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Pauschalurlaub, Dothraki und Avocadokerne: Die gut...

Pauschalurlaub, Dothraki und Avocadokerne: Die gute Nachlese im Sommer

Der Klassiker ist mal wieder eingetreten: Da nimmt man sich vor, regelmäßig eine kleine Artikel-Nachlese zu produzieren und dann hat man schwups so viel um die Ohren, dass eine dreimonatige Pause entsteht, bis die Ausgabe drei kommt! Ich bin etwas beschämt und kompensiere dies mit einer besonders umfangreichen Nachlese – die Dinge enthält, die ich schon im Mai erstöbert habe, das schmälert das Lesevergnügen aber bestimmt nicht. Versprochen!

Schwere Kost

Ein Artikel, der zumindest in meiner Filterblase vielfach geteilt wurde ist jener, in der Nachhaltigkeits-Blogger Alden Wicker mit dem sogenannten grünen Lebensstil abrechnet und aufzeigt, wie wenig es eigentlich bringt, seinen Müll zu trennen, Pflanzenmilch zu trinken und sein Geld für „grüne“ Konsumartikel auszugeben – außer dem Effekt, sich moralisch überlegen zu fühlen. Lesenswert!

Conscious consumerism is a lie. Small steps taken by thoughtful consumers—to recycle, to eat locally, to buy a blouse made of organic cotton instead of polyester—will not change the world. – Alden Wicker

Wie leicht man mit Statistiken lügen und völlig zusammenhanglose vermeintliche Tatsachen konstruieren kann, das zeigt dahingegen die deutsche Tagesschau auf.

Je mehr Käse die Menschen pro Kopf zu sich nehmen, desto mehr von ihnen sterben, indem sie sich in Bettlaken verheddern – das ist ein mathematisch über zehn Jahre verifizierbarer Trend. – Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Auf jetzt.de liest man über die Tatsache, dass Frauen viel weniger dazu neigen, zu Hasspostern im Netz zu werden als Männer – und woran das liegen kann.

Die Arizona State University hat herausgefunden, wie Menschen eine wütende Frau beurteilen – nämlich ganz anders als einen wütenden Mann. – Lisa Altmeier

Und die Zeit schließlich setzt sich damit auseinander, dass Pauschalurlauber den Einheimischen in gängigen Urlaubsdestinationen eigentlich besser tun, als der aufgeklärte Kulturtourist. Zeit, die eigenen Einstellung zu überdenken!

Der unbedarfte Urlauber ist aber nicht nur verträglicher für das Weltklima als viele Individualtouristen, sondern auch für das jeweilige Urlaubsziel. Der Grund: Er will es nicht unbedingt kennen lernen. – Alexander Krex

Leichte Kost

Für alle, die gerne Bilder anschauen und Interesse an historischen Kriminalfällen haben, hat der Standard eine schöne Sammlung historischer Mugshots zusammengestellt.

Die Fotos entwickeln ihren eigenen, ganz speziellen Reiz, weil die Inhaftierten in ihren privaten Anzügen und Kleidern vor die Kamera traten. – Kurt Tutschek

Mit den visuellen Trends der Gegenwart setzten sich jene Damen und Herren auseinander, die es besonders genau wissen müssen: die Analysten von Getty Images. Der vielleicht größte Einfluss bei Trends wie „Unflitered“ oder „Gritty“ Woman: Social Media.

Der Guardian erklärt, dass der „Hygge“-Wahnsinn endlich OVER ist – zumindest, was den Buchverkauf zu ebenjenem Thema angeht. Zeit, eine neue Sau durchs Dorf zu treiben!

Snuff out the tea lights and stick the hearthrugs back in the attic. It is official: hygge, the Danish “art” of cosy living, is as past-it as the Tory manifesto. – Danuta Kean

Ebenso schön anzusehen sind die Beiträge der Subreddit „Accidental Wes Anderson“, über die jetzt.de berichtet. Menschen aus aller Welt reichen dort Bilder von Orten ein, die aussehen, als stammten sie aus einem Filmset von „Moonrise Kingdom“ oder „The Royal Tennenbaums“.

Da finden sich verlassene Hotels in Südamerika, genauso wie ein renoviertes Schwimmbad in Thüringen, oder das Arbeitszimmer in einem Haus aus den 1950er-Jahren in Portland. – jetzt.de

Wiederum in der Zeit erklärt Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich (dessen Bücher ich übrigens wärmstens empfehle) den Kult des Selfie – und wie sich ein Instagram-Selbstportrait von Pamela Reif von einem unterscheidet, das Taylor Swift angefertigt hat.

Snapchat ist unter anderem deshalb so erfolgreich, weil es die Leute davon entlastet, kreativ sein zu müssen. – Wolfgang Ullrich

Und mein Youtube-Video des Monats zeigt schließlich Akzent-Trainer Eric Singer, der fiktionale Sprachen und deren Sprachfluss aus dem Mund bekannter Schauspieler analysiert. Großartig!

Aus der Kollegenschaft

Stef von Magnoliaelectric zeigt, wie man einen Avocadobaum vom Kern an großzieht – etwas, das mir und meinem braunen Daumen bisher nicht gelungen ist.

Das erste Mal, als ich einen Avocadokern auf Zahnstochern gesehen habe, war in Rs Wohnung, im Frühsommer 2014. Ein wenig vertrocknet, das arme Kerlchen, eh Kernchen. – Stef, Magoliaelectric

Großen Hunger macht Kevins Flammkuchen mit Zucchiniblüten. Nachbackgarantie, sobald der neue Herd steht (und es noch Zucchiniblüten gibt…)

Als es letzte Woche Mittwoch an meiner Tür klingelte und ich öffnete, lächelte mir ein Mann entgegen und überreichte mir zwei Pakete mit Zucchiniblüten. Und da meine Eltern mich nur davon gewarnt haben keine Süßigkeiten von fremden Männern anzunehmen, nahm ich die Zucchiniblüten dankend entgegen. – Kevin, The Stepford Husband

Neidgefühle überkommen mich schlussendlich beim Anblick dieser bildschönen Picknickdecke im marokkanischen Stil bei We Love Handmade. Zeit, Mutters Nähmaschine zu kapern!

 Wir haben uns hierfür von den berühmten marokkanischen Beni Ourain-Teppichen inspirieren lassen. Da diese derzeit in einigen Wohnzimmer liegen, wollten wir eine marokkanische Picknickdecke gestalten und so unser Wohnzimmer nach draussen verlegen. – We Love Handmade

 

Titelbild: Ali Inay on Unsplash


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