Indiana Jones, Kartoffelbauern und Geldfälscher: die Salzburger Landesausstellung 2016

Das Jahr 2016 ist aus mehrerlei Hinsicht ein Jubeljahr für Salzburg. Einerseits feiert man die 200-jährige Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich, andererseits freut sich Salzburg zum ersten Mal seit zwölf Jahren über eine großangelegte Landesausstellung, die ebenjenem Umstand Tribut zollt. Herz der Schau „Bischof.Kaiser.Jedermann.“ ist eine dreiteilige Ausstellung im Salzburg Museum, die sich verschiedenen Aspekten und Ereignissen der letzten 200 Jahre widmet – und dabei greifbar macht, wie sehr sich eine Region binnen 200 Jahren verändern kann.

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Römische Mosaike, Falschgeld und Anbauanleitungen für die gemeine Kartoffel – alle drei spielten eine mehr oder weniger bedeutende Rolle in den letzten zwei Jahrhunderten im Salzburger Land. Und alle drei erzählen exemplarische Geschichten über eine Stadt in turbulenten Zeiten. Die Schau „Erzähl mir Salzburg!“, eine der drei Ausstellungen in den Räumlichkeiten des Salzburg Museums, macht die Geschichte der Stadt anhand von einzelnen Objekten greifbar. Sei es das römische Archeloos-Mosaik, das verhinderte, dass Constanze Mozart die Enthüllung des Mozartdenkmals miterlebte, ein Topf geschliffener Münzen, die von der Kreativität der Salzburger bei der Geldvermehrung zeugt oder ein Handbuch zum Kartoffelanbau, das die skeptischen Salzburger Bauern von der Güte der braunen Knolle als Grundnahrungsmittel überzeugen sollte – im Zuge der Wanderung durch den ersten Stock des Salzburg Museums setzt sich das Salzburgbild anno 1816 aus zahlreichen kleinen Eindrücken wie ein Puzzle zusammen.

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Die Geschichte ins Heute holt die zweite Schau im Erdgeschoss des Hauses. In Langzeitaufnahmen werden mit „Am Schauplatz“ geschichtsträchtige Salzburger Orte dokumentiert, die heute viel unspektakulärer wirken, als sie einst waren. Darunter etwa das Salzburger Walserfeld, seinerseits Schauplatz der größten Schlacht, die je auf Salzburger Boden stattfand. Aufmerksame Spaziergänger finden dort immer noch gruselige Schätze und Überbleibsel der großen Schlacht – Indiana Jones hätte wohl seine Freude.

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Die absoluten Highlights der Landesausstellung finden sich im dritten Teil der Schau, in dem die „Schatzkammer Salzburg“ geöffnet wird. Verloren geglaubte und im Mahlstrom der Geschichte verschwundene Kunstobjekte werden hier in einer großen Schatzkammer der Salzburger Kunst wiedervereint – angefangen beim antiken Jüngling vom Magdalensberg über die Prunkrüstung des Erzbischofs Wolf Dietrich bis hin zu kostbaren Salzburger Handschriften aus romanischer Zeit.

Übrigens: Wer eine Pause vom Ausstellungsbesuch braucht, findet innerhalb der Ausstellungsräume den Zugang zur Wohl schönsten Dachterrasse der Salzburger Altstadt samt eines Kaffeeautomaten zur Selbstbedienung – und so hat das Salzburg Museum gleich noch eine Überraschung bereit.

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Bischof.Kaiser.Jedermann.

Landesausstellung Salzburg 200 Jahre bei Österreich
Salzburg Museum
Mozartplatz 1
5010 Salzburg

30. April — 30. Oktober 2016
Öffnungszeiten: Di bis So 9 – 17 Uhr

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