Gastrokritik: Ludwig Burger Salzburg

Als wohl letzter Mensch der Welt hab ich es nun doch ENDLICH in den neuen heißen Schuppen der Stadt geschafft. Und zwar in den Ludwig, seines Zeichens der jüngste Neuzugang unter den Burgerlokalen Salzburgs. Mit dem gleichen Namen behaftet, den auch der große Bruder in Innsbruck trägt, residiert der Herr Ludwig seit einigen Wochen im Bruderhof unweit der Linzer Gasse in der rechten Altstadt – und ist seit dem ersten Griff des ersten Gastes nach der jungfräulichen Türklinke quasi durchgehend ausgebucht.

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Ich hab in den den letzten drei Wochen schon zwei mal versucht, ohne Reservierung einen Tisch im Ludwig zu ergattern und bin bis dato immer kläglich gescheitert – bis Herr und Frau Ginger schlussendlich den Telefonhörer zur Hand nahmen und dankenswerterweise ein Double Date arrangierten. Und so hab ich es nun doch endlich geschafft, dem Ludwig einen Besucht abzustatten. Tipp eins lautet also: Leute, reserviert euch einen Tisch. Ihr werdet sonst kein Glück haben.

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Vorneweg muss ich ja zugeben: Bei der Kenntnisnahme, dass noch ein Burgerschuppen in Salzburg aufsperrt, gab es seitens Güte & Umfeld zuerst mal ein entnervtes Augenrollen. Weil: Haben täte man eh schon recht viele, zugegebenermaßen, angefangen beim Bio Burgermeister über die Pommes Boutique bis hin zur Burgerista in der Griesgasse. Dementsprechend betrat man die heiligen Hallen des Ludwig schon quasi mit der vorgefassten Meinung, ihn gar nicht mögen zu wollen. Und, oh, fiel uns das ab der Türschwelle schon schwer.

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Urteil eins fasste die Ginger mit dem schönen, sehr zitablen Satz: “Man vergisst hier drin fast, dass man in Salzburg ist” – geschuldet ist dieser Ausspruch dem massiv schicken Interieur des Ludwig, das ein bisschen industrial angehaucht ist und schon fast Berlin-Schick ausstrahlt. Man könnte es an manchen Ecken und Enden als ein bisschen überstyled bezeichnen – aber wohlfühlen tut man sich durchaus auf den ledernen Diner-Bänken und unter den Emaille-Lampenschirmen.

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Weiter ging es nicht weniger positiv: Der Service ist herzlich, die Karte beindruckend umfangreich, die aufgelisteten Lieferanten lassen aufhorchen: Das Fleisch bezieht man von regionalen Biobauern, die Brioche-Buns vom Bäcker Funder, den Käse aus dem Mattigtal. Klingt nach einer runden Sache. Ebenso abgerundet ist die Servicierung aller möglichen Ernährungs-Spezialwünsche. Es gibt vegane Burger, eine low-carb Variante, Gluten- und Laktosefreiheit, so verlangt.

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Bestellt haben wir schlussendlich quer durch die Karte: ein paar Cheeseburger (ein mal mit extra Pilzen, ein mal mit Cheddar, ein mal mit Gorgonzola),  den enigmatischen Ludwigburger (mit Pattie UND Pulled Pork), Zwiebelringe, Süßkartoffel-Fritten, Coleslaw, einen Brownie mit Vanilleeis, hausgemachten Eistee und einen Milkshake. Die hausgemachten Pommes waren bei unserem Besuch leider aus. Was ergänzend hinzugefügt werden sollte: Der Ludwig ist eines der wenigen Etablissements, in denen man Trumer Pils in der Halben serviert bekommt. Na dann: Prost und Mahlzeit!

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Unsere Burger kamen vorbildlich medium rare bei uns an, die Extra-Pilze entpuppten sich als kleine Tiroler Bio-Steinpilze bester Qualität, die Süßkartoffelfritten waren ebenso knusprig (man lehre mich diese schwarze Magie, meine werden immer letschert), wie die Onion Rings, die Eistees herrlich wenig süß, das Pulled Pork laut Ginger “geil”. Ein bisschen Kritik gab es für den Coleslaw, der nicht ganz so zu überzeugen wusste. Der Brownie hinterher war ofenwarm und wunderbar, der Milkshake in der kleinen Glasflasche sehr sättigend und sämig.

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Unser Fazit? Obwohl unser gesammeltes Herz immer noch für die Pommes Boutique schlägt, war unser Besuch im Ludwig mehr als erfreulich. Ambiente und Service stimmen, die kredenzten Burger sind fein, die Qualität der Zutaten 1a und der Gesamteindruck ein wunderbarer. Für einen netten Abend bei Burger und Fries? Absolut empfehlenswert.

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Dieser Bericht entstand unabhängig und wurde nicht von Ludwig beauftragt. Unsere Burger haben wir selber bezahlt.

 

Ludwig – Das Burger Restaurant
Linzer Gasse 39

Öffnungszeiten:
Mo-Sa: 11.00-22.00 Uhr

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