Ich habe gelernt, wie man Salzburger Nockerl macht und kann jetzt in Frieden sterben.

Transparenzhinweis: Wir durften den Kochkurs kostenlos testen. Vielen lieben Dank!

Mir wurde einmal von einer recht gut informierten Person gesagt: Solange ich es nicht fertig bringe, halbwegs essbare Salzburger Nockerl zu fabrizieren, wäre ich nicht würdig, mich eine wahre Einwohnerin dieser Stadt zu nennen. Hui. Scharfe Ansage, mordstrum Herausforderung. Weil: Die zusammengefallenen, brettlebenen, unesssbar patzigen Salzburger Nockerl aus Produktion des gemeinen Laienkochs stehen schon quasi sprichwörtlich für das Versagen an gewissen Küchentechniken, die man “vor dem Heiraten” eigentlich können sollte. Sagt zumindest der Volksmund. Und nachdem die Gute Güte Aufgaben, an denen sie nur scheitern kann, seit jeher gern aus dem Weg geht, schummelt sie sich seit mittlerweile einem Jahrzehnt erfolgreich an den Salzburger Nockerl vorbei und schämt sich ein bisschen dafür.

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Doch dann kam eines Tages eine Einladung ist digitale Postkastl geflattert, die endlich den strahlenden Ausweg aus der Misere bringen sollte: Die Edelweiss Cooking School bittet zum Kochkurs für Salzburger Nockerl und Apfelstrudel. Und nachdem händisches Strudelteigziehen ebenfalls zu den Dingen zu rechnen ist, die ich nicht einmal im Traum ohne fachmännische Anleitung versuchen würde, begab man sich eines schönen Abends auf den Ursulinenplatz in eine heimelige Mönchsbergkaverne und machte sich gemeinsam mit Edelweiss-Chefkoch Johann ans Werk.

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Allen, die nicht wissen, was man sich unter Salzburger Nockerl eigentlich vorstellen soll, sei gesagt: Dieses Kronjuwel der Salzburger Küche ist im Grunde ein süßes Soufflé aus Eischnee, Zucker und ein wenig Mehl, platziert in einem Bett aus (zum Beispiel) Preiselbeeren und gebacken in Form der geologischen städtischen Dreifaltigkeit. Sitzen nämlich nicht abgezählte drei Gupf in der Nockerlform, entsprechen diese nicht den drei Stadtbergen Mönchsberg, Kapuzinerberg und Rainberg und sind daher auch keine originalen Salzburger Nockerl. Daher der Tipp: Man möge dieses kulinarische Sakrileg doch vermeiden.

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Die Herausforderung in der Produktion liegt also darin, möglichst viel Luft in den Teig zu bekommen und diese dort zu halten. Das heißt: Eischnee ordentlich aufschlagen, feste Zutaten möglich rasch und ohne größere Erschütterungen unterheben, beim Nockerl abstechen möglichst wenig herumfuhrwerken und möglichst das Backrohr nicht aufreissen, bevor die Nockerl ihren gewünschten Aggregatzustand erreicht haben.

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Und, was soll ich sagen, wenn einem dabei geholfen wird, geht die Sache doch recht einfach vonstatten – gerade dann, wenn man außerdem noch den fiesen Köchetrick verraten bekommt, doch ein bisserl Vanillepuddingpulver in die Eischneemasse zu mischen – um eine gewisse Standfestigkeit zu gewährleisten. Vanillepudding ist demnach Viagra für Salzburger Nockerl. Gut zu wissen!

Ich lenke jetzt nicht weiter mit Fotos von Apfelstrudel ab und sage: Wer es einmal selber probieren mag: Ich darf hiermit Johanns Originalrezept für Salzburger Nockerl präsentieren:

Man nehme:

  • 8 Eiweiß
  • 100 g Zucker (= ca. 3 EL)
  • 3 Eigelb
  • 1 TL Vanillepuddingpulver
  • 1 TL Mehl
  • zerlassene Butter und Preiselbeermarmelade für die Form
  • Staubzucker zum Bestreuen

 

Und so geht’s:

1. Eine ovale Auflaufform mit zerlassener Butter einstreichen und den Boden mit Preiselbeermarmelade bedecken.

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2. Mit dem Handrührgerät das Eiweiß steif schlagen, den Zucker zufügen und noch etwa eine Minute weiterrühren.

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3. Mit einem Schneebesen vorsichtig die Eigelb und das Mehl unterheben.

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4. Mit der Teigspachtel nacheinander drei große Nockerl vom Teig abstechen (dabei am besten die natürliche Rundung der Rührschüssel als Form verwenden) und vorsichtig hintereinander in die Auflaufform setzen.

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5. Im vorgeheizten Rohr bei etwa 200°C backen. Mit Staubzucker bestreuen und sofort (das ist KEINE ÜBUNG!) servieren.

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Wer Angst vor diesem Rezept und Lust auf einen Kochkurs hat (allein, im Freundeskreis oder beim Junggesellinnenabschied, auf englisch oder deutsch), dem sei der Kochkurs in der Edelweiß Cooking School wärmstens ans Herz gelegt. In etwa zwei Stunden lernt man den gefürchteten Salzburger Nockerl den Kampf anzusagen, zieht unter Anleitung den perfekten Strudlteig, bekommt eine feine Gulaschsuppe serviert und verkostet anschließend die selbstgemachten Köstlichkeiten.

Alle Infos zu Kurs und Terminen gibt es auf der Facebookseite der Edelweiss Cooking School.

Mahlzeit!

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