Salzburg: Tour de Vielfalt

Die Gute Güte

 

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2016. Die hier enthaltenen Informationen könnten möglicherweise veraltet sein.

“Salzburg ist bunt – und das ist auch gut so.” Unter diesem Motto wird im Jänner und Februar der Salzburger Monat der Vielfalt ausgerufen. Im Rahmen von Ausstellungen, Vorträgen, Rundgängen, Gesprächen und Lesungen präsentiert sich dabei jenes Salzburg, das der Stadt Buntheit und Leben verleiht. Ich war spazieren und habe erkundet, wo in Salzburg man auf diese Vielfalt stößt. Was ich gefunden habe und wer mir begegnet ist, davon erzähle ich hier.

 

LGBT – Lesbisches, schwules, bi- und transsexuelles Salzburg

Wo die Regenbogenfahne weht, liebt jeder, wen er will – auch im erzkatholischen Salzburg, das sich einer bunten und lebensfrohen Gayszene erfreut. Auf Bollwerke des LGBT-Lebens stößt man in Salzburg allerorts, angefangen von der farbenfrohen, feierlustigen Crowd in den lokalen Gaybars bis hin zum HOSI, der Homosexuelleninitiative, die die Interessen der LGBT-Community vertritt und Organisatorin des größten Salzburger Gay-Clubbings ist, des HOSI-Fests in der ARGEkultur. Die authentischste Gaybar Salzburgs findet man übrigens in der Glockengasse, wo Regenbogenfahnen der Weg ins 3Stein weisen. Und. Einen kompletten Guide zum schwulen Partysalzburg gibt es von Sasa bei Fräulein Flora.

Hosi Salzburg (1 von 1)

 

Frauen – das feministische Salzburg

Um die gesellschaftlichen Anliegen der Salzburger Frauen bemüht sich das städtische Frauenbüro. Dieses präsentiert nicht nur die oft übersehenen historischen Frauen der Stadt im Rahmen von Spaziergängen, es verleiht mit dem Troll-Borostyáni-Preis auch eine Auszeichnung für das Engagement um Frauenthemen, das nach einer starken Salzburger Frauenfigur benannt ist. Der Equal Pay Day und damit die Gehaltsschere zwischen Frauen und Männern ist ebenfalls ein Thema, das im Frauenbüro untergebracht ist, man veranstaltet zudem öffentliche Selbstverteidigungskurse für Frauen und unterhält den Frauensalon, mit Vorträgen und Diskussionsrunden zu Frauenthemen.

Winter Mirabellgarten (14 von 18)

 

Religionen und Interkulturalität

Wer schon einmal mit offenen Augen durch Schallmoos gegangen ist, den Salzburger Stadtteil mit der wohl höchsten religiösen Nahversorgerdichte, hat vielleicht schon eine Ahnung davon, welche religöse und kulturelle Vielfalt in Salzburg herrscht. Insgesamt 16 anerkannte Religionsgemeinschaften beherbergt die Stadt, darunter 3 buddhistische Zentren, 10 islamische Vereine, eine Sikh-Gemeinde (deren Vertreter mir vor einiger Zeit erzählten, dass der höchste Feiertag der österreichischen Sikhs im vergangenen Jahr in Salzburg gefeiert wurde!), ein Hindu-Tempel, verschiedene Christliche Gemeinschaften, und eine Niederlassung der Bahá’í-Religion (ja, ich musste auch erst nachlesen, was das ist). Nahestehenden der lokalen Uni werden die KHG und KHJ, die Katholische Hochschulgemeinschaft und -jugend ein Begriff sein, die nicht nur die geilste Mensa der Stadt ihr eigen nennt (nämlich die Triangel – ja, ernsthaft), sondern auch Parties veranstaltet, zum gemeinsamen Gottesdienst, Adventkranzbinden und Müllnerbräubesuch einlädt und diverse Filmabende, Vorträge und Vernissagen organisiert. Ihr gegenüber steht die Muslimische Jugend Salzburgs, die unter dem Hashtag #eskommenmenschen im Rahmen der Flüchtlingsaktion am Bahnhof mit großem Engagement in Erscheinung trat (und dies immer noch tut), für interkulturelles Verständis und Kooperation arbeitet und diverse Freizeitangebote schafft. Die israelitische Kultusgemeinde mit ihrem Präsidenten Marko Feingold hat in der Synagoge in der Schallmooser Lasserstraße ihre Heimat und kooperiert etwa mit dem Zentrum für jüdische Kulturgeschichte an der Salzburger Universität. Ein weiteres universitäres Zentrum wäre das Afro-Asiatische Institut, mit seinem Bildungs- und Veranstaltungsangebot rund um afrikanische und asiatische Kulturen. Mit dieser Aufzählung bin ich freilich noch längst nicht am Ende der religiösen und kulturellen Vielfalt Salzburgs – vielleicht gibt sie aber dennoch einen kleinen Einblick und macht Lust auf die eine oder andere Entdeckungsreise.

Synagoge Lasserstraße (1 von 1)

 

Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung trifft man in Salzburg – zum Glück – fast allerorts an. Obwohl eine Stadt mit einem so ausgedehnten und höchst denkmalgeschützten Kern (man denke etwa an enge Altstadtgassen,oder mittelalterliche Baustrukturen) ein prinzipieller Albtraum vor allem für Menschen mit eingeschränkter Mobilität wäre, gehört Barrierefreiheit zu den wichtigsten Agenden einer vielfältigen Stadt. Es lohnt sich, mit offenen Augen durch die Stadt und ihre öffentlichen Einrichtungen zu streunen und bewusst auf Leitsysteme für blinde und sehbehinderte oder gehörlose Personen zu achten um zumindest ein klein wenig nachzuvollziehen, welche Hürden die einfachsten Wege durch die Stadt oft darstellen können. In der Stadt findet man zudem barrierefreie Spielplätze und Hallenbäder – und mit dem beliebten Rollstuhlparcours des Haus der Natur gewinnt man einen Einblick in die Lebenswelt und das große Geschick von RollstuhlfahrerInnen. Ein Wort: Woah! Übrigens: Wer auf der Suche nach Salzburger Restaurants mit barrierefreier Küche für Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden ist, könnte einmal bei Claudia von Geschmeidige Köstlichkeiten vorbeischauen.

vielfalt (1 von 2)

 

Jugendliche

Ja, auch der Jugend widmet sich das Salzburger Monat der Vielfalt! Um die personifizierte Zukunft der Stadt kümmert sich die Salzburger Jugendbeauftragte, der etwa der Salzbeach samt Beachvolleyballplatz und Strandkörben im Volksgarten zu verdanken ist, die öffentlichen Grafittiwände (inkl. Workshops), die Freizeitangebote des Streusalz oder die DJ-Lounge “ImGarten”. Die Akzente Salzburg, die Jugendaktion des Landes Salzburg, hat in der Salzburger Glockengasse ihre Zelte aufgeschlagen, hilft bei der Jobsuche, widmet sich Mädchen- und Präventionsthemen, schafft vielfältige Freizeit- und Kulturmöglichkeiten, vermittelt Fördergelder für Jugendprojekte und schafft etwa Kontakte zum Landesjugendorchester.

Gratistour (7 von 15)

Wer mehr über das Monat der Vielfalt erfahren möchte, klickt hier und erfährt alles Wissenswerte über Monatsprogramm und Veranstaltungen.

Und ein letzter Tipp: Bis zum 19.2.2016 ist eine öffentliche Ausstellung zur Vielfalt in Salzburg in der Wolf-Dietrich-Halle im Schloss Mirabell zu sehen. 

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