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Fair Fäschn: Schweigen als Form von Eitelkeit

Fair Fäschn: Schweigen als Form von Eitelkeit

Frage: Wie aufwändig muss eine Gwand-Kombi eigentlich sein, um als Fäschn-Post reüssieren zu dürfen? Muss man sich dazu Zeug auf den Leib binden, das so sozial auffällig ist, dass beim Durchschnittsbürger gleich der Kunstverdacht Fäschnverdacht keimt? Oder darf man auch einfach mal was spazieren tragen, das man einfach so an einem Durchschnittstag anhätte, an dem man sich nicht extra für ein Shooting styled? So, aus Gründen der Realitätsnähe? Bei der hier präsentierten Kombi ist das nämlich mal der Fall. Diese wurde in der Früh einfach übergeworfen, als mal wieder keine Zeit für ausführliche Überlegungen, strategische Waschmaschinenladungen-aus-Fotogründen und Kleidungssgtück-Planungsvorgängen gegeben war. Einfach Kasten auf, drei Teile raus und gut ist’s. Und ich finde – das darf auch mal sein, frei nach dem Motto „Relateable is the new Black“. Denn: ich bin mir sicher, dass es den meisten von euch an vielen Tagen der Woche genauso geht.

Die Teile, aus denen dieses Outfit besteht, sind dabei größtenteils auch schon recht langjährige Mitglieder meines Kasteninhalts. Die Jacke etwa war eines der ersten Fair Fashion-Teile, die ich mit jemals gekauft habe. Und die Handtasche, die hatte meine Mama schon in den 80ern beim Fortgehen mit. Die Schuhe sind Kinder meines letzten Rom-Urlaubs vor vier Jahren. Und die Kette ist ein Stück handgemachter Recycling-Schmuck. Ein paar Stücke also, an denen Geschichte und Geschichten hängen. Und das, das ist mir persönlich oft lieber, als jeder neue Modescheiß auf Instagram.

Der Karma-Breakdown:

Jacke: People Tree, bio und fair (+1)
Bluse: Grüne Erde, bio und fair (+1)
Hose: Muji (-1)
Schuhe: aus einer kleinen Boutique in Rom, made in Italy (+1)
Tasche: von Mama aus den 80ern (+1)
Kette: vom Upcycling-Markt (+1)

Karma-Bilanz: +4
Tocotronic-Zitat

Fotos: Sonja Winkler


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  1. Martina

    4 Mai

    Du bist so herrlich ehrlich! Und fesch in deiner unprätentiösen Kombi…

  2. Dass dieses Outfit realitätsnah ist, kaufe ich dir sofort doppelt und dreifach ab – ich würde es auch sofort anziehen, es sieht traumhaft schön aus und gleichzeitig super alltagstauglich (ich wollte gerade „alltaugslich“ schreiben :D).

    Ich finde das erfrischend ehrlich und schöner als jedes über-gestylte Outfit, das irgendwie nicht authentisch wirkt. Wobei ich deine Outfits immer alle super authentisch finde und du immer wirklich schön aussiehst 🙂 Also – weiter so und keine Gedanken machen, ob das Outfit nun „Fäschn-tauglich“ ist. Ist es 😉

    Und die geschichtstragenden Teile finde ich auch mega schön. Da bekommt so ein Outfit doch gleich eine ganz andere Dimension.

    Liebe Grüße
    Alena

  3. Martina

    4 Mai

    schönes rot… also vom lippenstift. such ich schon länger, noch dazu einen der nich verrinnt! verrätst du was die güte an ihre lippen läßt? 🙂

  4. Sehr fein! Eigentlich bin ich ja eher Fan von „so geh i aussi, so zag is her“… und finde mühevoll zusammengeplante outfits meist so realitätsfern dass es mir den Spaß an der Sache verdirbt. Großes Lob an dich, so sollen fashionposts für mich sein 🙂

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