8 coole Frauen aus Salzburg zum #equalpayday*

*Werbung: Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit der Stadt Salzburg.

Jedes Jahr gibt es im Oktober einen Tag, der für die arbeitenden Frauen der Nation ein ganz besonders schwarzer ist. Heuer findet er am 15. 10. statt und wie jedes Jahr heißt er Equal Pay Day. Der Equal Pay Day markiert jedes Jahr den Tag, von dem an Frauen – statistisch gesehen – für den Rest des Jahres gratis arbeiten, und zwar auf Grund der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen. Die Forderung dabei: Gleiches Geld für gleiche Leistung. Was eigentlich logisch sein sollte, ist in der Realität leider noch nicht ganz angekommen.

Wer wissen will, wie groß dieser Gender Pay Gap ist, muss jetzt ganz stark sein – er beträgt im Schnitt ganze 22%.

Sollte die werte Leserin jetzt umgefallen sein, könnte man sich zur Stärkung folgendes Video zu Gemüte führen, das die böse Botschaft etwas freundlicher und dennoch sehr eindrücklich vermittelt:

Gründe für diese Einkommensungerechtigkeit gibt es viele und genauso vielfältig sind die Lösungsvorschläge und Kampfansagen gegen dieses Problem.

Heute möchte ich das Pferd aber von einer anderen Seite aufzäumen und nicht den Ungerechtigkeiten nachgehen, sondern einen Blick drauf werfen, welche großartigen Dinge Salzburger Frauen eigentlich schaffen – und zwar in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft, von Wirtschaft über Medizin bis hin zur Genusskultur und Kunst. Ich präsentiere also: 8 Powerfrauen, die Salzburg ordentlich zeigen, wo der Hammer hängt.

Romy Sigl

Wenn es in Salzburg um Startups, frischen Wind in der Wirtschaft oder kreative Unternehmensideen geht, steckt meistens Romy Sigl dahinter. Die Serienunternehmerin hat mit ihrem Coworking Salzburg den ersten Coworkingspace der Mozartstadt ins Leben gerufen, steht dort JungunternehmerInnen mit Rat, Tat und Charme zur Seite und macht sich daran, die Welt des Coworkings (des gemeinsam Arbeitens von verschiedenen KleinunternehmerInnen im gleichen Büro) nicht nur zu erkunden, sondern auch zu fördern – und zwar auf internationaler Ebene. So baut sie etwa an einem Netzwerk mit anderen Coworkern in Ägypten oder der Griechenland. Und so wird Salzburg plötzlich ganz kosmopolitisch.

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(c) privat

 

Julia Aichinger

Der Häuptling aus Pocahontas bedenkt seine Tochter einmal mit der Aussage, sie “besäße Weisheit weit jenseits ihrer Jahre”. Mit diesem Statement hätte er auch Julia Aichinger meinen können. Dass die junge Künstlerin und Illustratorin erst 19 Sommer zählt und frisch an HTL Salzburg maturiert hat, glaubt man nicht einmal dann, wenn sie vor einem steht.

Gezeichnet wird, “weil ich nicht anders kann”, sagt sie. Und was dabei aus ihrem Stift hervorsprudelt, ist bemerkenswert. In ihren Zeichnungen und Illustrationen geht es um Weiblichkeit, Sexualität und bewusst auch Themen, die polarisieren und schockieren. Sie zeigen Gewalt und Vergewaltigung, Nacktheit und weibliches Selbstbewusstsein, Homosexualität und Körperbilder fernab des Mainstreams und wirken dabei wie Akte von Egon Schiele auf Speed. Aktuell ist Julia in der weiten Welt (ergo: Wien) unterwegs, bleibt zu hoffen, dass sie Salzburg trotzdem gewogen bleibt. Und übrigens: Das Titelbild dieses Artikels ist auch von ihr.

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(c) Julia Aichinger

 

Haliemah Mocevic

Haliemah Mocevic kann man viele Schuhe anziehen. Ihren arabischen Vornamen verdankt sie ihren ägyptischstämmigen Eltern, ihren bosnischen Nachnahmen ihrem Ehemann, aufgewachsen im Waldviertel ist ein breiter Austro-Dialekt ihr Eigen und als Psychologin und Expertin für interkulturelle Kompetenz kennt sie sich nicht nur aufgrund persönlicher Umstände mit Multikulturalität aus, sondern auch in wissenschaftlicher Hinsicht – was ihr den AK-Wissenschaftspreis für gesellschaftsrelevante Themen einbrachte. Ihr persönliches Engagement gilt der Plattform für Menschenrechte und der gesellschaftlichen Partizipation muslimischer Jugendlicher der zweiten und dritten Generation. Ihre Kinder wachsen übrigens dreisprachig auf

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(c) privat

 

Johanna Panholzer

Das Bier ist eigentlich ein Neutrum. Der Hopfen ist Männlich, das Klischee des Biertrinkers auch. Johanna Planholzer allerdings steht mit Nachdruck ihre Frau – und zwar als Diplom-Biersommelière mit ganz viel Leidenschaft. Wer sie über Bier reden hört, bekommt nicht nur Durst, sondern taucht auch ganz tief ein in die Euphorie, die Johanna für das Gebraute hegt. Als sie vor mehr als 10 Jahres ihr frisch ausgestelltes Sommelière-Diplom in Händen hält, ist sie eine der ersten Frauen, die sich professionell mit der Bierverkostung beschäftigen. Wobei dies nicht immer so war, weiß Johanna: “Bis ins 17. Jahrhundert hinein war Bierbrauen Frauensache und ein Braukessel gehörte zur Aussteuer.”, erklärt sie.

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(c) guteguete.at

 

Claudia Braunstein

Wenn man aus Claudia Braunsteins Mund den Satz “Brustkrebs ist sexy” hört, muss man schon genau wissen, wie sie das meint. Vor rund 5 Jahren an einem Mundhöhlenkarzinom – Zungenkrebs – erkrankt, musste sie schon bald erkennen, dass manche Krebsarten einfach größeren Unterstützungswillen hervorrufen, als andere. Erst mit ihrem “Sandlerkrebs” geschlagen und anschließend mit einer bleibenden Sprach-, Kau- und Schluckbeeinträchtigung, lernte die selbstbewusste Mittfünfzigerin bald, sich selbst zu helfen. Auf ihrem Blog “Geschmeidige Köstlichkeiten” beschäftigt sie sich mit genussvollen Rezepten für Menschen wie sie selbst – also solchen, die nur mehr eingeschränkt essen und trinken können.

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(c) privat

 

Alexandra Schmidt

Alexandra Schmidt weiß, was Frauen in Salzburg bewegt. Als Leiterin des Salzburger Frauenbüros kümmert sie sich um Frauenanliegen, organisiert mit ihrem Team frauenspezifische Veranstaltungen und fördert Frauenprojekte.
Das engste Anliegen der Soziologin und überzeugten Feministin Alexandra Schmidt ist dabei das sogenannte “Gender Budgeting”, also  die Verfolgung von Gleichstellungszielen – das passt der Equal Pay Day natürlich wunderbar ins Bild. Aktuell gönnt sie sich ein wohlverdientes Sabbatical und damit eine Pause um sich in einigen Monaten wieder mit voller Kraft Frauenfragen widmen zu können.

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(c) privat

 

Juliana Vorderegger

Wenn es in Salzburg eine Person gibt, auf die die Bezeichnung #girlboss zutrifft, wie auf keine andere, dann ist das Juliana Vorderegger. Die 20-Jährige hatte schon als Kind die fixe Idee, das beliebte Kaffeehaus zu übernehmen. Kaum waren die gastronomischen Sporen in Wien und Salzburg verdient, gab es einen dicken Jungunternehmerkredit – und dann kamen die Bauarbeiter. Denn: Wenn die Jugend das Steuer übernimmt, wird alles anders gemacht, als zuvor. Das neue Schweiger Deli ist nun nicht mehr der Hort von Bananensplit und Plüschfauteuil, sondern von Design, Rhabarberschorle und Hipsteratmosphäre. Das Risiko, das große Stammklientel zu vergraulen, nimmt Juliana dabei in Kauf, ganz gemäß dem Motto, das ihre Kaffeehauswand ziert: “Take the chances while you’re young, so you can tell stories when you’re older.”

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(c) Schweiger Deli

 

Ingrid Tröger-Gordon

Ingrid Tröger-Gordon sitzt als Kulturchefin der Stadt Salzburg an einem ganz besonderen Hebel. Sie steuert die verwaltereschen Geschicke einer Kulturstadt, die in der Welt gerade für ihr reiches Kunst- und Kulturangebot bekannt ist. Und sie wacht dabei über ein Budget von 44 Millionen Euro, das – möglichst gerecht – unter den vielen großen und kleinen Kulturschaffenden der Stadt verteilt werden will. Keine leichte Aufgabe, wie man sich vorstellen kann, gerade in einem Feld, in dem immer zu wenig Geld da zu sein scheint. Ihr Anliegen dabei? Ein besonders verlässlicher Förderpartner für die Kulturschaffenden zu sein, denn auch Kultur braucht Planungssicherheit. Es gilt dabei, ganz individuell den Förderbedarf von Einrichtungen zu beurteilen, dabei auf die Gendergerechtigkeit zu achten – und das Kulturangebot zeitgenössisch zu halten. Das klingt nicht gerade nach angestaubten Mozartperücken, die man vielleicht mit Kultur in Salzburg in Zusammenhang bringen möchte. Privat hegt die studierte Germanistin übrigens eine leidenschaftliche Begeisterung für das Theater und war vor ihrem Engagement in der Stadtverwaltung am Kleinen Theater tätig. Und so, wie sie am Theater am liebsten hinter der Bühne die Fäden zog, tut sie es auch im Rahmen ihrer Beschäftigung in der Salzburger Kulturabteilung.

Ingrid Tröger Gordon
(c) Stadt Salzburg
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