Wir müssen über authentisches mexikanisches Essen reden.

Es ist ja meistens so: Wenn man hierzulande in ein Lokal mit internationaler Küche einkehrt, hat man als Durchschnittsalpenländler meistens keine Ahnung, was man da gerade tut. Egal, ob man dabei einen Thai, einen Vietnamesen, einen Inder oder, sagen wir, ein mexikanisches Lokal frequentiert, kennt man Kulinarik und Kultur des Landes, in das man gerade einen gastronomischen Ausflug macht, maximal von der Papierfaltkarte des Lieferdienstes, der kürzlich am heimatlichen Postkasten zu Besuch war. Oder vom All Inclusive-Club am Touristenstrand der jeweiligen Destination. Dementsprechend verzerrt sind hierzulande die Vorstellungen von authentischen Gerichten aus Ländern, die man nicht gerade per Wochenend-Kurztrip an die Adria erreicht. Grund genug, sich einmal damit zu beschäftigen, wo man denn eigentlich tatsächlich authentisches Essen aus Ländern kriegt, die man nur aus dem Geografieunterricht kennt – und was unsere Vorstellung von internationalen Landesküchen eigentlich so verzerrt hat.

Salsa Workshop Cabreras (3 von 10)

Das Thema das authentischen internationalen Essens, was es eigentlich zu diesem macht und inwiefern Einflüsse des “Gastlandes” kulinarisch legitim sind, treibt mich schon seit einiger Zeit um. So habe ich etwa einmal das Experiment unternommen, mit einer Chinesin aus meinem Bekanntenkreis ein All you can eat-Asiabuffet zu besuchen (Resultat: Verwirrung, über die ich wohl auch einmal schreiben sollte) und: Ich habe im Rahmen des diesjährigen Eat and Meet einen Salsa-Kurs bei den Cabreras besucht. Mit Salsa meine ich hiermit übrigens nicht den Tanz, sondern die in Mexiko omnipräsenten Dipsaucen, die man in tausend und einer Variation durch den Mixer oder Mörser jagt.

Willkommen im mexikanischen Dorf

Gerade über die mexikanische Küche scheint besonders viel Verwirrung zu herrschen, denn: Besucht man hierzulande einen “Mexikaner”, findet man auf den Menükarten Dinge, wie fettig frittierte Chicken Wings, Kahuna-Burger, chipsartige Tacos mit Faschiertem oder Ripperl. Eh alles gut, aber eigentlich primär texanisch. Was ich auch erst seit Kurzem weiß: Echte Tacos werden aus kleinen, weichen Fladen gemacht, die Knuspervariante ist ebenso eine amerikanische Erfindung, wie der Burrito, Fajitas oder überbackene Enchiladas. Nachos wurden zwar in Mexiko erfunden, aber für die gelangweilten Ehefrauen der dort stationierten amerikanisches Militärs. Auch interessant.

Salsa Workshop Cabreras (5 von 10)Brunch Cabreras (4 von 5)

Ode an die Salsa

Und: das Thema Salsa ist auch noch ein ziemlich brennendes (im mehrfachen Sinne). Ich fordere hiermit: Teer und Federn für jeden, der fertige Salsa im Chipsregal beim Billa kauft! Was man dort im Schraubglas erwirbt, hat mit hausgemachten mexikanisches Salsas (die es in unendlich vielen Variationen gibt und die zu quasi jeder Mahlzeit gehören) ungefähr so viel gemein wie ein Schokodonut mit einer Sachertorte. Viel schöner und kreativer ist es, das gute Zeug einfach selbst zu machen. Was man dazu verwenden kann? Diverses, wie ich gelernt habe. Von im Ofen gerösteten zu rohen Tomaten, frischem oder im Ofen weichgebackenen Knoblauch über frischem Zwiebel und Koriander bis hin zu Erdnüssen, Chilis in unendlicher Vielfalt und bestem Öl (etwa Avocado, die lieben eh alle grad so sehr) ist fast alles erlaubt und schmeckt. Wer genug Armschmalz mitbringt, zermahlt das alles mit einer Prise grobem Meersalz im Mörser zu feinen Pasten, Faule schnappen sich einen Zauberstab oder Standmixer, der tut’s fast genauso gut.

Salsa Workshop Cabreras (4 von 10)Salsa Workshop Cabreras (9 von 10)

Iss was G’scheits (und trink was dazu)

Apropos Salsa-Kurs bei den Cabreras: Dort kann man ja nicht nur wie jüngst präsentiert sehr gut Kaffee trinken und Kuchen essen, dort gibt es auch wunderbares mexikanisches Essen – garantiert frei von fettigen Chickenwings. Auf der Karte findet man etwa Tacos mit gezupftem Huhn oder Schweinefleisch nach Maya-Art in Orangen-Chilisauce, Quesadillas, Sopa de Tortilla oder Guacamole im Lavasteinmörser oder Tostadas mit Fisch. Und: Man kann diverse schöne Dinge für die mexikanische Heimgestaltung kaufen, angefangen vom Heuschreckensalz (das ist Salz MIT Heuschrecken, nicht Salz gegen Heuschrecken) bis hin zu einer großen Auswahl an Tequilas. Alternativ könnte man übrigens auch dem Mucho Gusto einen Besuch abstatten – der parkt als Foodtruck jeden Tag an anderem Orte, nachzulesen auf der Mucho Gusto-Webseite.

Und noch apropos Tequila: Was ich jetzt auch weiß, ist, dass in eine echte Margarita (das Getränk, nicht die Pizza) gar kein Cointreau gehört – den kippen ahnungslose Europäer und Amis nur hinein, um den Geschmack des hierzulande meist minderwertigen Tequilas zu übertünchen. Der echte “Stoff” hat dazu schon genug Aroma und kann im Umfang einer Magrarita ebenfalls bei den Cabreras verkostet werden.

Margaritas cabreras (1 von 3)

Eventtipp zum Schluss

Und dazu nun noch einen Tipp: Am Samstag dem 25. Juni 2016 von 12-22.00 Uhr feiern die Cabreras eine Fiesta Mexicana zum zweijährigen Jubiläum! Es gibt Livemusik. mexikanischen Grill und eine Margarita Happy Hour von 17-18.00 Uhr. Sehen wir uns dort?

Salsa Workshop Cabreras (2 von 10)

Transparenz: Dieser Beitrag entstand unabhängig, aus freien Stücken und ohne eine Gegenleistung seitens der Cabreras.

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