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A tinfoil metamorphosis: James Welling, Kunstforum Wien #illyartdiscovery 3*

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Tinfoil, ocean waves, diaphaneous architecture, dancers, color shifts, or draperies: Trying to find a consistent motif in the oeuvre of American photographer James Welling proofs a rather fruitless endeavor. Experiments with color plates that can be regarded as a photographic equivalent to Mark Rothko’s color sequences, works in the style of Man ray’s Rayograms or series that follow the dynamics of dancers: Welling, has been described as a split artist personality, or, because of the pictorial qualities of his work, as the Gerhard Richter of photography. He rather sees himself as a ventriloquist, who can speak with many voices provided by the changeable medium of photography.

In the course of his forty years of work, Welling, who is actually a trained painter and dancer, has developed into one of the most famous and influential photographers in the United States – yet he still fills the role of an outsider in Europe. A grand retrospective currently displayed at the Vienna Kunstforum attempts to change that. Titeled „Metamorphosis“ the Kunstforum shows a cross-section of the last four decades of Welling’s work. And: Perhaps it’s this metamorphosis, the constant change, that forms the leitmotif of Wellings oeuvre? That’s one of the questions we had while developing our third #illyartdiscovery. In partnership with Illy I have the opportunity of exploring Austrias art scene on a regular basis. Illy has been involved with the international art scene for many years and is very closely connected with the international art world, supporting events such as the Biennale di Venezia. #illyartdiscovery is is to be developed further in the coming years, taking regular glance behind the scenes of some exemplary venues in the art landscape.

Coming back to the question of the leitmotif in Jame’s Wellings work, we asked the one person, who most certainly knows the answer: Heike Eipeldauer, the show’s curator.

Wellings’s oeuvre, says Heike Eipeldauer, can hardly be displayed chronologically because the artist continually transforms his own work, recurs to old series or his family history, ties up with influences like Andrew Wyeth and re-starts experiments. „His work is in a permanent transformation and that had to be taken into account in the development of the exhibition,“ says Eipeldauer. „At the same time, it is also very easy to hang his works because each series is related to another in some way.“

This unconventional way of working with the medium of photography and thus opening up new technical and aesthetic possibilities is also what makes Welling so immensely influential for new generations of photographers.

Basically, according to Heike Eipeldauer, James Welling combines the color-loving aesthetics of the west coast with the conceptual art of the east coast, while at the same time maintaining an almost romantic relationship with painting, which he takes into account by means of photographic means.

This approach is to be discovered, for example, in Wellington’s old-fashioned, but photographically captured, crimson draperies, which, free of any context, fill their entire picture frame and leave their object affinity to the interpretation of the viewer. It is also these draperies, that Heike Eipeldauer found most appealing: „The artwork plays with this topos of art history and the illusional power of painting, it implies the question of whether the picture is a window or an object of its own, because it displays very strict borders. I find this is a very humorous way of dealing with the so called transparency of photography, and at the same time giving it a very melancholic, emotional component. “

So, what is in fact the leitmotif of Welling’s oeuvre? „I believe that, in spite of all the discontinuity it shows, the main theme is the constant will to experiment with photography, testing conceptual and aesthetic boundaries, with many other media in view – or even expressing them by means of painting.“

 

DE

Alufolie, Meereswellen, diaphane Architektur, Tänzer, Farbverläufe oder Stoffdraperien: Will man im Oeuvre des amerikanischen Fotografen James Welling einen motivischen roten Faden finden, laufen diese Bemühungen schnell ins Leere. An Rayogramme gemahnende Arbeiten stehen dort neben Experimenten mit Farbplatten, die als fotografisches Äquivalent zu Mark Rothkos Farbverläufen gelten können und schonungslos dokumentarische Fotos von Bahngleisen stehen neben collageartigen Serien, die die Dynamik des Tanzes nachempfinden lassen. Als gespaltene Künstlerpersönlichkeit wurde Welling daher schon bezeichnet, oder, aufgrund der malerischen Qualitäten seiner Arbeit, als Gerhard Richter der Fotografie. Er selbst sieht sich eher als Bauchredner, der dank dem wandelbaren Medium der Fotografie mit vielen Stimmen sprechen kann.

Im Laufe seines rund vierzigjährigen Schaffens hat sich Welling, der eigentlich ausgebildeter Maler und Tänzer ist, zu einem der bekanntesten und einflussreichsten Fotografen der USA entwickelt – dennoch fällt ihm in Europa immer noch die Rolle eines Außenseiters zu. Dies zu ändern nimmt sich eine aktuell im Wiener Kunstforum zu sehende Retrospektive vor. Unter dem Titel „Metamorphosis“ zeigt das Haus einen Querschnitt durch die letzten vier Jahrzehnte von Wellings Schaffen. Und: Vielleicht ist gerade diese Metamorphose, der Wandel der rote Faden, der durch das Oeuvre des Amerikaners führt? Ich durfte im Rahmen der dritten #illyartdiscovery bei Kuratorin Heike Eipeldauer genau nachfragen. In Partnerschaft mit Illy habe ich nämlich die Gelegenheit, die österreichische Kunstszene regelmäßig auf Espresso-Streifzügen zu erkunden. Illy ist seit vielen Jahren in der internationalen Kunstszene aktiv, eng mit der internationalen Kunstwelt verbunden und unterstützt dabei etwa Veranstaltungen wie die Biennale von Venedig.  Die #illyartdiscovery ist dabei kein zeitlich oder räumlich abgeschlossenes Projekt: Es soll sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln und regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen einiger exemplarischer Beispiele aus der Kunstlandschaft bieten.

 

Wellings Oeuvre, so erklärt mir Heike Eipeldauer, lasse sich kaum chronologisch hängen, weil der Künstler sein Werk ununterbrochen umformt, immer wieder auf alte Werke zurückgreift, auf seine Familiengeschichte rekursiert, an Vorbilder wie Andrew Wyeth anknüpft und Serien neu beginnt, oder sie umdreht. „Das Werk ist in einer permanenten Wandlung begriffen und dem muss man in der Ausstellung Rechnung tragen.“, so Eipeldauer. „Gleichzeitig ist es auch sehr einfach seine Werke zu hängen, weil jede Serie mit einer anderen in irgendeiner Weise in Verbindung steht.“

Diese unkonventionelle Art und Weise mit dem Medium der Fotografie zu arbeiten und dadurch neue technische und ästhetische Möglichkeiten zu erschließen, ist es auch, was Welling so ungemein einflussreich für neue Generationen an Fotografen macht.

Im Grunde, so Heike Eipeldauer, verknüpft James Welling die farbenverliebte Ästhetik der Westküste mit der Konzeptkunst der Ostküste und hält gleichzeitig ein fast romantische Verhältnis zur Malerei aufrecht, der er mit fotografischen Mitteln Rechnung trägt.

Dieser Ansatz ist etwa in Wellings altmeisterlich anmutenden, aber fotografisch eingefangenen purpurroten Draperien zu entdecken, die kontextungebunden ihren gesamten Bildrahmen ausfüllen und deren Objektzugehörigkeit der Interpretation des Betrachters überlassen wird. Diese Draperien sind es auch, die Heike Eipeldauer als jenes Werk nennt, das sie in der Ausstellung am meisten anspricht: „Die Arbeiten spielen mit diesem Topos der Malereigeschichte und der Illusionskraft der Malerei, der Frage, ob das Bild ein Fenster ist oder doch ein Objekt, weil es doch direkt an die Bildgrenze führt. Und das ist eine sehr humorvolle Art und Weise mit dieser Transparenz der Fotografie umzugehen und gleichzeitig dem Ganzen eine sehr melancholische, emotionale Komponente zu geben.“

Und was ist nun der berühmte rote Faden durch Wellings Werk? „Ich glaube, der rote Faden ist bei aller Diskontinuität das Festhalten am Experiment mit der Fotografie, das Gehen an konzeptuelle und ästhetische Grenzen, dabei ganz viele andere Medien im Blick habend – oder diese sogar mittels der Malerei ausdrückend.“

James Welling – Metamorphosis
Kunstforum Wien
05.05. – 16.07.2017

* Werbung/bezahlte Einschaltung: In freundlicher Zusammenarbeit mit Illy


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