READING

How to Kaffee: Siebträger, French Press oder Mokka...

How to Kaffee: Siebträger, French Press oder Mokkakanne?

* Transparenzhinweis: Der Kaffee und die gezeigten Tassen wurden mir von Illy kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag ist unvergütet und basiert auf meinen eigenen Recherchen.

Tasse-2Ich muss zugeben: Ich bin eine richtige Null was Kaffeezubereitung anbelangt. Ich meine: Kaffeetrinken kann ich richtig gut und einen schön zubereiteten Espresso oder Flat White weiß ich ungeheuerlich zu schätzen (gibt es etwas schlimmeres, als schlechten Kaffee?), aber die Feinheiten des Aufbrühens von Kleinen Schwarzen, Großen Braunen oder anderen dunklen Gesellen ist mir ein gewisses Buch mit sieben Siegeln. In meinem Haushalt ist es immerhin auch so, dass meine bessere Hälfte als Dompteur der diversen Kaffeemaschinen auftritt und es für meine Wenigkeit quasi obsolet macht, mich mit Wasserdruck, Mahlgraden, Temperatur, Röstungen und Kaffeemengen auseinanderzusetzen. Weil: Wer lehnt sich schon nicht gerne zurück und lässt sich den Morgencappuccino von kompetenten Händen servieren?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Aber irgendwann hab ich mir dann doch gedacht: Güte, so geht das nicht weiter. Du musst zumindest fähig sein, einen halbwegs
trinkbaren Kaffee zu produzieren, wenn einmal Besuch vor der Türe steht und der Mann nicht zuhause ist. Und so habe ich mich also doch an den Ohren genommen und damit auseinandergesetzt, wie man auf alle in meiner Wohnung verfügbaren Arten genießbaren Kaffee produziert.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

BohnenBevor wir uns an die erste Gerätschaft machen, muss ich noch eines vorausschicken: Der Kaffee mit dem ich hier experimentiere, stammt von Illy. Dieser italienische Traditionsproduzent hat es mir nämlich ermöglicht, mich auf eine sogenannte Aromareise zu geben – eine Entdeckungstour durch die Welt der Kaffeearomen, kreiert durch verschiede Röstungen, Anbaugebiete und Verarbeitungsarten. Über neun Monate wurde mir regelmäßig eine Dose Kaffeebohnen zugeschickt – neutral schwarz beklebt, damit ich nicht erkennen konnte, woran ich da gerade schnupperte und nippte und mich in der Erkundung ganz auf meinen Geschmacks und Geruchssinn verlassen musste. Neun Monate und neun Sorten sind es übrigens deswegen, weil in der klassischen Illy-Mischung 9 Arabica-Sorten verbaut sind. Die kommen von insgesamt drei Kontinenten und werden noch vor dem Rösten gemischt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nachdem es zur Kaffee-Aromareise natürlich auch gehört, den unterschiedlichen Kaffee auch ordentlich zubereiten zu können, war die Entdeckung der Illy-Aromen der beste Grund und Stein des Anstoßes für mich, endlich zu lernen, auf welche Knöpfe an meiner Siebträgermaschine ich eigentlich drücken muss, damit im Endeffekt guter Espresso dabei herauskommt. Der Kaffee und die Tassen, die ihr hier also seht, wurden mir also kostenlos aber auch bedingungslos zur Verfügung gestellt. Das Gefasel über Kaffee ist jedoch mein höchsteigenes. Und schon geht es auch los!

Kapitel 1: Die French PressFrench-Press

Eigentlich hab ich ja eingangs ein wenig gelogen. Mit einer unsere Gerätschaften konnte ich nämlich immer schon ein wenig
umgehen: Mit meiner French Press (oder ganz unsexy: Presstempelkanne), die ich gleich in zwei Größen-Ausführungen besitze: Eine kleine, die etwa anderthalb Tassen Kaffee enthält und somit wunderbar für ein kaffeedurstiges Persönchen reicht und eine große, mit der man einen ganzen Kaffeeklatsch versorgen kann.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Funktionieren tut das gute Gerät eigentlich recht einfach: Man füge Kaffeepulver ein, gieße es mit heißem Wasser auf, warte ein paar Minuten, drücke das Sieb hinunter und beginne zu trinken. Aber: Auch guter Kaffee aus der French Press soll mit Bedacht zubereitet werden. Und so hab ich mich nach den Mengen, Zeiten und Temperaturen umgesehen, die ich eigentlich einhalten sollte:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

  • Wassertemperatur: ca. 96°C – am besten sprudelnd aufkochen und dann 2 Minuten auskühlen lassen
  • Kaffeemahlgrad: relativ grob, vergleichbar mit Meersalz
  • Kaffeemenge: ca. 70 g/Liter
  • Aufgießen und kurz umrühren
  • 4 Minuten warten, dann das Sieb runterdrücken (ist der Widerstand zu groß, war der Kaffee-Mahlgrad womöglich zu fein, geht es zu leicht, war der Mahlgrad zu grob)

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Schöne daran: Eine bessere French Press (meine ist etwa von Bodum) kostet im Vergleich zu anderen Kaffeebereitern einen Pappenstiel (gute 30 Euro), sie ist daher also auch etwa für studentisches Budget eine wunderbare – und platzsparende – Kaffeezubereitungsvariante. Und ganz ehrlich: Gut ausschauen tut sie auch noch

Kapitel 2: Die Mokka-KanneMokka-Kanne

Die erste Kaffeekanne, die ich mir nach dem Auszug aus Hotel Mama zugelegt habe, war eine klassische Mokka-Kanne, die man
einfach auf die Herdplatte stellt. Und: Sie war mir zeitlebens suspekt, hatte ich doch immer das Gefühl, sie würde gleich explodieren und mir und meiner Küche irreparablen Schaden zufügen. Mittlerweile weiß ich, dass die Sache nicht ganz so ernst ist, wie man meinen möchte. Gehen tut es folgendermaßen:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

  • Wasser vorheizen (man sagt mir, dass man dann vermeidet, dass die Kanne metallischen Geschmack abgibt)
  • Kaffeemahlgrad: mittelstark – feiner als der grobe Kaffee in der French Press, aber gröber, als jener in der Siebträgermaschine.
  • Wasser bis kurz vor das Ventil der Kanne einfüllen
  • Kaffeepulver bis zum Rand in den Kaffeebehälter füllen und nur sanft flach drücken
  • Die Kanne gut zuschrauben und bei mittlerer Hitze auf die Herdplatte stellen (ist die Platte zu heiß, verbrennt der Kaffee)
  • Beginnt die Kanne “Würgegeräusche” von sich zu geben, kommt der Kaffee oben an. Sobald er in einem vollen Strahl in die Auffangkanne schwappt, die Kanne vom Herd nehmen. Den Rest macht die Kanne auch ohne weitere Hitze.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Schöne daran: Auf diese Art lässt sich halbwegs deppensicher guter Espresso zubereiten – jedoch ohne die berühmte Crema. Für die muss man dann wohl zum Monster greifen.

Kapitel 3: Die Siebträgermaschine (der Angstgegner)Siebträger

Mit unserer Siebträgermaschine verbindet mich eine gewisse Hassliebe. Sie macht tollen Kaffee – aber nur, wenn sie einen mag. Tut sie das nicht (wie es bei mir der Fall zu sein scheint), spuckt und jammert sie, saut die ganze Küche zu und produziert untrinkbare Plörre. Was hab ich schon die Küche geputzt, nachdem mich das dumme Dinge mal wieder bestreikt hat! Mister Güte liebt das Gerät aber scheinbar heiß und innig (genauso wie Katze 1, aber dazu ein andermal), daher ist er in meinen vier Wänden der patentiert Isomac-Bezwinger. Aber wer weiß: Vielleicht schaffe ich doch noch sie zu zähmen, wenn ich mich nur geschickt genug anstelle? In der Theorie würde das nämlich folgendermaßen funktionieren:

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

  • Genau 7 g Espressopulver pro Tasse schön fein mahlen und in das blitzsauberen Sieb befördern, dann mit dem Finger glatt streichen
  • Das Kaffeepulver mit dem Tamper, das ist dieser flache Stempel an der Siebträgermaschine (oder ein separates Teil aus Metall, mit dem man auch Leute erschlagen könnte) gleichmäßig flach und dicht zusammendrücken, es mit dem Druck aber auch nicht übertreiben (mir wurde nahegelegt, den perfekten Druck von etwa 15 kg an einer Personenwaage zu trainieren. Würde ich eine Personenwaage besitzen, hätte ich dies bestimmt ausprobiert).
  • Das Brühwasser der Maschine kurz aufdrehen und damit dafür sorgen, das möglicherweise an der Maschine klebende Kaffeebrösel davongeschwemmt werden.
  • Den Siebträger einsetzen und gut festzurren
  • Tasse drunterstellen, die Maschine aufdrehen und kurz warten. Mit etwas Glück kommt Kaffee heraus, mit etwas Pech spuckt sie Pech und Schwefel und läutet die Apokalypse ein. Je nachdem.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Schöne daran: Hat man es einmal geschafft, das Ding zu bezwingen, fühlt man sich richtig mondän und kann der Welt feinsten Espresso in hübschen Marimekko-Tassen servieren. Das funktioniert aktuell etwa in einem von zehn Fällen. Aber: Wer ist schon perfekt…

So, und damit man sich das Ganze (inkl. meines Scheiterns) nun auch noch wunderbar bildlich vorstellen kann, gibt noch ein Video mit beschwingter Musik zur Draufgabe.

How to Kaffee: Siebträger, French Press, Mokka-Kanne

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Tasse-1Ich und meine neugewonnenen Kaffeezubereitungskompetenzen werden uns jetzt übrigens ausführlich mit der Illy-Aromaskala auseinandersetzen und versuchen, die einzelnen Sorten zwischen getoastetem Brot, Säure, Süße, Schokolade und Karamell einzuordnen, schließlich gibt es da eine Art kleinen Wettbewerb zwischen mir und einigen tollen KollegInnen. Und ich darf verraten: Es ist eine Herausforderung. Aber eine schöne.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 


RELATED POST

INSTAGRAM
DIE GUTE GÜTE AUF INSTAGRAM