Selbstgemachtes Brot für Faule – No Knead Bread

Zugegeben, auf den Trend der Brote-ohne-Kneten bin ich ziemlich spät aufgesprungen. Die waren vor  drei, vier Jahren in den Mündern fast aller Food-Blogger denen ich regelmäßig über den Weg laufe. Zugegeben ist das Rezept aber auch wirklich zu gleichen Teilen genial, lecker, einfach und auch nach ein paar Jahren immer noch so funktionell wie, sagen wir 2009.
Der große Vorteil bei besagtem Brot, das man, wie der Name schon sagt, tatsächlich einfach NICHT kneten muss, ist, dass es fast idiotensicher gelingt und man kaum Mühe darauf verschwenden muss. Der große Nachteil: es braucht ewig, denn es muss 18+2=20 Stunden lang gehen. Außerdem braucht man einen gusseisenen Bräter dafür und über den verfügt schließlich nicht jeder Haushalt (Ich hab mir meinen exklusiv für dieses Brot zugelegt, möchte ihn aber mittlerweile echt nicht mehr missen. Meine Spaghettisaucen, Eintöpfe und Ragouts haben dank dieses Dings eine quasi 200%ige Qualitätssteigerung erfahren.). Jedenfalls macht man das berühmte No-Knead-Bread folgendermaßen:

Man nehme:

  • 450g Mehl (Ich hab es mit reinem Weizenmehl versucht, aber auch schon mal Dinkel dazugemischt, in verschiedenem Verhältnis. Geht alles. Ergebnis schwankt jedoch.)
  • 1,5 TL Salz
  • 1 Gramm Trockengerm, das ist, laut Katha von Esskultur, ca. 1/4 EL

 

Und so geht’s:

 

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Das Mehl in eine Rührschüssel befördern.

 

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Den Germ und das Salz abmessen und ab damit zum Mehl. Gut vermengen.

 

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350 ml handwarmes Wasser dazu und zügig durchmischen, dabei NICHT KNETEN! Ziel ist, dass kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist.

 

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Das sieht etwa so aus. Nicht sonderlich gustiös. Mit Frischhaltefolie luftdicht verschließen und 18 Stunden rasten lassen.

 

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Nach 18 Stunden sollte der Teig etwa so aussehen.

 

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Gutes Zeichen dafür, dass er fertig ist: Wenn man die Schüssel kippt sieht man zähe Fäden. Das, Ladies and Gentlemen, ist das diabolische Urböse: Gluten. (Meine Meinung dazu kann hier nachgelesen werden. Zwinkerzwinker.)

 

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Jetzt kommt die ultimative Herausforderung: Der pickige Teig wird in einem Schubs auf ein sauberes, bemehltes Küchentuch befördert. Nun alle vier Teigseiten zur Mitte falten, wie beim Origami und den Teig umdrehen. Küchentuch zuschlagen und weitere 2 Stunden rasten lassen. Nach einer Stunde Rastzeit (Achtung, das ist jetzt wichtig!) den leeren Bräter ins auf 250 Grad vorgeheizte Rohr schieben.

 

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Nach dem 2. Rastvorgang sieht unser Teig so aus.

 

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Den Teig nun wenden und mit der “Naht” nach oben in den heißen Bräter befördern. Den Deckel drauf, den Bräter ab ins Rohr und dort eine halbe Stunde belassen. Nach der halben Stunde den Deckel abnehmen (Achtung, heiß!) und nochmal 30 Minuten backen.

 

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Fertig.

 

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Das Endprodukt hat eine beneidenswert dicke, knusprige Kruste und ein weiches, saftiges, großporiges Innenleben. Nomnom.

 

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Ich hab mein Rezept an jenes von Esskultur angelehnt und etwas abgewandelt. Ich empfehle den Besuch dort aufs Ausdrücklichste, da die Anleitung unendlich ausführlich ist und – außerdem – ein Zeitplan für den Back- und Rastvorgang zum Download bereitsteht. Das nennt man Service!
Ich sag jedenfalls: Mahlzeit!
PS: Mein Bräter ist übrigens von IKEA und dem leider sündhaft teuren Klassiker von Le Creuset nachempfunden. Die Farbe vom IKEA-Modell ändert sich je nach Saison. Meiner ist blau, der aktuelle ist, so ich mich nicht täusche, weiß. Und sehr empfehlenswert!

 

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