Cremig-nussiges Mangoldcurry, frei improvisiert

Ich hadere ja schon des Längeren mit mir, ob ich meinen Food-Bereich am Blog weiterhin beibehalten soll, weil er mir oft wie ein kleiner Fremdkörper zwischen alle dem Anderen vorkommt. Dann denke ich aber wieder dran, wie gern ich doch mein Geschirr und diverses andere Klumpert, das sich mittlerweile in beängstigenden Bergen ansammelt, arrangiere und ablichte und überlege mir wieder ganz schnell ein paar neue Rezepte, damit ich weiterhin einen Grund habe, am Flohmarkt wie wild irgendwelche Silbergabeln und Schüsselchen zu erstehen. Ein Kreuz ist’s mit mir. Außerdem: herrliches Übungsterrain für Kamerabetätigung.
Die heute gezeigten Exemplare aus den 70ern sind übrigens – richtig – auch wieder vom Flohmarkt. Die haben mich so angeschmachtet, die mussten einfach mit.
Mangoldcurry (9 von 12)
Vorliegendes Mangold-Curry ist dahingegen ein Produkt einer übervollen Biokiste, die diese Woche besonders reich an Mangold war. Es ist eine Art Verlegenheits-Kreation, weil gerade keine Kokosmilch im Haus war. Aber es zeigt sich: wenn man nur mit ausreichend Tahin, Obers und Erdnüssen panscht, kriegt man trotzdem diesen angenehmen, mild-nussigen Geschmack (ok, nicht nach Kokos sondern nach Sesam-Erdnuss, aber immerhin). Und kommt dann noch ein wenig Zucker dazu wird das Ganze eine wunderbar süß-pikant-cremige Geschichte, die hervorragend über die aktuellen Temperaturen und das Gatsch-Wetter hinwegzutrösten weiß. Weil “August” und so. Aber jetzt schnell zum Rezept.

Man nehme (für 3-4 Personen):

  • einen mittelgroßen Kopf Mangold
  • 1 Zwiebel
  • 3 Hand voll rote Linsen
  • 2-3 Hand voll Erdnüsse
  • 1/2 Becher Schlagobers
  • 2 EL Tahin (Sesampaste)
  • 2 EL Garam Masala
  • 2 EL Kurkuma
  • 2 EL Kreuzkümmelsamen (ganz)
  • 2 EL Currypulver (das ganz perverse aus dem Supermarkt)
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Öl

 

Mangoldcurry (7 von 12) Mangoldcurry (8 von 12)

 

Und so geht’s:

Mangold waschen, putzen und in Streifen schneiden, Zwiebel hacken. In einem Topf oder einer tiefen Pfanne Zwiebel in Öl anschwitzen, Gewürze hinzufügen und kurz mitrösten, bis sie beginnen zu duften. Dann Linsen beifügen und mit Wasser aufgießen, bis die Linsen etwa zwei fingerdick bedeckt sind. Nun noch den Obers und den/die/das Tahin dazu und etwa 5 Minuten köcheln lassen. Dann Mangold beifügen und 10 Minuten auf kleiner Flamme garen. Sobald die Linsen beginnen weich zu werden, Erdnüsse beigeben und noch ein wenig mitschmurgeln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und servieren. Dazu passt Basmatireis, muss aber nicht.

 

Mangoldcurry (4 von 12) Mangoldcurry (10 von 12)

 

Ok, dass meine Motivation für diesen Post nicht ganz aus meiner überbordenden Liebe für Kulinarik-Vermittlung erwächst, sieht man schon am Bildmaterial, das eigentlich mehr Geschirr als Essen präsentiert. Aber sie sind doch so schön, meine blauen Schüsselchen! Ich hoffe, man vergibt mir. Und das Curry ist auch wirklich schmackhaft, ich versprech’s!

 

Mangoldcurry (7 von 12)

 

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