DIY: Ostereier natürlich färben mit Blaukraut. Und es geht doch!

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich habe etwas, das ich zwischenzeitlich für quasi unmöglich gehalten habe, schlussendlich doch noch geschafft: Ich habe meine hundsvermaledeiten Ostereier mit einem Kopf Blaukraut (aka Rotkohl) blau gefärbt. Triumph!

Ostereier naturfarben (8 von 9)

Wer meinen Leidensweg aus Snapchat verfolgt hat, weiß vielleicht, dass mir beim Versuch einen Karton weiße Eier zu verbläuen, fast graue Haare gewachsen wären. Im Internet findet man ja an diversen Orten schöne Anleitungen fürs Eierfärben mit Naturmaterialien und mir sind im Zuge meiner Recherche diverse wunderhübsche digitale Bunteier entgegengefallen, deren Rekreation ich mich auf die Fahnen geheftet habe. Meine eigenen Versuche, das online Gefundene in die Tat umzusetzen waren aber, gelinde gesagt, zwecklos. Mit Blaukrautflecken überall und immer noch weißen Eiern in der Hand, wurde schlussendlich die gute und sehr pflanzenerfahrene Mutter angerufen, die uns mit einem beherzten “Schatzi, des geht ned!” sämtliche Illusionen über natürlich blaue Eier nahm und unsere Vermutung bestätigte, dass das Internet lügt.

Ostereier naturfarben (3 von 9)

Diverse Versuchsreihen später kann ich jedoch triumphierend meine blauen Eier gen Himmel recken und verkünden: Und es geht doch!

Das Geheimnis dahinter? Verrate ich allen, die weiterlesen.

Also, das blaue Ostereier-Geheimnis ist eigentlich recht simpel: Die zwei wichtigsten Zutaten in der Produktion von natürlich blauen Eiern sind nämlich Zeit und Geduld. Egal, wie oft ich verschiedene Mischverhältnisse der Ingredienzien des Färbebads ausprobiert habe, es hat alles mehr oder weniger gut funktioniert, wenn ich die Eier nur lang genug im Farbbad belassen habe. Und lang genug heißt: einen ganzen verdammten Tag lang.

Nach Versuchsstrecke eins mit einer Färbedauer von ein paar Minuten, also einer solchen, die man von chemischen Eierfarben her kennt, waren meine Eier nämlich maximal pastellfarben, siehe unten.

Ostereier Rotkohl Blaukraut (5 von 8)

Einen richtig blauen Farbton erzielt habe ich erst, nachdem ich mein Eiergewirks über Nacht im Farbbad vergessen hatte. Und so bringt der Zufall oft die schönsten Ergebnisse.

Wie das alles aber im Detail funktioniert? Erkläre ich jetzt:

Man nehme:

  • Hartgekochte weiße Eier
  • 1 Kopf Blaukraut (Tipp: Die äußeren Blätter färben intensiver als die inneren!)
  • Optional: Apfelessig und Backpulver

 

Ostereier Rotkohl Blaukraut (2 von 3)Ostereier Rotkohl Blaukraut (1 von 3)

 

Und so geht’s:

1. Den Blaukrautkopf mit einem Messer klein hacken und in einen Kochtopf verfrachten. Mit Wasser auffüllen, bis das Blaukraut bedeckt ist und auf den Herd stellen. Zum Kochen bringen und das Kraut etwa 20-30 Minuten auskochen. Spätestens dann sollte die ganze Wohnung nach alten Socken stinken und das Kochwasser eine intensiv violette Farbe angenommen haben.

Ostereier Rotkohl Blaukraut (3 von 3)

2. Nun das Kochwasser abschöpfen, in leere Gurkengläser (o.ä.) füllen und die Eier so einlegen, dass sie zur Gänze mit Farbe bedeckt sind. Nun kommt der Clou: Die etwas unterschiedlichen Farbtöne der Eier und den hübschen Ombré-Effekt erzielt man auf zwei verschiedene Arten:

Erstens: Durch die Länge des Farbbads. Nach etwa 20 Minuten nehmen die Eier einen dezenten Pastellton an, nach einer Nacht sind sie tiefblau.

Zweitens: Durch die Zugabe von Essig und Backpulver. Wird einem Glas voll Farbsud ein Spritzer Essig zugegeben, dreht sich die Farbe etwas ins Rötlich-Violette, gibt man Backpulver hinzu, wird die Farbe grünlich-türkis. CHEMISTRY!

3. Werden die Eier schließlich aus dem Farbbad genommen, können sie noch mit einem Küchentuch etwas gröber abgerieben werden – das gibt die dekorativen Schlieren und Kratzer, die manche meiner Eier haben. Wer das nicht will, lässt die Eier lufttrocknen.

Generell gilt übrigens: Der Farbeffekt, der auf jedem einzelnen Ei erzielt wird, ist sehr individuell, da die Beschaffenheit der Eierschale von Ei zu Ei schwankt und die Farbe so nicht immer gleich und auch nicht immer regelmäßig aufgenommen wird. Natur eben.

Ostereier naturfarben (3 von 3)Ostereier naturfarben (2 von 9)

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