Biedermeier-Vitrine 2.0 – Vorher/Nachher

Auf der Suche nach einer Vitrine für unsere Schätze aus Porzellan und Glas waren wir zu Beginn sicher ebenso ratlos, wie bei unserer eher fruchtlosen Suche nach einer schönen Kredenz. Als wir uns schon fast zum Kauf eines IKEA-Modells entschieden haben, kam plötzlich der rettende Eintrag auf willhaben. Leider konnten wir die angebotene “Biedermeier Vitrine”nicht persönlich besichtigen, also wagten wir kurzerhand den Sprung ins kalte Wasser und kauften das gute Stück auf Verdacht – die Verkäuferin war sogar so nett es zu liefern. Dass eine antike Vitrine um 150.- Euro kaum in perfektem Zustand sein konnte, war uns klar, als wir sie dann schließlich in Empfang nehmen konnten, mussten wir tatsächlich einige gravierende Mängel feststellen – Risse im Furnier, abblätternde Tapete im Schrankinneren und weitere weniger schöne Macken. Echter Shabby Chic, wenn man so will. Ob die Vitrine wirklich aus dem Biedermeier ist, kann man bezweifeln, hübsch ist sie trotz ihres angekratzten Zustands aber allemal!

Eine kleine Renovierung war also bitter nötig. Da die Grundsubstanz der Vitrine aber gut war, konnten wir uns vorerst auf eine Erneuerung der Tapete beschränken. Die Originaltapete mit einem charmanten Blümchenmotiv war handgestempelt und noch mit einem Herstellervermerk versehen, aber schon völlig desolat. Scheinbar wurde unsere Vitrine in Wien hergestellt, in einem Unternehmen mit dem Kürzel “WTF”. Die Google-Suche nach “WTF Wien” liefert übrigens leider nicht gerade eine Möbelwerkstatt, ist aber recht unterhaltsam!

Hier also die Bilder vom Zustand “vorher”:

 PA202923 PA202922 PA202921

Die Suche nach einer geeigneten Tapete war auch gar nicht so einfach. Moderner als die alte sollte sie sein, womöglich etwas geometrischer gemustert und farblich sollte sie zu unserer Sammlung an Lilien Porzellan aus den 60ern passen. Nach langem Hin und Her wurden wir auf Etsy fündig und entschieden uns für eigentlich als Geschenkspapier gedachte Bögen von MOZAIQ.

Vor dem Tapezieren hatten wir ordentlich Bauchweh, weil a.) das Papier sehr knapp bemessen war und wir b.) quasi keine Ahnung vom Tapezieren einer so unregelmäßigen Oberfläche hatten. Und auch nicht wussten, die das alte Holz auf eine dicke Schicht Tapetenkleister und Papier reagieren würde. Das Ergebnis ist aber sehr überzeugend!

Momentan dient die Vitrine noch ganz unchic als Abstellplatz für Blumenstöcke und allerlei Kram und die Umgebung ist auch noch mit Dingen vollgestellt, die eigentlich nicht dorthin gehören. Aber mit etwas Fantasie kann man sich den Endzustand schon vorstellen – und der wird etwas später natürlich auch dokumentiert!

 

PA232937
Leider klemmt das Schloss ein wenig
PA272967
Die fertig tapezierte Vitrine am nicht ganz endgültigen Aufstellungsort
PA272968
Unsere Sammlung an Lilien Porzellan (oben links), Melitta-Service (beides 60er), handgeschliffene Weingläser aus den 50ern und 60ern und neue Gläser

 

PA272971

 

PA232956
Diverse Flohmarktfunde – die Apothekerflasche hätte ich damals fast stehen gelassen!
You May Also Like