Salzburg: Tour de “Schmeckt nach Urlaub”

Die Gute Güte

 

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2015. Die hier enthaltenen Informationen sind veraltet.

Lasst uns über die echten Probleme reden. Die, die wirklich weh tun, die wie Säure im Magen brennen, praktisch schlaflose Nächte voll Gram bedeuten und aus denen man im Schmerz ihrer Existenz keinen Ausweg weiß. Zum Beispiel jene Probleme, die man mit sich und der Welt hat, wenn die gesamte Facebook-Timeline, der ganze Instagram-Stream und alle WhatsApp-Gruppen der Welt voll sind mit Urlaubsfotos, Leuten, die Bifteki in kleinen Tavernen verspeisen, gebräunten Hot-Dog-Beinen vor Strandkulisse und Sonnenuntergängen an der Adria. Und man selber sitzt im Büro/in der Bibliothek/in der Mietwohnungsküche und weiß genau, dass man wahlweise weder Zeit noch Geld hat, augenblicklich aufzuspringen und auch nach Zakynthos zu fahren. Oder nach Rovinj, ist doch eigentlich ganz egal in dem Moment.

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Zeit, etwas daran zu ändern, hat sich die Gute Güte gedacht und ist mal wieder durch die Stadt getourt. Und zwar auf der Suche nach gastronomischen Einrichtungen, die zumindest vorübergehend vergessen machen lassen, dass Salzburg nicht am Meer liegt und uns den Frust in schönem Rotwein, Raki oder Retsina ertränken lassen. Auch, wenn sie persönlich eigentlich viel lieber auf einer skandinavischen Schäre sitzt, die Gute Güte, als auf den Kykladen und sich lieber die Nächte in Schottland um die Ohren schlägt, als in Neapel. Aber hier gehts ja immerhin ums Prinzip. Lust auf eine Portion Urlaub auf dem Teller? Hier entlang.

 

Kroatien: Gasthaus Eigenherr

Wer einen Ausflug nach Kroatien machen möchte, muss zumindest bis nach Gneis wandern. Dort, unweit des Almkanals, findet man im Gasthaus Eigenherr Salzburgs kroatische Enklave.

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Familie Janjic serviert hier sämtliche Klassiker, die man aus dem Urlaub kennt, angefangen von Sarma über Pljeskavica bis hin zu Čupavci (für die Sabina hier übrigens ein tolles Rezept hat) – und ja, Ćevapčići gibts natürlich auch.

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Besonders schön sitzt man im Gastgarten und nach dem deftigen Essen gibt es einen Šljivovica.  Živjeli!

Preislage: €-€€
Gasthaus Eigenherr

Kroatische Alternativen? Das fischlastige Istra in der Wolf-Dietrich-Straße.

 

Thailand: Leks Thai Küche

Die Lek ist eigentlich schon so eine Institution, dass man sie im Prinzip nirgends mehr erwähnen müsste. Direkt gegenüber des Rockhouse jagt Frau Lek so ziemlich alles durch den Wok, was gut und thailändisch ist.

 

Die Pad Thai sind (so findet die Gute Güte) die besten Salzburgs (da kann das Bangkok bei weitem nicht mit) – und wer sich vom Industriecharme der kleinen Garküche und ihres Umfelds abschrecken lässt, ist selber schuld.

 

Preislage: €
Leks Thai Küche

Thailändische Alternativen? Die Donna, die Oy oder – gediegener – das Gault Millaut-geadelte Bangkok.

 

Griechenland: Taverna Knossos

Salzburg frohlockt! Niko der Grieche, der bisher den gesamten Salzburger Raum zum original griechischen Schmaus an den Wallersee zog, hat jetzt eine Filiale in der Stadt. Mitten in Lehen lädt die Taverna Knossos zu Mousaka, Meeresfrüchten und Mythos und lässt für eine Zeit lang vergessen, dass man nicht am ionischen Meer ist, sondern in der Ignaz-Harrer-Straße.

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Preislage: €-€€
Taverna Knossos (via Niko der Grieche)
(Danke an das Team für das zur Verfügung gestellte Foto!)

Griechische Alternativen? Das Irodion, das Akropolis, und Sakis Taverne.

 

Italien: Pasta e Vino/Beccofino/Tiziana/Enoteca Settemila

So. Italien. An Italienern ist das Angebot in der Stadt ja fast unüberschaubar – daher hier eine kleine Tour durch sämtliche kulinarischen Bedürfnisse: Wer Mittagshunger verspürt, ist im Pasta&Vino gut aufgehoben. Hier serviert man neben Nudeln und Wein auch hervorragende Antipasti – und zwar täglich wechselnd und nach Marktangebot.

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Freunde der Pizza könnten sich etwa vertrauensvoll an das viel zu oft übersehene Beccofino wenden – hier stammt die charmante Besitzerin aus Südtirol.

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Zum Kaffeetrinken und Eisessen könnte man dem Tiziana in der Franz Josef-Straße einen Besuch abstatten. Hier bedienen immerhin originale ItalienerInnen die Eis- und Kaffeemaschine.

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Wer zum Schluss noch auf ein Gläschen gehen möchte, sollte sich auf den Weg zur Enoteca Settemila machen. Bei Rafael gibt es nicht nur über 200 Sorten Weine von italienischen Kleinproduzenten, man serviert auch Antipasti. Mehr Dolce Vita geht nicht in Salzburg.

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Enoteca Settemila (Preislage: €)
Pasta&Vino (Preislage: €-€€)
Beccofino (Preislage: €-€€)
Tiziana (Preislage: €)
(Danke an die Enoteca Settemila und Fräulein Flora für die Fotos!)

Italienische Alternativen? Das Il Padrino, das Da Giacomo oder die Cucina in der Linzergasse.

 

Spanien: Divinotinto

Alle Spanienfans werden sich jetzt freuen: Das ursprünglich in der Chiemseegasse angesiedelte Divinotinto ist nicht nur in ein größeres Lokal an den Franz Josef-Kai umgezogen, man bietet jetzt auch Tapas an!

 

Divinotinto
Preislage: €

 

Türkei: Bäckerei Erciyes und SOFRA

Wer sich für die wunderbare türkische Küche begeistert, wird in der Bahnhofsgegend fündig. Dort wartet einerseits die schon von weitem duftende Bäckerei Erciyes, die mit Fladenbrot, Pide, Baklava und Börek lockt (und die Gute Güte schon so manches Mal vor dem drohenden Hungertod retten konnte). Andererseits gibt es dort ein paar Häuserblocks weiter das SOFRA, in dem man ausführlicher speist  – auch da gilt: Nicht von dem architektonischen Flair der Bahnhofsgegend abschrecken lassen!

 

SOFRA
Erciyes
Preislage: €
(Danke an das Fräulein Flora für das zur Verfügung gestellte Foto!)

 

Frankreich: Crêpe d’Or und Le Coq en Pâte

Die Linzergasse ist, irgendwie, das Klein-Frankreich Salzburgs. Gleich am Anfang lockt das Crêpe d’Or mit süßen und pikanten Kreationen zu wohlfeilem Preis. Und wer sich nicht bis in die Altstadt bequemen mag, dem werden Nutella-Crêpe und Co praktisch frei Haus geliefert.

 

Wenn man Lust auf Quiche und Casserole hat, findet man im Le Coq en Pâte einen kompetenten Partner. In Salzburgs erstem französischen Bistrot fühlt man sich dank Bordeaux und Foie Gras wie der sprichwörtliche Gott in Frankreich. Der Zuckerguss dazu? Der charmante französische Akzent der Elsässer Besitzer. Na dann: Santé!

 

Le Coq en Pâte (Preislage: €-€€)
Crêpe d’Or (Preislage: €)

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