Gastrotipp: Das neue Gustav für alle mit Gusto auf Veganes

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Das mit dem Vegan-Sein ist ja so eine Sache. Ich selbst würde nicht auf Käse, Butter oder hin und wieder mal ein gutes Bio-Ei verzichten wollen. Ich sage aber auch nicht Nein, wenn es darum geht, meinen omnivoren Zutaten- und Zubereitungshorizont zu erweitern, ganz ohne Ei-Ersatz und sonstigem Schnick-Schnack. Daher habe ich also, die eine oder andere Freundschaft riskierend, denn es soll tatsächlich auch radikale Fleischesser geben, das neue vegane Bistro im Andräviertel besucht.

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Seit Mitte November sorgen Denise und ihr Team mit einer kleinen, aber gut durchdachten Auswahl an Speisen für fleischfreie „Glücksvermehrung“ bei den Salzburgerinnen und Salzburgern. Neben drei Frühstücksvarianten – gesund, deftig und süß – stehen Montag bis Samstag Suppe, Salat, Smoothies und warme Sandwiches zur Auswahl. Ich war so mutig, nach dem Sandwich des Monats zu fragen, und wurde mit knusprigem Fladenbrot mit Sellerie-Schnitzel, Preiselbeeren und Sauce Tartare belohnt. Paniert wird mit Sojamilch und Wasser und auch die Sauce Tartare mit Sojajoghurt könnte man fast, aber nur fast, mit ihrem nicht-veganen Vorbild verwechseln.

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Für den nicht so großen Hunger werden Rohkost-Kuchen und eine täglich wechselnde Süßspeise kredenzt. Die Nachfrage ist groß, für das Tiramisu mit rohem Kakao war ich leider zu langsam und auch zu Nuss-allergisch. Stattdessen gab es Cheesecake, der ja genau genommen keiner ist (Soy-Yogurt-Cake klingt nunmal nicht so nett), aber dennoch überraschend saftig war. Und ich schreibe das mit einer gewissen Expertise, schließlich kann ich stolz behaupten, irgendwann zwischen Uni-Abschluss und heute Cheesecake-Tasting erfolgreich zu einem Hobby gemacht zu haben. Aber zurück zu vegan. Die Gastgeberin lebt seit vier Jahren frei von Tierprodukten und hat sich mit dem GustaV einen langjährigen Traum erfüllt. An der Speisekarte wird laufend gearbeitet, die Zutaten sind regional und biologisch, wo möglich. Ziel ist es, den Einsatz von Sojaerzeugnissen schrittweise zu reduzieren, was man durchaus gut finden darf.

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Herzstück des kleinen Lokals ist die offene Bar, in der Denise die Kaffee- und Teespezialitäten zubereitet. Ersterer kommt vom Rösthaus 220 Grad, der Bio-Tee aus den entzückenden Pukka Herbs Packungen. Entscheidungen auf Basis des Verpackungsdesign treffen kann man schon machen, finde ich. Und da auch die Kaltgetränke-Karte einiges für Salzburger Verhältnisse doch recht Exotisches hergibt – darf es vielleicht Kräutercola, Gurken- oder Algenlimo sein – bleibt man (ich) schnell auch mal etwas länger sitzen. Lesefutter gibt’s gratis dazu, mit Flow Magazin und Kumpanen, eh klar. Und wer dann immer noch hungrig und vegan ist, kann auch in einer Auswahl an Spezialaufstrichen im Glas von der Veganen Metzgerei in Bayern schmökern.

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Ich werde mich hüten, an dieser Stelle ein Fazit zum Vegan-Sein an sich abzugeben. Ethik, Dogma, Lebensgefühl hin oder her. Mein Frühstücksei mag ich nach wie vor nie und nimmer missen. Sellerie-Schnitzel und Soy-Yogurt-Cake haben dennoch ihre Berechtigung und das GustaV ist einfach ein nettes Plätzchen. Und nicht zuletzt ein heißer Tipp für lästige Allergiker wie mich. Da wird mitgedacht und vorgewarnt und das ist hierzulande – Salzburg, Österreich, Nordhalbkugel – wirklich viel wert.

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www.gusta-v.at
Wolf-Dietrich-Straße 33
5020 Salzburg

Öffnungszeiten:
Di – Sa: 9 bis 18 Uhr
So & Mo geschlossen

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