DIY Semi-Fail: Teelichter marmorieren. Mit Nagellack.

Also, ich hab da vor Kurzem auf Pinterest ein unglaublich hübsches Bild von unglaublich hübsch marmorierten Schüsselchen und Vasen gesehen. Reaktion 1: Habenwill! Reaktion 2: Ungläubiges Staunen – die kleinen Kunstwerke waren selbstgebastelt. Noch erstaunter war ich dann, als ich erfuhr, dass die Dame ihre Schüsseln, Vasen und Schalen mit Nagellack marmoriert hatte. Das musste natürlich ausprobiert werden!
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Zwei Nervenzusammenbrüche, bis zur Unkenntlichkeit bunt verklumpte Finger und drei mal Küche putzen später muss ich sagen: Naja. Die Geschichte meines Halbscheiterns erzähle ich nun hier.

Ok. Die Dame, die das Nagellack-Tutorial freundlicherweise online gestellt hatte, warnte schon: es ist eine Patzerei. Und, wenn man nicht auf Anhieb die richtige Wassertemperatur erwischte, würde man sich ärgern. Oh, wie recht sie hatte! Das Prinzip ist nämlich folgendes: Man tröpfelt Nagellack auf eine wohltemperierte Wasserfläche, verwurschtelt das Ganze mit einem Zahnstocher zu hübschem Muster, schnappt sich das zu marmorierende Teil, dreht es auf der Wasseroberfläche und lässt es trocknen. Klingt jetzt mal nicht so schwer. Der Hund steckt aber auch hier im Detail.
Und die Details gibt es nun hier:

 

Man nehme (oder auch nicht…):

  • Ein Gefäß, dass so dreckig wird, dass man es anschließend wegwirft
  • Nagellack in verschiedenen Farben
  • zu marmorierendes Teil (hier: Billig-Teelichtgläser von IKEA)
  • Zahnstocher
  • Nagellackentferner und Wattestäbchen
  • Nerven aus Stahl
  • Und: Gummihandschuhe (Die ich nicht hatte. Autsch.)

 

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So könnte es unter Umständen funktionieren:

Gefäß mit Wasser füllen, das keinenfalls zu warm sein sollte, aber auch nicht eiskalt. Weil: beides bringt den Nagellack zum Stocken. Hier ist ausprobieren angesagt. Jeder Nagellack reagiert anders.

 

Gummihandschuhe anziehen (!). 

 

Nagellack in beliebiger Farbkombination vorsichtig ins Wasser tröpfeln lassen. Jetzt schnell sein: Mit einem Zahnstocher darin herumwurschteln, bis sich ein schönes Marmormuster gebildet hat. Der Kenner merkt hier: Bleibt der Nagellack in Klumpen auf dem Zahnstocher picken, stimmt die Wassertemperatur nicht. In diesem Fall: von vorne beginnen.
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Nagellack auf Wasser vor dem Wurschteln. Noch ist alles OK.
Hat es wider Erwarten geklappt: Schnell das zu marmorierende Teil schnappen und auf der Wasseroberfläche drehen. Dabei möglichst den ganzen Lack aufnehmen. Und drauf achten, dass möglichst wenig Klumpen entstehen. Trocknen lassen.
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Ich sag’s ehrlich. Ich hab es bis zum sechsten Teelichthalter nicht zufriedenstellend hingekriegt. Das Zeug klumpt und patzt und schlägt Blasen und macht Sauerei und so richtig schöne Muster hab ich auch nicht hinbekommen. Vielleicht ist ja unter euch, meine werte Leserschaft, ein Naturtalent, das den schönsten Nagellack-Marmor aller Zeiten kreiert. Ich bin’s jedenfalls nicht.
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Zur Ergänzung hab ich dann noch ein paar farblich passende Gläser bemalt. Das ging ganz einfach: ich hab Tixostreifen in schönem Muster über die Gläser geklebt, anschließend mit weißer Acrylfarbe über die Gläser gepinselt, die Farbe trocknen lassen, den Tixo abgezogen und mit Nagellack noch ein paar farbige Details ergänzt. Leider ist meine Acrylfarbe nicht gerade von bester Qualität, daher wurde das Ergebnis recht streifig. Auch nicht so optimal.
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Aber – wurscht – ich ärgere mich jetzt nicht mehr länger, sondern gehe Kuchen essen. Mahlzeit und schönen Sonntag!

 

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