Diese 7 Typen triffst du im Salzburger Nachtleben

Jemand hat kürzlich zu mir gesagt: Güte, mach doch ein bisschen mehr über das Salzburger Nachtleben. Weil: Man kann schließlich nicht ausschließlich von Frühstückssemmerl und Burgern leben. Eh wahr. Und deswegen habe ich mich – natürlich aus rein redaktionellem Interesse – in letzter Zeit verstärkt in Salzburger Bars, Beisln und andere Kaschemmen begeben. Was man dort so trinken und beobachten, beprosten und erleben kann, soll es in nächster Zeit etwas häufiger geben. Und: Weil die ganze Sache ja auch irgendwie einen Auftakt braucht, starte ich hiermit sinngemäß in den Abend. Welche Personenklischees das Salzburger Nachtleben so in die örtliche Lokalszene spült? Bittesehr.

Das Rudolfskaiopfer

Es darf zum ersten Mal so richtig, mit Mamas Segen, dem Alkohol fröhnen und lässt es sich nicht nehmen, dies in Teeniefilm-tauglicher Manier zu zelebrieren. Zum feinen Fummel von Forever 18 hört man das, was Buzzfeed am Tag zuvor zum größten Partyhit des Jahres gekürt hat, an Bargetränken schafft es ca. 2,5, bevor es den Weg alles Rudolfskai-Irdischen geht. Überreste lassen sich am Tag danach im grellen Morgenlicht am Tatort bewundern.

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Anzutreffen in: den Segabars, im Watzmann

Das Woo-Girl

Wo die Röcke kurz und die Nächte lang sind, verkehrt das gemeine Woo-Girl (jedweden Geschlechts). Am primär im Rudel in die Welt krakehlten, namensgebenden Lokruf erkennbar, lässt es sich gerne auf “was einladen” und zwar am liebsten von Herren eines gewissen Alters. Spaß hat man dabei vor allem, damit alle anderen sehen, wie viel Spaß man hat. Macht den Löwenanteil an Salzburger Polterrunden aus.

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Anzutreffen in: Half Moon, Take Five

Der Festspielgast

Noblesse oblige: Der Festspielgast ist ein auch außerhalb der Festpielzeit anzutreffender Typus, der gerne in Frack und Abendkleid auftritt. Um dem Pöbel zu entgehen nimmt man keinen Meter zuviel an Fußweg in Kauf und lässt sich gleich per Taxi-Limousine vor das favorisierte Wasserloch kutschieren. Dort gibt es Samtfaeuteuils und Zigarrendunst und Gespräche darüber, dass Kaviar schon wieder teurer geworden ist.

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Anzutreffen in: Sacher Bar, Hôtel Bristol

Der Jungstundent

Man ist neu in der Stadt und hat schon von älteren Kommilitonen gelernt, dass man den Rudolfskai zu meiden hat, wenn ein Mindestmaß an Niveau gewahrt werden soll. Deswegen frequentiert man Beisln, die ein bisschen ranzig ausschauen und intellektuelles Potenzial versprechen und moniert dort bei günstigem Bier mit dem Rest des Inhalts, dass das Schnaitl nicht mehr das ist, was es einmal war und es noch nichts gibt, das das Backstage auch nur irgendwie ersetzen könnte. Dass man keines der Lokale im Vorher-Zustand gekannt hat, ist dabei nebensächlich.

Anzutreffen in: Denkmal, Times

Der Alko-Snob

Wenn man sich schon auf einen Barhocker bequemt, dann muss das Glas schon mit etwas gefüllt sein, dass den eigenen, fürwahr hohen Ansprüchen genügt. Boutique-Gin und Craft Beer sollen dabei gefälligst in mundgeblasenen Gläsern aus dieser kleinen dänischen Manufaktur serviert werden. Und, dass man diesen einen Cocktail aus Berlin Mitte immer noch nicht auf der Barkarte findet, zeigt nur wieder, wie provinziell Esbitschi eigentlich ist. Dass man dabei eigentlich keine Ahnnung hat, was eigentlich der Unterschied zwischen Whiskey und Whisky ist, braucht dabei keiner zu wissen.

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Anzutreffen in: Mentors, Little Grain

Der Genusstrinker

Abgesehen von all den anderen Kretins da draußen hat der Genusstrinker (m/w) so viel Ahnung vom Inhalt seines Glases, dass er ihn beim bloßen Hinschauen schon chemisch analysieren könnte. Jahrgänge und Stammwürzegrade kennt er besser, als seine Schwiegermutter und mit dem Servieren seines Orange-Weins und Trappisten-Biers betraut er nur ausgewählte Barbesitzer. Das macht die Auswahl an Trinkgelegenheiten zwar schnell recht klein, die Genusstrinker-Konzentration an gewissen Orten dafür umso höher.

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Anzutreffen in: Enoteca Settemila, Alchimiste Belge

Das Rudel aus dem Flachgau

Man ist auf Ausflug in der großen Stadt, will sich so richtig die Kante geben und teilt dies der Welt ganz unmissverständlich mit. Vorgeglüht wird per Dosenbier in der S-Bahn und damit der Kulturschock nicht zu groß ist, verbringt man auch den Rest des Abends mit Gerstensaft, etwa im Stiegl Keller, da war schließlich auch der Papa schon. Damit man unmissverständlich als zusammengehörig empfunden wird, gibt es bei besonders motivierten Runden Themen-T-Shirts. Besonders oft in der Zeit um den Rupertikirtag zu beobachten.

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Anzureffen in: Stiegl Keller, City Alm

Der Designated Driver

Wer Verzweiflung am eigenen Leib erfahren möchte, der gehe mit dem Designated Driver auf Tuchfühlung. Er/sie klammert sich stoisch an einer Flasche Fritz Cola fest, während um ihn die Woo-Girl-Apokalypse hereinbricht. Mit Bier übergossen und mit Tinitus vom Wummerbass kutschiert er die Rauschkugeln, deren Hüter er ist, in den Morgenstunden zurück nach Aigen, Liefering oder Bergheim und schwört Rache. Spätestens am nächsten Wochenende.

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Anzutreffen : Überall, wo der menschliche Inhalt seines Fahrzeugs hineinfällt

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