Colour Blocking am Expedit (#goodbyeexpedit)

Wir haben es alle gehört und wir haben den Schock hoffentlich auch schon alle verdaut: IKEA nimmt den guten alten Expedit aus dem Programm. Vinyl-Liebhaber und Brettspielfanaten waren schon fast dem Selbstmord nahe, ehe es die Entwarnung gab: Expedit ist zwar Geschichte, dafür kommt Kallax – die gleichen Innenmaße mit 33×33 cm, aber dünnere Außenwände. Das ist zwar a.) beruhigend (aus praktischen Gründen der Verstaubarkeit oben genannter Güter) aber b.) unglaublich nervig, da in Serienanordnung mit dem Expedit nicht kompatibel (falls mich jemand nach aktuellen Investitionsempfehlungen fragt, würde ich zu Expedit-Hamsterkäufen und anschließendem Verkauf auf willhaben oder Ebay raten).

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Wir erfreuen uns auch zweier Expedits, die unsere relativ ausgedehnte Büchersammlung beherbergen (naja, genau genommen hat sie keinen Platz mehr darin, zu viele Bücher). Ursprünglich wollten wir uns ja das Illegal (ja, das ist ein Regal) von Gea zulegen, ein Regalsystem, das fast ausschließlich aus Sperrholzplatten und Kabelbindern besteht, extrem flexibel ist und ziemlich cool aussieht. Bei näherer Betrachtung galt auch eine Zeit lang die Überlegung, das Regal einfach selbst nachzubauen. Bei noch näherer Betrachtung wurde aber schließlich erkannt, dass zum Regalnachbau keine Zeit vorhanden war und das originale Illegal für die benötigten etwa 3,2×1,8 m ziemlich über Budget lag. Daher wurde wieder die einfachste aller Möglichkeiten in Anspruch genommen. IKEA-Trip und Expedit-Akquise.

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Die genannte Büchersammlung wurde dann erst einfach irgendwie ins Regal gestapelt, mit eher unzufriedenstellendem Ergebnis. Große Mengen an Büchern sind zwar einerseits etwas Wunderbares, andererseits aber auch ein massives … Problem für den Wohnästheten. Bücherwände sind meist ein optisch völlig unstrukturiertes, buntes Sammelsurium an verschiedenen Formen und Texturen und machen es gerade in einem Raum mit sehr heller Einrichtung schwer, einen schönen, ruhig, nicht störenden Eindruck zu erreichen. Anders gesagt: ist euch schon mal aufgefallen, dass in den meisten coolen, stylishen Wohnungen entweder wenige oder keine Bücher vorhanden sind? Wir wittern ein Dilemma!

Naja. Um diesem Umstand Herr zu werden, hat mich dann jedenfalls eines Abend einfach mal der Rappel gepackt und ich hab mich einer unter Bibliophilen zutiefst verachteten Unart ergeben: ich hab meine Bücher nach Farben sortiert. Und, was soll ich sagen – Colour Blocking hilft ungemein. Jetzt ist zwar das ursprünglich angestrebte, schlichte Schwarz-Weiß-Grau-Holz-Konzept im Eimer, da mitten im Raum ein gigantischer Regenbogen leuchtet, aber das Wohnzimmer macht einen viel aufgeräumteren, strukturierteren Eindruck. Ob ich das ganze noch in irgendeiner Art fortführe (grafischer Polster in Regenbogenfarben, anyone? Accessoires in kräftigen Signalfarben?), weiß ich noch nicht. Aber den Status Quo kann ich zumindest mal getrost herzeigen.

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