Gästebetten und ihre Tücken

Nachdem wir uns der größten und zentralsten Wohnung im erweiterten Freundeskreis erfreuen, ist in derselben natürlich eine Gäste-Übernachtungsmöglichkeit für etwaige Parties, Mag-nimmer-heim-Gelage, Fortgeh-Überbleibsel und sonstige Okkasionen vonnöten.
In der alten Wohnung hatten wir den Luxus eines Arbeits-/Gästezimmers. Dieses nahm nicht nur all unsere Sorgen bezüglich Unterbringung eines Arbeitsplatzes, Gaming-Domizils und eben auch einer Gästecouch von uns, es fungierte nach einigen Monaten auch als, naja, Rumpelkammer für alles, was sonst keinen Platz mehr fand. In den 2(,5) Zimmern der neuen Wohnung müssen also sämtliche Bereiche des ehemaligen Multifunktionszimmers irgendwie untergebracht werden: 2 Arbeitsplätze, der Gästeschlafbereich und jede Menge Stauraum.

 

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Als Zielort für ebenjenen Gästeschlafbereich kam im Prinzip nur die Wohnküche infrage. Dies stellte uns vor mehr als eine Herausforderung. Erstens: Neben der Küche, dem Essbereich, dem Klavier und viel Stauraum musste die Wohnküche auch noch Platz für eine Schlafcouch hergeben. Zweitens: Ein neues Bettsofa musste her.

Im Exgästezimmer stand das “Urmodell” der IKEA PS Schlafcouch in seiner ganzen jeansbezogenen Futonpracht. Auch wenn dieses Teil vom Prinzip her ein ganz ansehnliches Möbelstück war, wurde es doch als zu klobig klassifiziert und an ein studentisches WG-Zimmer verkauft. Es begann also die Suche nach Ersatz. Und die war ausufernd. Selten habe ich so viele grauenhafte Möbel gesehen, wie in den Bettcouchsortimenten der hiesigen Möbelhäuser. Zu groß für unsere Zwecke waren die meisten Exemplare außerdem. Daher: Online-Recherche. Und da wurden wir auch schnell fündig. Es zog also das Modell “Splitback” der dänischen Möbelfirma Innovation bei uns ein. Ach, diese Dänen. Auf die ist in puncto Möbeldesign scheinbar immer Verlass.

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Ursprüngliche Idee war es, die Couch als Raumteiler zwischen Ess- und “Klavier”-Bereich einzusetzen. Kaum war das Ding aber geliefert, aufgebaut und platziert, wurde dieser Plan als völlig indiskutabel verworfen. Zu groß, zu klobig, im Weg, verkleinert den Raum, unpraktisch. Ein vernichtendes Urteil also für mein Planungstalent aus der Ferne.

Dann: Verzweiflung. Woanders hat das Teil mit seinen 2,10 Metern Länge nämlich keinen Platz. Ein, zwei Schnäpse und diverse Umstellversuche später, die eigentlich ohnehin naheliegende Lösung: Wer braucht schon zwei ungeliebte Malm-Kommoden, wenn er ein Splitback haben kann? Eine unserer Küchenkram-Verstau-Kommoden musste also weichen.

Ein paar Rationalisierungsattacken die Küchenausstattung betreffend später war der alte Malm dann Geschichte und der Splitback thront nun in all seiner Pracht neben dem Esstisch. Und wir verschmähen seitdem das eigentlich Wohnzimmer, weil so gemütlich. Aber das wird schon noch.

 

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