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Kunst, mit der man leben kann. Christina Steinbrec...

Kunst, mit der man leben kann. Christina Steinbrecher-Pfandt und die viennacontemporary #illyartdiscovery 5*

* Werbung/bezahlte Einschaltung: In freundlicher Zusammenarbeit mit Illy

Die viennacontemporary ist, wenn man so möchte, der Nabel der herbstlichen Wiener Kunstwelt. Die Messe für zeitgenössische Kunst gerät Jahr für Jahr zum Spiel- und Tummelplatz, zum Ort der Begegnung und des Diskurses für Kunstinteressierte aller Altersklassen, für Sammler, Betrachter und Schaulustige und zeigt immer neue Positionen und Blickwinkel auf die Kunstszenen der Welt. Und: Sie bietet dabei eine Fülle von Eindrücken und Positionen.

Vom 21. bis 24. September 2017 präsentieren insgesamt 110 Galerien und Institutionen aus 27 Ländern im Rahmen der viennacontemporary die von ihnen vertretenen Künstler*innen und Positionen in der Wiener Marx Halle, laden zum Wandeln, Gustieren und Sammeln. Untermalt und begleitet wird die Messe von einem umfangreichen Rahmenprogramm für Groß und Klein sowie kulinarischen Interventionen – Kunst geht schließlich auch durch den Magen.

Die Sonderpräsentationen ZONE1 sowie Solo & Skulptur – und ein spezieller Fokus auf das aufgrund der aktuellem politischen Lage besonders spannende Kunstland Ungarn – runden das Programm dabei ab. Damit unterstreicht die viennacontemporary nicht nur ihre Bedeutung als Kunst-Marktplatz, sondern auch ihre Rolle als Fürsprecherin junger und etablierter Künstler sowie als Vermittlerin der Kunstszenen der diesjährigen Schwerpunktländer.

Milena Usenik, Bow III., 1975, courtesy P74 Gallery

Aufmerksame Verfolger*innen der #illyartdiscovery auf diesen paar Quadratmetern Internet wissen es bereits: Wo es um zeitgenössische Kunst geht, hat auch Illy gerne seine Finger mit im Spiel. Illy ist langjähriger Partner der viennacontemporary und zählt auch 2017 als Kaffeepartner zu den Unterstützern der internationalen Kunstmesse.

Nicht nur deshalb spricht die künstlerische Leiterin der viennacontemporary, Christina Steinbrecher-Pfandt im Rahmen der 5. Ausgabe der #illyartdiscovery über Kunst und Kaffee, Wien als Kulturstadt, über junges Kunstpublikum – und ihren Tipp zum Start der persönlichen Kunstsammlung.

Ich sehe, dass sich Betrachter bei Kunst viel unmittelbarer auf diesen Dialog einlassen können

Letztes Jahr sprachen Sie in einem Interview mit WOMAN unter anderem über die Rolle von Kunst in unserer Zeit und darüber, dass Kunst wie ein paralleles Abbild der Gegenwart funktioniert. Welche Aufgaben hat Kunst Ihrer Ansicht nach noch – abgesehen von einer Art „Dokumentation“ des Zeitgeistes?

Kunst hat keine Aufgabe. Ich kann lediglich davon berichten, was Kunst in Menschen auslöst. Kunst kann Themen behandeln und diskutieren, die einerseits divers und strittig, andererseits auch angenehm sind – ich sehe, dass sich Betrachter bei Kunst viel unmittelbarer auf diesen Dialog einlassen können, mehr als im Zuge einer verbalen Auseinandersetzung.

Wim Wenders, Untitled, from the series „Written in the West“, New Mexico, 1983, © Wim Wenders, courtesy Ostlicht, Galerie für Fotografie

Für Sie ist die Wiener Kunstszene eine der lebendigsten weltweit – worin sehen Sie die Gründe dafür, dass gerade in Wien so viel passiert?

Kultur gehört zur Bildung, das Interesse an der Auseinandersetzung ist hier einfach da. Künstler, Kuratoren, Institutionen brauchen die Diskussion.

Die Industrie versteht die Robotisierung, den Menschen kann man folglich nur zur Kreativität nutzen.

Denken Sie, dass die Notwendigkeit besteht, junge Menschen mittels eigens entwickelter Programme an die Kunst heranzuführen, so wie das auch in der klassischen Musik versucht wird? Beziehungsweise: Gibt es aus Ihrer Sicht die Problematik der Zugänglichkeit von Kunstformen mit, provokant formuliert, elitärem Image – und entsprechenden Publikumsverlust in den nachfolgenden Generationen? Wie lässt sich damit umgehen?

Bezüglich jungem Publikum: Ich denke momentan weicht vieles dem Effizienz-Denken. Was keinen direkten Nutzen bringt, wird nicht in den Tagesablauf oder ins Leben aufgenommen. Allerdings steht dem gegenüber die aktuelle Suche nach Kreativitätsquellen. Die Industrie versteht die Robotisierung, den Menschen kann man folglich nur zur Kreativität nutzen. Es kommt zum Umdenken, daher sehe ich, dass junge Menschen auf der Suche nach Kreativität immer stärker zur Kunst kommen – und kommen werden.

Welche Entwicklung würden Sie der viennacontemporary für die kommenden Jahre im Vergleich zu anderen internationalen Kunstmessen wünschen?

Ich wünsche mir, dass Wien endlich international seinen Marktwert bewirbt. Alle Menschen wollen so leben, bzw. streben an, ihre Zeit so zu verbringen, wie man es in Wien & Österreich kann.

Es bringt ein Kunstwerk wenig, wenn man es nicht ausstehen kann.

Gábor Attalai, RED-Y MADE I-IV, 1974, courtesy Vintage Galéria

Angenommen, ich möchte mit dem Sammeln von Kunst beginnen – nach welchen Kriterien würden Sie mir empfehlen, Werke zum Kauf auszuwählen?

Ob man damit leben kann oder nicht. Es bringt ein Kunstwerk wenig, wenn man es nicht ausstehen kann.

Welche Erwartungen haben Sie für die diesjährige viennacontemporary – und gibt es Werke von KünstlerInnen, die Sie persönlich besonders mögen?

Ich erwarte mir glückliche Aussteller und Besucher. Jeder, der kommt, soll beim Verlassen wissen, dass er nächstes Jahr wiederkommt und Freunde mitbringt. International wie lokal, es gibt keinen Zweifel was Wien alles kann.

William Klein, Gun 1, New York, 1954, © William Klein, courtesy Ostlicht, Galerie für Fotografie

Christina Steinbrecher-Pfandt wurde 1983 in Kasachstan geboren. Sie studierte zeitgenössische Kunst an der Universität von Manchester, Großbritannien, war Kuratorin der Ausstellung „Unconditional Love“ der 53sten Biennale von Venedig, arbeitete als Kuratorin für die Moskauer Biennale, das Moscow House of Artists und der Sputnik Art Foundation. Seit 2014 leitet sie die viennacontemporary. 

viennacontemporary
21.-24. September 2017
Marx Halle Wien

Alle Fotos von Christina Steinbrecher-Pfandt (c) viennacontemporary/Kulakova


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  1. Interessantes Interview, Caro. Danke für den Einblick, liebe Grüße Claudia

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