen, Performances, Musik, DJ-Lines, Party und klugen Vorträgen, die was Wie, Wo und Was der jungen Lyrikszene im deutschsprachigen Raum bestimmen sollen.

Insgesamt 25 Autorinnen aus sieben Ländern geben sich dabei auf Einladung der Initiative Babelsprech zur Entwicklung und Stärkung junger deutschsprachiger Lyrik in Salzburg ein Stelldichein und bespielen das viertägige Festival. Verantwortlich für diesen Kulturimpuls sind wie so oft die Damen und Herren aus dem und um das Bureau du Grand Mot und die Literaturzeitschrift Mosaik, allen voran Josef Kirchner und Marko Dinic, denen es zu verdanken ist, dass sich Salzburg in den letzten Jahren praktisch zum Zentrum der jungen Literatur in Österreich gemausert hat. Wusstest du auch nicht? Dann wird es wahrlich Zeit für eine gehörige Wortdusche. Warum man sich mit junger Lyrik auseinandersetzen sollte und was die Babelsprech-Konferenz verspricht, das hat mir Josef Kirchner verraten.

 

Freie Verse, von Trash bis dada, gelesen, gesungen, geschrien oder getanzt

 

1. Was meint ihr mit “Lyrik für alle”?
Lyrik ist nicht für die Schulbücher da. Auch nicht für die Germanist*innen. Sie lebt. Sie fordert. Sie kämpft. Für alle!

2. Wie definiert ihr Lyrik für das Konferenzprogramm?
Der bewusste Umgang mit Sprache, mit Wörtern und Rhythmus. Aktuelle Lyrik sieht oft wie Prosa aus, wird gesungen, performt oder taucht als Visual oder DJ-Line auf… All das kann und soll Lyrik!

3. Gedichtvorträge? Poetry-Slams? Diskussionsrunden? Wie kann ich mir das Programm der Babelsprech-Konferenz vorstellen?
Unterm Tag diskutiert man die Zukunft, am Abend feiert man die Gegenwart. Hier wird gelesen, geslamt, gerapt, musiziert, getanzt. Mit 30 der aktuell besten jungen Lyriker*innen.

4. Ich habe mich noch nie mit zeitgenössischer Lyrik auseinandergesetzt. Ist die Konferenz trotzdem etwas für mich?
Gerade für dich. Wir hätten auch “Poetry für alle” schreiben können. Haben wir aber nicht. Weil wir zwar mindestens so unterhaltsam sind wie Poetry Slams, im Unterschied dazu aber durch die Bank mit richtig geiler Literatur!

5. Was ist Babelsprech in 5 Worten?
Größte/großartigste Literaturveranstaltung Salzburgs ever!

Kuh_Schrift

Programm

Mittwoch, 07.12.2016

11 Uhr: Lyrik für Alle?!
Diskussion mit den Kurator*innen, Veranstalter*innen und Autor*innen der 3. Babelsprech-Konferenz
Präsentation des bisherigen Projekts, Ablauf der Konferenz, aktuelle Situation der Lyrikproduktion und -rezeption
UniPark (Erzabz-Klotz-Straße 1) – Eintritt frei

Freitag, 09.12.2016

09 bis 17 Uhr: Konferenz
Die Konferenz ist nicht öffentlich zugänglich, kann jedoch via Livestream und Liveticker/Blog unter www.lyrikfueralle.at mitverfolgt werden.

20 Uhr: LYRIK FÜR ALLE 1
Lesungen, Performances, Lyrik-DJ-Line
Markussaal, YoCo (Ursulinenplatz 1)

Samstag, 10.12.2016

09 bis 17 Uhr: Konferenz
Die Konferenz ist nicht öffentlich zugänglich, kann jedoch via Livestream und Liveticker/Blog unter www.lyrikfueralle.at mitverfolgt werden.

20 Uhr: LYRIK FÜR ALLE 2
Lesungen, Performances, Konzerte (Laokoongruppe u.a.), Lyrik-DJ-Line
Markussaal, YoCo (Ursulinenplatz 1)

Tickets (an der Abendkassa)

Mittwoch: Eintritt frei
Freitag: 8 / 6
Samstag: 8 / 6
Festivalpass: 12 / 10

Ermäßigung für: Schüler*innen, Student*innen, Pensionist*innen, Beeinträchtigte, Zivil- & Präsenzdiener, Ö1 Club-Mitglieder
Freier Eintritt für: Hunger auf Kunst und Kulturpass-Besitzer*innen, Asylwerber*innen

Titelbild: Pixabay, User StockSnap. Vielen Dank dafür!

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