Salzburg: Tour de Mozart. Die volle Dröhnung.

 

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2015. Die hier enthaltenen Informationen sind veraltet.

Also, es ist ja schon so: Trotz des Herrn Mozarts Ausspruch, dass ihm “an Salzburg sehr wenig und am Erzbischof gar nichts gelegen” sei und er (O-Ton) “auf beides scheiße”, erfreuen wir uns ungebrochener touristischer Mozart-Begeisterung. Da strömen Fluten von Musikbegeisterten und Touristen an die Pilgerstätten des städtischen Mozartkults, sitzen geduldig in Konzertsälen, machen millionenfach das gleiche Foto vom gleichen gelben Altstadthaus und kaufen brav sämtliche Mozart-Devotionalien zusammen, die die Altstadt so zu bieten hat. Aus diesem Grund dachte sich die Gute Güte: Was soll’s – Embrace the Cliché und machen wir doch einfach eine Tour zu (fast) sämtlichen Mozartkultstätten der Stadt. Weil: Auslassen kann man ihn als echte Salzburgerin nun fast wirklich nicht, den Herrn Mozart. Und damit sich Mozart-Fortgeschrittene auch an der vorliegenden Tour erfreuen können, hat sie zwischendurch immer wieder ein paar Ostereier versteckt. Viel Spaß beim Suchen – und natürlich auf beim Lesen.

1. Vom Mozartsteg zum Mozartplatz

Straßen, Plätze, Brücken

Also: Wir fangen am Anfang an, mit Herumlaufen und sich Orientieren. Wenn man in Salzburg spazieren geht und dabei quer durch die Altstadt gurkt, kommt man Meister Mozart quasi nicht aus.
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Im Süden der linken Altstadt betritt man ebenjene klassischerweise über den Mozartplatz, der durch den Mozartsteg mit der rechten Altstadt verbunden wird.
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Dort überwacht die monumentale Mozart-Statue von Thomas Schwanthaler seine Subjekte, die hier im Sommer Eis essen und im Winter eislaufen. Mozart selbst hat das Teil übrigens nie zu Gesicht bekommen, da es seit 1842 hier steht und Mozart bekanntermaßen schon seit 1791 nicht mehr unter uns weilt.
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Nebenan im Salzburg Museum wird man ausführlich über Salzburg zur Mozartzeit informiert. Der Mozartsteg, der seit 1903 Fußgänger sanft über das Wasser leitet, war übrigens bis 1920 noch mautpflichtig. Das alte Mauthäusl am Aufgang zum Mozartplatz steht heute noch – allerdings wird hier heute nicht mehr Geld eingehoben, sondern Kaffee ausgeschenkt.
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Wer nach Huldigung des Mozartdenkmals noch nicht genug hat, macht einen Schwenker auf den nahen Papagenoplatz samt gleichnamigem Brunnen und trinkt etwa beim Zirkelwirt ein Bier.
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2. Mozarts Geburthaus, Mozarts Wohnhaus, Konzerthäuser und Gräber

Attraktionen

Weiter in der Tour geht’s runter in die Getreidegasse. Dort finden wir den Hauptanziehungspunkt der Mozart-Liebhaber in der Salzburger Altstadt: Mozarts Geburtshaus.
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Es wäre auch ohne die goldenen Lettern an der Fassade unschwer als solches zu identifizieren: Die stets umfangreiche Touristentraube macht Sie sicher, an der richtigen Adresse zu sein. Hier wurde also Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart im Jahr des Herren 1756 geboren. Seit 1880 ist das gelbe Hagenauerhaus ein Museum, in dem man etwa Instrumente, Möbel und Memorabilia besichtigen kann.
Auf der anderen Seite der Salzach kann man eine weitere Wohnstatt der Familie Mozart besichtigen: Mozarts Wohnaus am Makartplatz, das eigentlich (und das find ich viel netter) Tanzmeisterhaus heißt, da hier der Salzburger Adel in den höfischen Tanz und das komplexe Hofzeremoniell eingeführt wurde.
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Mozart schrieb während seiner Wohnzeit im Tanzmeisterhaus diverse “Symphonien, Divertimenti, Serenaden, Klavier- und Violinkonzerte, ein Fagottkonzert, Arien, Messen und andere kirchenmusikalische Werke”, außerdem den Re pastore, den Anfang der Finta Gardiniera und Idomeneo (sagt die Salzburgwiki). Außerdem empfing er hier den Zauberflöten-Librettisten Emanuel Schikaneder, der dem Theater auf der anderen Seite des Makartplatzes als Direktor vorstand.
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Einen Katzensprung vom Makartplatz entfernt liegen Universität und Internationale Stiftung Mozarteum, die am Mirabellplatz bzw. in der Schwarzstraße Musiker ausbilden bzw. auf die Bühne des Großen Mozarteum-Saals stellen und dafür Weltruhm genießen.
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Die studentischen Aufführungen im Mozarteum sind übrigens ein heißer Tipp für alle, die sich im Zuge eines Salzburg-Aufenthalts dem Konzert- oder Operngenuss widmen, aber dabei nicht in die Touristen- oder Schuldenfalle tappen möchten, just saying.
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Wer ein etwas dickeres Geldbörserl hat oder ein paar Stunden am günstigeren Stehplatz ausharren mag, dem seien die Aufführungen im Haus für Mozart ans Herz gelegt, das eine der Haupspielstätten der Salzburger Festspiele ist, die ja mindestens eine Mozart-Oper pro Spielzeit im Programm haben.
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Vom Lebensraum der Mozarts geht es nun noch zur Ruhestätte ebenjener. Wolfgang Mozarts Grab ist ja leider unauffindbar, da er – wie zu seinem Lebtag üblich – in einem allgemeinen Grab ohne Namensanbringung in Wien beigesetzt wurde. Seine Familienmitglieder kann man jedoch im Tode in Salzburg besuchen – Vater Leopold und Ehefrau Konstanze sind am malerischen Sebastiansfriedhof bestattet.
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3. Essen, trinken, Party machen

Mozart-Gastronomie

Wer nun Hunger oder Durst verspürt, dem sei gesagt: In der Salzburg Altstadt gibt es, so ungefähr, 1003 Lokale mit Mozart-Bezug im Namen. Besonders offensichtlich mozärtlich geht es im Café Mozart in der Getreidegasse und im Café MozARTs am Mozartplatz zu.
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Wer in der Mozart-Werkkenntnis schon weiter fortgeschritten ist, wendet sich vertrauensvoll ans Café Pamina. Weintrinken gehen Mozartkenner ins Köchelverzeichnis, auf einen Absacker ins Selim, zum Lunch ins Sarastro.
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4. Mozartkugeln, Quietsche-Enten, Eau de Amadeus

Souvenirs

So. Jetzt ist es daran, noch ein paar Erinnerungsstücke an die großartige Tour durch sämtliche Mozart-Huldigungsstätten Salzburgs zu unternehmen. Und dafür gibt es in Salzburg allerlei Geschmacklosigkeiten (und teilweise auch Geschmackvolligkeiten) zu erstehen.
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Wer duften mag, wie der Herr Mozart bestimmt nie geduftet hat, könnte dazu etwa die Parfums Mozart und Amadeus erstehen, die verschiedene Souvenirhändler zu wohlfeilem Preise anbieten.
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Besonders drollig sind die etwas feist geratenen Mozart-Quietscheenten für die heimatliche Badewanne. Spaßgarantie bieten die hölzernen Mozartpuppen an der lustigen Sprungfeder, Zier für’s Fernsehkastl sind die Kunstharz-Imitate des Mozartdenkmals im Handtaschenformat.
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Der Klassiker im Bereich Salzburg-Souvenirs sind aber bestimmt Mozartkugeln. Dazu sei auf’s Neue gesagt: Die total echten und voll originalen authentischen und handgemachten Mozartkugeln vertreibt die Konditorei Fürst, erkennbar sind sie durch das silber-blaue Stanniolpapier, in das sie eingeschlagen sind. Die allgegenwärtigen Mozartkugel-Filialen der Konfiserie Reber bieten dahingegen maschinell in Deutschland hergestelle Mozartkugeln an.
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Und: Wer sich lieber ein Mozart-Souvenir jenseits von Klischee und Kitsch besorgen möchte, könnte etwa der Mayrischen Musikalienhandlung einen Besuch abstatten. Die gibt es seit 1592, dort kauften schon Mitglieder der Familie Mozart ein und mit einer Mozart-Partitur, die man dort etwa erstehen kann, beeindruckt man bestimmt alle daheimgeblieben Verwandten. Auch, wenn man sie nicht lesen kann.
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