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Wie ich es geschafft habe, dass mein gesamtes Gesc...

Wie ich es geschafft habe, dass mein gesamtes Geschirr zusammenpasst

Meine Damen und Herren, ich hab da gewisse Prioritäten. Und zwar solche, die manche Zeitgenossen etwas, äh, seltsam finden mögen. Ich hab da nämlich so ein thing mit Geschirr. Mit schönem Geschirr genauer gesagt. Und zwar ein so großes, dass mich aktuell fast nichts mit mehr Freude erfüllt, als der Blick in meinen höchst persönlichen Schrein, der da mein Geschirrregal ist. Es ist transzendent! Es ist mirakulös! Es ist eine porzellangewordene Epiphanie!

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Es soll ja jeder so seine Macken haben. Und ich bin mir relativ sicher, dass das hier eine von meinen ist. Der Gedanke, nicht genug zusammenpassendes Geschirr vorrätig zu haben, falls eine Horde von acht Personen über mich hereinbricht und mich zur Ausrichtung einer spontanen Dinnerparty nötigt, der erfüllt mich mit mildem Unwohlsein. Irgendwie gibt mir die Gewissheit, dass meine acht gleichen Suppenteller perfekt zu meinen acht gleichen Desserttellern passen nämlich das Gefühl, auf sehr abstruse Art und Weise mein Leben im Griff zu haben. Wisst ihr, was ich meine? Falls sich jemand aktuell nach der Wörterbuchdefinition eines First World Problems umsieht, hätte er sie hiermit wohl gefunden.

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Jedenfalls: Nachdem mehrere Menschen als Reaktion auf meinen Wohnungs-Update-Artikel vor ein paar Tagen die Freundlichkeit hatten, mich a.) nach meinem Geschirr zu fragen und sich b.) zu erkundigen, wie ich mein Set zusammengestellt habe (das hat mich so stolz gemacht, dass ich beim Schreiben dieser Zeilen gerade ungefähr so aussehe), erlaube ich mir hiermit, eine kleine Abhandlung über die schönste Nebensache der Welt zu schreiben: Geiles, zusammenpassendes Geschirr. Oida!

Ok, ich starte mal ganz am Anfang: Ich stehe auf skandinavisches Designerzeugs, das eigentlich so teuer ist, dass ich bei jedem Kauf fast in Tränen ausbreche. Aber: Ich hab dafür sonst keine kostspieligen Hobbys. Schuhe sind mir wurscht, meine Handtaschen macht ein guter Freund für mich in Handarbeit (dazu ein andermal mehr), ich unternehme keine regelmäßigen Fernreisen, gehe so gut wie nie shoppen und vergrabe mich am liebsten mit einem Buch auf der Couch.

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Daher habe ich es mir irgendwann einfach geleistet, mein gesamtes Geschirr und meine gesamte Küchenausstattung auf das richtig gute Zeug umzustellen. Weil ich es mir wert bin. Die Vorteile daran:

  1. Man verwendet die Sachen einfach tausendfach lieber.
  2. Sie halten viel länger, als billiger Ramsch. (Und kommen auf lange Sicht eigentlich nicht teurer als das billige Zeug)
  3. Sie sind viel funktionaler und schöner anzusehen.
  4. Die betreffenden Serien gibt es oft schon seit Jahrzehnten und es wird sie vermutlich weitere Jahrzehnte geben, falls man mal ein Teil nachkaufen muss.
  5. Man kann sich einzelne Bestandteile wunderbar zu diversen Anlässen schenken lassen. Was ich auch ziemlich intensiv gemacht habe – über mehrere Jahre hinweg. So ein Sammlungsaufbau dauert definitiv!

Wahrscheinlich rede ich mir die Hälfte davon nur ein, aber: Was soll’s – man lebt nur einmal! Und wie der William Morris selig schon so schön gesagt hat:

“Have nothing in your house that you do not know to be useful, or believe to be beautiful.”

Und recht hat er.

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In der Auswahl der Serien, für die ich mich entschieden habe, bin ich übrigens folgendermaßen vorgegangen:

1. Weiß ist Trumpf

Ich habe mir als Grundfarbe zeitloses Weiß ausgesucht, das man mit allem kombinieren kann. Und das sich leicht ergänzen lässt, falls mal etwas zugekauft werden muss. (Fleischteller “New Norm” von Menu, Kaffeetassen “Teema” von Iittala*)

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2. Form follows function

Die Grundform meiner Teller ist über alle Serien hinweg gleich – sie sind sehr flach, haben keine Einbuchtung und einen im rechten Winkel aufkragendem, niedrigen Rand – so harmonieren sie in der Form, auch, wenn sie in Farbe und Musterung ganz unterschiedlich geartet sind.

3. Ein freundliches Graublau

Als Akzent- und mittlerweile dominierende Farbe habe ich mir ein freundliches Aschgrau Graublau ausgesucht – und zwar in einer Porzellanserie, die aus vielen verschiedenen, unregelmäßig glasierten Blau-Abtönungen besteht. Graublau hat den Vorteil sehr neutral, aber trotzdem schön frisch zu wirken und so lassen sich Speisen jedweder Farbgebung gut und appetitlich präsentieren. Die verschiedenen Blau-Abtönungen und die leicht unregelmäßigen Glasuren meiner Suppenschalen, Dessertteller und Kaffeebecher machen es möglich, bei Bedarf andere sanft blautönige Porzellanteile dazu zu kombinieren und mit großer Sicherheit den richtigen Farbton zu treffen. (Schüsseln, kleine Teller und doppelwandige Thermobecher “New Norm” von Menu, alle in diversen Farben*).

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4. Mustermix mit Vorsicht

Weiters habe ich mich auf eine Musterart und Musterfärbung beschränkt, von der ich nicht mehr abweiche, in meinem Fall schwarze, geometrische Muster auf weißem Grund (Dessertteller, Espressotassen und Teekanne Marimekko “Räsymatto”).

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5. Ein Hoch auf den Rekurs!

Meine Glaswaren nehmen das geometrische Muster des Akzentgeschirrs wieder auf und fügen sich so harmonisch in alle verwendeten Serien ein (Dessertschalen Iittala “Kastehelmi”)

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6. Natur passt (fast) immer

Meine Servierplatten sind aus Naturschiefer und unregelmäßig schwarz glasiertem, handgemachtem Steinzeug, was einerseits die organische Wirkung der unregelmäßigen blauen Glasur wieder aufgreift, andererseits die schwarze Musterung auf den Akzentteilen. (Schieferplatten “New Norm” von Menu, Servierplatten vom Töpfermarkt)

So, das wären sie also gewesen, meine Tipps. Vielleicht helfen sie ja jemandem weiter – ich hab mich jedenfalls sehr gefreut, sie in die Tasten zu hauen. Und jetzt, jetzt mach ich mir eine Tasse Tee und freue mich über den Inhalt mindestens so sehr wie über das Behältnis.

 


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