Salzburg: Tour de gemütliche Beisln

Die Gute Güte

 

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2015. Die hier enthaltenen Informationen sind veraltet.

Stand: April 2015.
Diese Tour ist veraltet und muss aktualisiert werden!

Also. Ich hab ja irgendwann vor Äonen mal im Rahmen einer Umfrage eruiert, welche Salzburg-Touren meine werte Leserschaft denn gerne lesen würde. Und einer der freundlicherweise eingetippten Wünsche war die “Tour de Gemütliche Beisln (nicht so abgesifft oder High Society sondern fürs normale um die 30er Fußvolk)”. Bitteschön, da wär sie nun.

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Um jetzt die Deifinitionswüste zu durchqueren, was sich denn nun als “Gemütliches Beisl” qualifiziert, seien folgende Kriterien aufgestellt: Ein gemütliches Beisl ist ein Etablissement, wo

a.) beer, wine and other drinks serviert werden
b.) es keine Speisekarte auf Wirtshausniveau gibt
c.) man sich als Ende 20-/Anfang 30-jährige Person noch nicht vorkommt wie jemand, der aus der Geriatrie ausgebrochen ist
d.) die musikalische Lautstärke auch für Geriatriepatienten noch Unterhaltungen erlaubt, die nicht im brüllenden Tonfall geführt werden müssen
e.) (wie Herr oder Frau Wunschkonzert schon so schön geschrieben hat) es “nicht so abgesifft oder High Society” ist, das man nicht reingehen will.

Wenn wir uns darauf einigen können, kann’s losgehen. Ich liefere sieben Vorschläge für gemütliche Beisln in Salzburg.

1. Academy Bar

Wenn mich wer fragt, wo man sich denn treffen soll, so, um sechs, nach der Arbeit, fallen ich und mein Gegenüber irgendwie immer in die Academy ein. Immer. Die ist strategisch günstig nahe Mirabellplatz gelegen (also haben alle immer gleich weit) und hat immer eine lustige Außenbeschilderung zu bieten.

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Innen drinnen ist dann eine Bar mit freundlicherweise schön abgetrenntem Raucherbereich (damit man die Jacke auch morgen noch anziehen kann ohne eine Nikotinvergiftung zu kriegen), mit gemütlichen Couches und Barhockern, feiner Wein-Auswahl und noch weiteren lustigen Beschilderungen, wenn man nur genau genug schaut. Und wen das jetzt noch nicht überzeugt, der sei auf den netten dreibeinigen Hund hingewiesen, der freundliche Nasenlöcher macht, wenn man das Etablissement betritt (ob der den Besitzern gehört oder einem Bar-Faktotum konnte noch nicht abschließend geklärt werden).

 

2. Times

Ich sag’s ehrlich: Ich wär viel öfter in der Times, wenn ich dort drinnen nicht schon nach 5 Minuten eine Raucherlunge hätte. So eine nette Bar, mit so einem netten Publikum!

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Aber leider: Wenn man dort die Tür aufmacht, sieht man erst mal blauen Dunst und dann erst die Bar, die sich dahinter verbirgt. Die Atmosphäre ist entspannt, die Getränkepreise niedrig, die Lage ziemlich optimal, am oberen Ende der Paris-Lodron-Straße.

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Das Publikum besteht, so, geschätzt, zu ca. 80% aus Architekten und Literaten (oder Leute, die sich so geben), die entspannt after work an ihrem Murauer nippen. Und wahrscheinlich die vielen Zeichnungen an den Wänden hinterlassen haben. Und: Es gibt eine Happy Hour von 18.00-19.00 Uhr und einen Happy Dienstag. Prost!

3. Shakespeare

Das Shakespeare ist vieles in einem: Man kann hier Kaffeetrinken, Essen und Getränke zu sich nehmen, es finden Parties, Lesungen, Vernissagen und allerlei andere Kulturveranstaltungen statt und das Team schafft es leider immer noch nicht, auf der Shakespeare-Webseite lückenlos über das vielfältige Programm zu informieren.

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Oder eine funktionierende Facebook-Seite zu unterhalten. Seufz. Im Sommer hat man einen Schanigarten, von dem aus man das bunte Treiben vor der Andrä-Kirche beobachten kann und in lauen Sommernächten darf man anschließend leicht angeheitert durch den Mirabellgarten davonspazieren. Schön!

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4. Jambo World Music Café

 

Wer Fairtrade und Bio mag, besucht das Jambo in der Krotachgasse.
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Zum Hanfbier aus österreichischer Brauung hört man Weltmusik, dann gibt es eventuell noch eine Bio-Vollwert-Pitta-Tasche und man freut sich, dass hier das Motto lautet “die Kommunikation steht im Mittelpunkt, nicht die Konsumation”.

5. Jazzit Bar

Die Jazzit-Bar ist gemütlich und entspannt und einfach grundsympathisch. Und sie hat den schönsten Gastgarten aller Abendlokale der Stadt.

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Da gibt es Palettenmöbel, Sitzgarnituren, ein Zelt mit Teppichen drin, bunte Lichter und eine Holzhütte, in der Bier ausgeschenkt wird. Da sitzt man dann und schaut den Sternen beim Aufgehen zu, während drin im Jazzit-Saal jazzgedudelt wird. Prost!

6. Murphy’s Law

Das Murphy’s Law ist (und das ist nicht nur meine Meinung), das beste Irish Pub der Stadt. Unter anderem, weil die Musik erträglich laut ist und das Flair einfach stimmt. Dazu tragen etwa die gefühlten 850 Sportdressen bei, die die Wände zieren. Und die große Whisky-Auswahl.

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Die Kellner reden ausnahmslos Englisch und wenn man sie auf Deutsch anspricht, kriegt man zumindest die Antwort auf Englisch serviert. Gemeinsam mit Irish Red und Kozel (WARUM eigentlich? Tschechisches Bier in einem Irish Pub?) und Strongbow und Guiness. Eine Happy Hour haben sie auch. Aber das nur so nebenbei.

7. Die Gineria

Ok, zu guter Letzt kommt jetzt noch der Tipp, den wohl noch die wenigsten kennen, weil er gerade erst aufgesperrt hat: Die Gineria. Die ist dort, wo früher der Selim drin war (dem man ja vielerlei Tränen nachgeweint hat), also direkt gegenüber vom DasKino, am Anfang der Steingasse, die wo ja sowieso die beste Gasse der Altstadt ist.

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In der Gineria bekommt man (wie der Name schon sagt) diverseste Sorten feinsten Gin serviert. Wer mag, bekommt ihn auch mit Tonic. Das Lokal ist winzig (plusminus drei Tische), die Musik beschallt in angenehmer Lautstärke, das Licht ist etwas schummrig und das Flair der noch schummrigeren Steingasse kriecht anheimelnd zum Fenster rein. Hat etwas von Film noir. Sollte man gesehen getrunken haben.

 

So. Und wer nun noch weitere schöne Vorschläge hat: Ich freue mich darüber! Prost!
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