Handmade Christmas Teil 4: Mit Nagellack marmorierte Tassen. Und eine idiotensichere Anleitung dafür.

So, meine Damen und Herren. Das ist nun also meine letzte Anleitung für die schnelle und verschenkbare Weihnachtsbastelei. Und: Es hat einen Grund, warum dieser hier der letzte Basteltipp vor Weihnachten ist. Denn: Hierfür braucht man nur Zeug, das man (ok, die Damenwelt) bestimmt daheim hat, die Umsetzung dauert im Idealfall nur 10 Minuten und kann damit sogar, like, eine Stunde vor der Bescherung noch fabriziert werden. Für die verplanten Hudler dieser Welt (mit denen ich ehrlich mitfühlen kann).

 

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Konkret geht’s um marmorierte Kaffeetassen. Die Marmorierung spendiert dabei ganz schnöder Nagellack. Aufmerksame StammleserInnen merken jetzt vielleicht, dass ich ja schonmal etwas mit Nagellack wassermarmoriert hab, nämlich Teelichthalter, und, dass das damals ziemlich schief ging. Nun darf ich sagen: Ich hab geübt und weiß jetzt, wie man das ziemlich idiotensicher hinbekommt. Die neuerliche Anleitung und ein paar Pro-Tipps darf ich nun spendieren. Juhu!

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Man nehme:

  • weiße Tassen
  • Nagellack in Farben nach Wahl, mindestens 2 Farbtöne
  • Schüssel, Eimer, Wanne oder sonstiges Gefäß, das anschließend entsorgt werden darf und groß genug ist, um die Tassen darin bequem liegend zu drehen
  • 1 Essstäbchen oder Schaschlikspieß, zum Umrühren
  • Einweghandschuhe (für Menschen mit sensibler Nagelhaut. Ähem.)
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So geht’s:

Das Gefäß 2/3 mit lauwarmem Wasser füllen. Ich wiederhole: lauwarm. Etwa Körpertemperatur. Nicht wärmer, nicht kälter. Arbeitsfläche mit Zeitungspapier auslegen und Handschuhe anziehen. Anschließend die restlichen Utensilien in Griffweite arrangieren und die Nagellacke aufschrauben. Nun von jedem Lack ein, zwei Tröpfchen (!!! nicht mehr !!!) ins Wasser befördern.

 

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Das, meine Damen und Herren, ist ZU VIEL Nagellack!

 

Die Nagellacktropfen werden teilweise an den Grund des Gefäßes sinken, teilweise an der Wasseroberfläche bleiben. Das sieht dann aus, wie ein schmutziger, grauer Schleier, der auf dem Wasser schwimmt. Und das ist genau jenes Zeug, das wir wollen. Schnell zum Chinastäbchen oder Schaschlikspieß greifen und die Farben etwas verrühren. Tasse ergreifen und mit einer rollenden Bewegung über die Wasseroberfläche ziehen.

 

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Die Farbe haftet dabei bombenfest auf der Tasse. Und auf den Fingern, so nebenbei bemerkt (wie man sieht, hab ich auf den Fotos keine Handschuhe an. Ich habe gebüßt.). Trocknen lassen. Und im Prinzip war’s das schon.

 

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Ich wiederhole: Im Prinzip – folgende Pro-Tipps kann ich nach mehreren Monaten Nagellack-Marmorier-Erfahrung nämlich beisteuern und bitte um Beachtung:
  1. Dem Drang widerstehen, das Wasser wärmer zu machen, als es sein soll. Der Lack härtet so nur zu schnell aus und das wollen wir nicht.
  2. Dem Drang widerstehen, zu viel Farbe zu verwenden. Das patzt und macht eine Sauerei. Genau richtig viel Farbe ist da, wenn sich gräuliche Schlieren auf der Wasseroberfläche bilden. Sobald man die auf die Tasse bugsiert hat, sind sie wieder bunt. Und: Je weniger Farbe, desto aquarellartiger der Effekt. Auf den gelb-blauen Tassen hab ich etwa je Lack wirklich nur einen Tropfen verwendet. Und die sind mit Abstand am schönsten geworden.
  3. Nicht irritieren lassen, wenn sich am Wasser eine Art “Haut” bildet. Die legt sich an der Tasse wieder an.
  4. NUR OPAKE LACKE VERWENDEN! Keine, die halbtransparent sind, keine mit Glitzer und – um Gottes willen – keine mit Crackle-Effekt. Das wird nur eine Sauerei, die nicht hält und klumpt.
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Und das sind sie nun, die fertigen Produkte!

 

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Die könnte man jetzt etwa noch mit Tee oder Keksen füllen, hübsch verpacken und schon hat man, ganz cool und ungestresst, ein kleines Weihnachtsmitbringsel für die allerletzte Minute. Yay!

 

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