Salzburg: Tour de Würstelstand

 

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2014. Die hier enthaltenen Informationen sind veraltet.
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Da hat also Severin Corti, seines Zeichens Gastrokritiker des Standard, kürzlich eine mediale Lobeshymne auf die Salzburger (vers. die Wiener) Würstelstandl gesungen. Noch echte Fleischhauerware soll man hier kriegen. Und handgefertige Semmeln zum Burenhäutl. Und mit Charme statt Grant seitens der servicierenden Budeninhaber. Ach, die kulinarischen Lebensretter gestrandeter Alkoholleichen in den wirren Gassen der Altstadt! Wie schön, dass es euch gibt!
Dies und das Antreten der Wurst der Nation bei Grohpriehdörowisiohdölaschohsoh (“Songcontest”) nimmt die Gute Güte zum Anlass, eine Wallfahrt zu den fünf wichtigsten Lichtgestalten der Wurstkulinarik im Stadtzentrum zu unternehmen.
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Oh strahlend helle Heisse Kiste, du Rettung vor dem nächtlichen Untergang!
Die nachfolgende Top 5-Liste ist, wie stets, strengstens subjektiv und berücksichtigt neben geschmacklichen Parametern vor allem die Nähe zu neuralgischen Punkten zwischen Justizgebäude und Kongresshaus. Getestet wurden Käsekrainer und Bosna. Vegetarier mögen sich nunmehr bitte mit Grausen abwenden. Na dann: Mahlzeit!

5. Würstelbuden am Universitätsplatz

Der Universitätsplatz ist so etwas wie der “Hub” der Salzburger Wurschtkultur. Gleich sechs Würstelstandl drängen sich zwischen der Rückseite von Mozarts Geburtshaus, der Kollegienkirche und der Universitätsbibliothek. Und die unmittelbare Nähe zum Festspielbezirk macht deren Zahl wohl auch nötig.
Um jeden einzelnen der sechs Wurschtdealer auszutesten fehlte uns leider die Resistenz gegen Sodbrennen. Nur eines sei gesagt: falsch machen kann man in der Auswahl fast nix: ob man sein kulinarisches Schicksal in die Hände des “Salzburger Würstelstands” oder vom Leitner legt, ist quasi “Wurscht”.
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4. Matt’s Würsteleck beim Kongresshaus

Das Würsteleck des Herrn Matthias ist zwar eigentlich eine Enklave einer Mondseer Fleischhauerei, nämlich vom Metzger Stabauer, rettet aber als letzter Nachtwürstelstand vor dem Bahnhof so manchen Salzburger  Nachtschwärmer vor dem Hungertod. Zusätzliches Renommé verschafft die Präsenz auf dem donnerstäglichen Schrannenmarkt.
Die Käsekrainer schmecken nach fein Käse und Krainer, werden mit Semmerl serviert und sind leider oft schon aus, wenn man sich gegen zwei Uhr morgens in den heimeligen Wurstdunst beim Matt begibt. Kein Wunder.
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3. Salzburger Würstelkönigin am Hanuschplatz

Ach, die Würstelkönigin, gekonnt platziert zwischen dem Murphy’s Law in der Gstättengasse und den diversen Kaschemmen mit rauschigem Publikum am Rudolfskai, füttert täglich zwischen 20.00 und 4.00 Uhr das hungrige Publikum der linken Altstadtseite. Geben tut es sie seit stolzen 43 Jahren. Auf der Webpräsenz der Monarchin wird das Wurschtangebot feinstens präsentiert. Sogar mit Porträtfotos.
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Gesottene Käsekrainer mit Senf. Feinstes Late-Night-Dining.
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2. Heisse Kiste, Platzl

Ach, die Heisse Kiste, du mein nächtliches Stammwürstelstandl! Man genießt umfangreiches Wurschtangebot (ich glaub, es gibt auch Leberkäse), begleitet von einer Auswahl an Sauergemüse, und verschiedenem Gebäck vor nächtlichem Stadtpanorama mit leuchtender Festung und plätscherndem Brunnen am Platzl nähe Linzergasse. Wenn es die Heisse Kiste an jenem Ort, ideal platziert zwischen Staatsbrücke und dem Alchimiste Belge, nicht gäbe, man müsste sie erfinden.
Die Heisse Kiste war übrigens auch jene, die den Herrn Corti so in ihren Bann gezogen hat. Die Wurscht stammt vom Metzger Karl aus Gnigl, die Semmerl, soweit die Gute Güte informiert ist, vom Funder. Jeden Tag von 18.00-04.00 Uhr.
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Fleischhauerei Karl aus Gnigl, 18.00 bis 04.00 Uhr

1. Balkan Grill, Getreidegasse

Die Institution schlechthin. Seit 1950. Und Stammgast in sämtlichen Reiseführern, die Touristen aus aller Welt in die Mozartstadt locken. Allerdings zurecht. Schienbar hat der Herr Gründer des Balkan Grill in einem Getreidegassendurchhaus, das man erst mal finden muss, die sich mittlerweile allseitiger Beliebtheit erfreuende Bosna erfunden. Die Schweinsbratwürschtl im knusprigen Bosna-Weckerl mit Zwiebeln und/oder Petersilie und/oder geheimer Gewürzmischung und/oder Senf und/oder Ketchup sind auch wirklich die besten weit und breit. Und die Gelegenheit skeptische asiatische Durchreisende bei dessen Verzehr zu beobachten, gibt’s gratis obendrauf. Mittlerweile von der Fleischhauerei Walter besessen und bespielt, muss man sich meistens eine Viertelstunde anstellen um eine Bosna aus dem geschätzen 1,5 Quadratmeter großen Stand zu ergattern. Die nahen Würstler auf dem Universitätsplatz versuchen zwar seit geraumer Zeit an den Bosna-Erfolg des Balkan Grill anzuknüpfen, geschafft hat’s mit Abstand noch keiner. Einziger Wermutstropfen: die Öffnungszeiten: Zu einer Balkan-Bosna kommt man nämlich nur Mo-Sa. von 11.00-19.00 Uhr. Und in der Festspielsaison auch am Sonntag von 15.00-19-00 Uhr.
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