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Die Gute Nachlese im April: Nacktmulle, Bratislava...

Die Gute Nachlese im April: Nacktmulle, Bratislava und Wap-bap, ba-da-di-da-da

Wir schreiben Anfang Mai – Zeit für eine kleine Runde der guten Nachlese! Ihr erinnert euch vielleicht – gestartet bin ich in diese Serie mit Ende des letzten Monats und nachdem ihr, meine sehr verehrten Damen und Herren, so schönes Feedback darauf gegeben habt, gibt es hiermit die zweite Runde mit schwerer und leichter Kost sowie Dingen aus der Kollegenschaft. Lektüre, die mich im April besonders beeindruckt oder unterhalten hat und die mir besonders in Erinnerung geblieben ist? Los geht’s!

Schwere Kost

Stuart Heritage fragt sich im Guardian „What is the piece of pop culture we all need right now?“ und zeigt dabei auf, dass im Grunde jeder mediale Furz aktuell als genau jenes Ding angekündigt wird, das die Gesellschaft gerade braucht – von den jüngsten Ergüssen des Kendrick Lamar bis hin zu einer erneuten Lektüre von 1984.

[…] Alternatively, the fad for proclaiming that things are what we need right now desperately needs to stop. – Stuart Heritage, The Guardian

Der Nacktmull, so schreibt Saskia Gerhard in der Zeit, ist, so quasi, die coolste Sau unter den bisher bekannten Nagern. Er kann 18 Minuten ohne Sauerstoff überleben, hat quasi kein Schmerzempfinden, ist krebsresistent und wird für ein Viech seiner Ordnung saualt – obwohl er sein Dasein damit verbringt, bei großer Hitze und Dunkelheit in Großkolonien Schächte zu buddeln. Nacktmulle: Atemlos durch den Schacht.

Den Nacktmull darf man also durchaus als Wundertier bezeichnen. Und als beeindruckenden Beweis dafür, dass Aussehen wirklich nicht alles ist. – Saskia Gerhard, Zeit

Kollagen-Biosphären mit Hydra-Komplex: Ziemlich viel, was auf drogeriemarktüblicher Kosmetik draufsteht, ist reines Bullshit-Bingo. Broadly hat den spacig klingenden Pseudo-Wirkstoffen für mehr Volumen, glattere Haut und „ideale Zellanordnung“ mit einer Pharmazeutin auf den Zahn gefühlt.

„Es wird wahnsinnig viel Unsinn verkauft“, sagt Courts. „Das Meiste rangiert zwischen Esoterik und Geldscheffelei.“ – Claudia Courts via Broadly/Hanna Herbst

Wer nicht gerade unter einem Stein lebt, hat wohl mittlerweile entdeckt, dass Bibi von und zu Beautypalace kürzlich ihren ersten Popsong inkl. zuckersüßem Video veröffentlicht hat. Wap-bap, ba-da-di-da-da. Dass die Scheibe kein großer Wurf, aber insgesamt recht harmlos ist, dürfte ebenfalls relativ sonnenklar sein. Ob es im Gegenzug dazu aber gerechtfertigt ist, die gute Frau Heinicke für das seichte Poplüfterl so dermaßen an den digitalen Marterpfahl zu ketten, ist jedoch fragwürdig. Gernot Kramper vom Stern gibt dazu eineindeutiges Nein.

Richtig, Bibi kämpft nicht für die Wale, plaudert nicht über Mülltrennung und hat Donald Trump nicht verhindert. Alles Vorwürfe, die man „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ auch machen kann. Macht aber keiner. – Gernot Kramper im Stern

Aus der Kollegenschaft

Marlene und Manfred, die vor gut einem Jahr in die Niederlande ausgewandert sind, waren in Tulpenfeldnähe radfahren. Wie schön das ist, davon kann man sich hier überzeugen. Und zur Garnitur gibt es noch ein paar interessante Fakten über die Tulpenzucht.

Wieso gibt es überhaupt Tulpenfelder? Tulpen können zwar von Samen gezogen werden, das ist jedoch ein aufwendiger Prozess der 7-10 Jahre in Anspruch nimmt. Deshalb sorgt man dafür, dass Tulpen auf Feldern blühen und dabei so genannte Töchterzwiebel erzeugen. – Manfred, Boy and Girl Adventures

Wenn ich in der Küche bei einer Sache versage, dann ist es beim Backen. Genussfähiges Brot herzustellen ist mir bisher nur in Ausnahmefällen geglückt. Umso schöner ist es, Mister Magnoliaelectric beim Brotbacken zuzusehen. Sein Walnussbrot schaut so professionell aus, dass es mit fast zu Tränen rührt.

Was Cupcakes 2011 waren, Cakepops 2012, Cronuts 2013, Smoothies 2014, Grünkohl und Matcha 2015 und Foodbowls am besten mit „Superfood“-Topping 2016, das ist das Brot 2017. Prognostiziere ich zumindest mal ganz selbstbewusst. Brot, der Foodtrend dieses Jahres. Eindeutig. – Stef, Magnoliaelectric

Die Ginger war mal wieder in den USA und ich bin immer noch grün vor Neid – besonders angesichts dieser großartigen Fotos vom Spaßpark in Coney Island. Sehr nostalgisch, sehr fein.

Ich ringe ja beinahe damit, euch diese Fotos zu zeigen. Denn: man sieht, wie schön es dort ist. Und trotzdem hat sich diese Tatsache beim gemeinen New York Touristen noch nicht durchgesprochen. Was bedeutet, dass man unter hunderten chassdidischen Juden und skateboardfahrenden Jugendlichen so ziemlich der einzige, mit einer Kamera bewaffnete Europäer ist, der dort auftaucht. – Sonja, Ginger in the Basement

Was ich bei meinem letzten Bratislava-Besuch alles versäumt habe, zeigt H.Anna. So hip hatte ich die Stadt gar nicht in Erinnerung! Der nächste Trip ist zumindest geistig schon geplant.

foodies kommen in bratislava definitiv auf ihre kosten. in den zwei tagen haben wir nicht nur außergewöhnlich gute goyza im foodstock, sondern auch die bisher besten zimtschnecken im fach gegessen. – Anna, H.Anna

Leichte Kost

Was der Trump wann, wie und wo zu welchen Themen getwittert hat, katalogisiert das Trump Twitter Archive. Bitte mit Staunen und Zittern lesen. Dank an Uta für den grandiosen Tipp!

Apropos Menschen, die man nicht so klass findet: Wer Lust drauf hat, Felix Baumgartner mal so richtig schön zu beleidigen, ohne dabei in rechtliche Grazonen zu rutschen, für den hat Vice einen speziellen Service parat.

Richtiges, straffreies Beleidigen will also gelernt sein – und wir wollen euch dabei vor dem Gröbsten bewahren. – Anna Weismann, Vice

Und zu guter Letzt haben Christoph & Lollo mal wieder ein besonders feines Lied über die rot-weiß-roten Zustände geschnitzt. Ist ja auch schlimm schlimm schlimm, diese Bettemafia.


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  1. Uta

    9 Mai

    jetzt komm ich mir total wichtig vor! 😀
    super auswahl – danke! 🙂

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