Die größten Food-Trends 2016 – und wo man sie in Salzburg findet

Es heißt ja irgendwie immer, dass Salzburg dem Zeitgeist stets ein wenig hinterherhatscht. So, im Sinne der Jugendkultur etwa, oder der Mode. Oder auch, was kulinarische Trends angeht. Während man zwar ein wenig verstohlen auf den Rest der Welt schielt, treffen Trends hierzulande meist erst mit ein paar Jahren Verspätung ein. Man kenn ja schließlich das Sprichwort mit dem Bauern und dessen Mut zum unbekannten Essen. Oder? Ich hab mich ein wenig umgesehen, wie sich die Mozartstadt im Bereich Foodstrends schlägt – und bin fast ein wenig überrascht über meine Bilanz. Wo Salzburg im Bereich Foodtrends steht? Bitteschön.

1. Pulled Pork

Ok, wer hier keine Ahnung hat, wovon ich rede, hat nicht wirklich gelebt. Pulled Pork (oder nach dieser Manier auch Chicken) ist ein Stück Schwein, das lange, lange, lange bei Niedrigtemperatur und in einer würzigen Sauce im Ofen gegart wurde, bis es quasi von selbst auseinanderfällt. Essen tut man es für gewöhnlich im Burgerbrötchen, gerne mit einer Portion Coleslaw. Wer sich in Salzburg Pulled Pork genehmigen möchte, tut dies wahlweise in Susie’s Diner oder beim Ludwig. Und feinste südamerikansiche Dinge nach Pulled Pork-Manier bekommt man im Taco bei den Cabreras. Große Empfehlung!

pork-1329681_1280

2. Eingelegtes und Fermentiertes

Falls jetzt befürchtet werden sollte, dass ich hiermit Sauerkraut meine: Ja, meine ich tatsächlich – unter anderem. Der Trend zum Eingelegten ist hierzulande nicht ganz so aufsehenerregend, da man es hier quasi von Klein auf kennt, dass Mama, Papa und Oma die überbordende Zwetschgenernte aus dem Garten in hausgemachte Konserven verwandeln. Wer sich auf die ganz trendige Art mit haltbargemachtem Obst und Gemüse beschäftigen mag, könnte aber etwa das Hibiskus beehren: Dort pflegt man die ur-koreanische Kunst des Kimchi – und man kann sich in diese im Rahmen von Kursen sogar einführen lassen. Wer trotz allem lieber Sauerkraut und Marillenkompott hat, wird stattdessen auf der Schranne fündig.

countryside-dining-table-489652_1280

3. Street Food

Es ist ein Naturgesetz, dass Dinge automatisch doppelt so gut schmecken, wenn sie nur aus einem Truck auf einem Parkplatz serviert werden. Oder auf einem Marktstand, wahlweise. Wem die Heiße Kiste als Streetfood-Lieferant zu fad ist, der wendet sich in Salzburg etwa vertrauensvoll an den Mucho Gusto und versorgt sich dort etwa mit Chicken Tinga, oder man halte nach dem nächsten Foodtruck Roundup Ausschau. Facebook weiß meistens Bescheid.
Cabreras

4. Craft Beer

Craft Beer ist im Grunde Bier aus Kleinbrauereien. Und die gibt es hierzulande mittlerweile zuhauf. Wobei: Im internationalen Vergleich sind sogar hiesige Großbrauereien wie des Salzburgers liebstes Stieglbräu im Grunde Craftbeer, auf die Menge kommt es an. Wer sich durch die multinationale Biervielfalt kosten mag, kann dies in Salzburg vielerorts tun. Sehr kompetent ist man etwa im Bottleshop, bis Spätnachts zum Flaschenbierkauf geht man in die Trumerei und wer eine Bierverkostung mit ausgefallenen Dingen haben mag, der wende sich vertrauensvoll an die Biersommeliers bei Stiegl. In deren Brauwelt schlummern nämlich im Verborgenen Dinge, die hat man noch selten gesehen.

Tour de Bier Salzburg (9 von 22)

5. Nose to Tail

Es ist ein edler und noch viel zu wenig verfolgter Gedanke, ein Viech von der Schnauze bis zum Schwanzerl in Essbares zu verwandeln. So, ganz ohne Überreste. Gibt man dieser Praktik einen stylishen Namen, redet man von Nose to Tail und findet in den Großstädten dieser Welt schon eigens an diesem Gedanken festgemachte Restaurants. In Salzburg sucht man diesbezüglich ein bisschen länger und muss sich ein wenig aus der Stadt hinausbewegen und im Goldegger Hecht r120 einkehren. Dort isst man die Kuh vom Bries bis zum Beuscherl – und das auf Haubenniveau.

Food Blog Award 2 (8 von 12)

6. Asiatische Küchen abseits von China, Japan und Thailand.

Der verwöhnte Gaumen verreist gern – und tut dies aktuell vor allem gern im asiatischen und afrikanisches Raum und in Länder, die man noch nicht ganz so in- und auswenig kennt, wie die Karte der Thaibude nebenan. Besonders stylish sind dabei Küchen wie die koreanische, durch die man sich im bereits erwähnten Hibiskus wunderbar kosten kann, wer Gusto auf Sri Lanka hat, besucht in Salzburg das Coco im Kiesel und wer einen Abstecher auf den Himalaya verkosten möchte, wendet sich vertrauensvoll an das Kathmandu in der Moosstraße.

asiatisch essen salzburg (5 von 8)

7. Orange Weine

Orange Wein ist Weißwein, der wie Rotwein hergestellt wird – also mittels Maischegärung. Dadurch gewinnt er eine goldig-orangene Farbe, eine gewisse Natürlichkeit und ziemlich spannende Geschmacksvarianten. Wer sich das in Salzburg anschauen mag, der wendet sich vertrauensvoll an die Enoteca Settemila in der Bergstraße, dort wir man diesbezüglich nicht nur bestens versorgt, sondern auch bestens beraten.

yaoyao-1-von-1

8. Was man noch nicht findet:

Nun aber auch noch kurz zur Kehrseite der Medaille: Was man international gerade enthusiastisch in sich hineinstopft und was es in Salzburg noch nicht gibt? Bittesehr: Uns entgeht etwa aktuell noch der Zauber des Banh Mi, das sind vietnamesische, gefüllte Baguettes, die das Beste aus Orient und Okzident verbinden. Und fehlt ein gutes Ramen-Lokal, das uns japanische Nudelsuppen auftischt. Im Bereich Hybrid Food (z.B. Ramenburger, Cronuts, Sushi Rolls) gibt es auch noch wenig bis nix. Was Länderküchen angeht, die gerade hoch im Kurs sind, fehlt uns die vielfältigen afrikanischen Länderküchen ebenso, wie Israel oder der Libanon, oder die Karibik. Aber, naja, man kann ja nicht alles haben.

Fotos Pulled Pork und Kimchi: Pixabay

You May Also Like