READING

Ich war Squash spielen und hab mich gefühlt wie in...

Ich war Squash spielen und hab mich gefühlt wie in den 80ern. #fitmitgüte

Als ich, so ungefähr, 7 war, hab ich zum Geburtstag eine Tennis-Barbie bekommen. Die hatte ein kesses Röckchen und eine Schirmmütze am Leib, einen Tennisschläger in der Hand und Turnschuhe an den Füßen, sah ein bisschen aus wie Steffi Graf und war damals der Inbegriff von Coolness. Wenn man als Landkind mit einem überdurchschnittlich populären Dorf-Tennisverein aufwuchs, zumindest. Näher als in Puppenform bin ich dem ultimativen Trendsport der 80er und frühen 90er allerdings nie gekommen und werde bis heute den Phantomschmerz nicht los, der dieser von mir ausgelassene 80er-Zechenkas-und-Gummisohlen-Lifestyle hinterlassen hat. Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, wie sagt man so schön: noch ist nicht aller Tage Abend. Ich habe mich nämlich im Zuge von #fitmitgüte und Dank meines myClubs-Abos in den Tenniscourt Salzburg Süd geschlichen und Kindheits-Aufarbeitung betrieben. Zwar nicht mit dem Tennisschläger, sondern mit dem Squash-Racket, doch: den Spirit of the 1980s habe ich trotzdem gefunden, aber ich fange wohl lieber am Anfang an.

Wie ihr vielleicht schon wisst, teste ich mich gerade auf der Suche nach meinem Wohlfühlsport ein Mal quer durch Salzburgs Sportangebote. Nach meinem etwas traumatisierenden Erlebnis beim CrossFit und einer Klettertour quer durch die Salzburger Boulderbar (Bericht folgt) war meine dritte Station dabei eine Squash-Box im Tenniscourt Süd. Und, was soll ich sagen, ich hatte richtig viel Spaß.

Was ist Squash überhaupt?

Ok, diese Frage stellen sich bestimmt die wenigsten, der Vollständigkeit halber aber auch hier eine kleine Erklärung: Squash ist, der Definition nach, ein zu zweit oder im Doppel gespielter Rückschlag-Sport, bei dem ein flexibler Gummiball an die Wände einer Squash-Box mit hohen Wänden gespielt wird, von den aus er wieder zurückprallt. Ziel ist es, den Ball so zu schlagen, dass ihn der Gegner nicht mehr erreichen kann.

Schön und gut, aber verliert man dabei nicht alle Zähne? Ball in die Fresse und so?

Die kurze Antwort: nein. Als Person mit massiver Angst vor Bällen, die in die generelle Richtung meines Gesichts schnalzen, hab ich meinen Fuß mit gesunder Skepsis in die Squash-Box gesetzt. Nach 5 Minuten erfolgte die Erkenntnis: Die Gefahr beim Squash geht weniger davon aus, einen Ball auf die Nase zu bekommen, sondern beruht eher drauf, vor lauter Übermut gegen eine Wand zu rennen. Been there, done that. Abgesehen davon, dass ich Koordinationsgenie ein paar Mal über meine eigenen Füße gefallen bin.

Spaß, Anstrengung? Komm auf den Punkt!

Ob das Ganze Spaß macht? Ja, und wie. Squash ist, so quasi, die spaßigere, große Schwester des allseits beliebten Kinderspiels „Tennisball gegen Wand“. Man hetzt im Furor, diesen einen dummen Ball noch zu kriegen, wie ein Depp quer durch die überschaubar große Box, versucht, den Gegner so schön es geht auszutricksen und tut dabei nicht nur etwas für die Kondition und Koordination, sondern auch fürs Hirn, denn: Ziemlich viel beim Squash spielt sich im Kopf ab. Die Einschätzung, wo der Gegner als nächster Hinschlägt zum Beispiel und die blitzschnelle Berechnung, ob sich das Rennen zum Bällchen jetzt überhaupt noch auszahlt. Nach einer Stunde hat man sich ordentlich verausgabt und am Tag danach melden sich die Oberschenkel zu Wort. Denn: Richtig anstrengend ist vor allem das schnelle zum Ball-Sprinten und ebenso schnelle Abbremsen, wenn man zum Schlag vor Ort ist.

Und wie ging es dir als Anfängerin?

Ganz ehrlich: Mein erfahrener Gegner der Wahl war ein bisschen arm mit mir, weil ich gerade anfangs primär herumgehampelt bin. Mit ein bisschen Instruktion durch jemanden „der das schon mal gemacht hat“, kommt man aber recht schnell weiter und das Schlagen der Bälle ist etwas recht Intuitives. Ich würde Squash demnach durchaus Anfängereignung zusprechen.

Der Tenniscourt Süd ist außerdem kein fancy Fitnessstudio, in dem das Prinzip „Sehen und gesehen Werden“ gilt, sondern hat eher den Charme eines Gemeindezentrums. Personen aller Altersklassen und Sportlichkeitsstufen, von den pensionierte Damen im Tennisoutfit bis hin zu ambitionierte Schlägerhelden geben sich die Tür in die Hand, die Abgeschlossenheit der Squash-Box gibt das Gefühl, beim ersten, unkoordinierten Fuchteln unbeobachtet zu sein – und nach dem Match gibt es noch ein Bier im angeschlossenen Beisl.

Squash-Court, du siehst mich wieder.

Squash im Fazit – meine unprofessionelle und subjektive Bewertung

Spaßfaktor: sehr hoch
Wohlfühlfaktor: hoch
Muskelkater: durchschnittlich
Erschöpfungszustand: hoch
Publikum: bunt gemischt
Geeignet für: alle, die bis zur Erschöpfung Spaß haben wollen

Salzburger Tenniscourt Süd
Berchtesgadener Straße 35
5020 Salzburg

Disclaimer: Ich durfte das beschriebene Angebot im Rahmen von myClubs kostenlos testen. Herzlichen Dank dafür!


RELATED POST

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

INSTAGRAM
DIE GUTE GÜTE AUF INSTAGRAM