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Ist die Blogosphäre ist tot? Der Leserwertschätzun...

Ist die Blogosphäre ist tot? Der Leserwertschätzung ist nämlich schon ganz schlecht.

Auf die Gefahr hin, hier eine nostalgieschwangere Jammertirade ins Netz zu stellen, muss ich trotzdem mit dem üblichen Satz beginnen: Früher war irgendwie alles besser.

Als ich 2013 meinen ersten Blogartikel in den Äther schickte, schaute die (Österreichische) Blogosphäre noch anders aus. Sie war kleiner, heimeliger, weniger professionell und noch stärker von Leidenschaften getrieben, als von Businessmodellen. In diesem Umfeld war es einfach, in Kontakt mit anderen Bloggern zu kommen, sich Rat und Hilfe zu holen. Man widmete sich einem Hobby, das noch nicht so stark im Fokus des öffentlichen Interesses stand und das profitabel zu betreiben noch eine hehre Utopie war. Das Gemeinschaftsgefühl zwischen den Bloggerinnen und Bloggern, die ich in jener Zeit kennen lernte, war stark – man hatte, so quasi, eine gemeinsame Mission. Im Kontakt mit Gleichgesinnten fand man endlich jemanden, mit dem man sein exotisches Hobby diskutieren konnte, Wissen und Erfahrung wurden uneigennützig geteilt und Vernetzung geschah aus Begeisterung für das gemeinsame Interesse. Das war die Zeit, in der ich Sonja kennen lernte, Claudia, Conny, Sabina und Anita. Das war auch jene Zeit, in der der Salzburger Bloggerstammtisch gegründet wurde, den es in der Anfangszeit fast monatlich gab. Man wuchs gemeinsam, gönnte sich Erfolge, verlinkte und empfahl sich gegenseitig. Wann sich das genau änderte, kann ich rückblickend nicht genau sagen. Damals waren in unserer Salzburger Blogger-Facebookgruppe eine Hand voll Leute, fast ebensoviele am Stammtisch. Heute sind wir auf eine beachtliche dreistellige Mitgliederzahl gewachsen, Stammtische und kostenlose Vorträge werden hingegen oft mangels Teilnehmern abgesagt, Neuankömmlinge haben oft kein Interesse mehr am Austausch.

Wenn man im Jahr 2017 Bloggerevents besucht, sieht man sich einer veränderten Realität gegenüber.

Kommerz killt?

Woran das liegt? Vor kurzem habe ich mich mit einer ebenfalls schon länger gedienten Kollegin unterhalten, die folgende interessante Theorie vorbrachte: Blogger und Bloggerinnen, die ihre Seite von vorneherein mit Kommerzialisierungsabsicht starten, mit einem Businessplan und von Tag eins an mit Werbekunden und Profifotografen, die brauchen diese Vernetzung nicht. Sie wollen und müssen vielleicht auch nicht mehr von anderen lernen, sie haben ihr (bezahltes) Team und brauchen keine Bloggerfreundschaften, keinen Austausch. Das hat seine Berechtigung, solche Blogs haben ihren wohlverdienten Platz und ihr Publikum. Traurig macht mich diese Entwicklung trotzdem in gewisser Hinsicht, da ich das, was ich hier mittlerweile zumindest nebenberuflich tue, eigentlich anders kennen und schätzen gelernt habe und mittlerweile oft auch medial als Gesicht für eine Branche diene, mit der ich mich immer weniger identifizieren kann. Und: Weil ich immer noch viel unbezahlte, ehrenamtliche Zeit in die Bloggervernetzung stecke, die mir immer sinnloser erscheint.

Denn: Auch, wenn man im Jahr 2017 Bloggerevents besucht, sieht man sich einer veränderten Realität gegenüber. Einer, die man zuvor eher aus (den immer schon weiter entwickelten) Fashionbloggerkreisen und aus der internationalen Szene kannte: Den Wert eines Gesprächspartners bestimmt dessen Followerzahl und Missgunst bestimmt das Klima. Man unterhält sich mit den Leuten, von denen man sich in purem Eigennutz etwas erhofft – eine Erwähnung auf Instagram oder eine Kollaboration etwa. Will ich meine Zeit wirklich opfern, dem eine Bühne zu bieten?

War ich einfach naiv anzunehmen, dass Vernetzung, Wertschätzung, ein partnerschaftliches Geben und Nehmen eigentlich Grundpfeiler von Blogs, der Blogosphäre sein sollten? So, wie das Internet eigentlich nur funktionieren kann, weil es ein vernetztes System ist? Oder ist es einfach der Weg alles Irdischen, dass Spaß und Gemeinschaft auf der Strecke bleiben, sobald (die Aussicht auf) Geld im Spiel ist?

Und ist wirklich die Kommerzialisierung von Blogs daran schuld – oder ist es eher der Fakt, dass es mittlerweile viel mehr Blogger und Bloggerinnen sind, die um die Gunst einer Leserschaft mit endenwollender Aufmerksamkeit buhlen?

Mir tun jene Kolleginnen und Kollegen leid, die jetzt erst zu bloggen beginnen.

Ein paar Effekte, die diese beiden Phänomene mit sich bringen, sind nämlich in vielerlei Hinsicht nicht besonders wünschenswert.

Erstens: Durch die zunehmende Kommerzialisierung steigt bei mir das Gefühl, sich für jede Erwähnung eines Unternehmens, eines Produkts, einer Organisation vor dem Leser rechtfertigen zu müssen. Auch für jene, die organisch, freiwillig passieren. Und nicht nur das Gefühl steigt, sondern die teilweise auch aggressiv vom Leser, der Leserin vorgebrachte Nachfrage, warum etwas wo auftaucht. Der Verdacht, für etwas bezahlt geworden zu sein und dies nicht zu kennzeichnen, wird immer häufiger geäußert. Dies geht soweit, dass ich mittlerweile jede einzelne freiwillige Erwähnung eines Lokals, eines Produkts, einer Firma proaktiv als NICHT gesponsert kennzeichne. Kann das wirklich der Sinn der Sache sein? Sind es die unethischen Produktplatzierungspraktiken der Kollegenschaft, die eine gesamte Branche in Verruf bringen?

Zweitens: Mir tun jene Kolleginnen und Kollegen leid, die jetzt erst zu bloggen beginnen und diese „gute alte Zeit“ nie kennen lernen durften. In dieser „guten alten Zeit“ war es nämlich auch noch völlig ok, nicht mit perfekten Bildern, sattelfesten Texten und einem fixfertigen Konzept in einen Blog zu starten. Man fing an, lotete Möglichkeiten aus und die Leber wuchs mit ihren Aufgaben. Man wurde besser, learning by doing. Dass ich genauso angefangen habe, verrät etwa ein Klick in die hintersten Seiten meiner Blogübersicht. Genau das wird die neue Generation ohne Businessplan, ohne Fotografenhintergrund und lediglich mit dem Wunsch, auch ein kleines digitales „Eigenheim“ zu bauen, wohl nie erleben.

Und schließlich drittens: Die Wertschätzung von kostenlosem Blogcontent auf Leser*innenseite sinkt ebenfalls permanent. Klar, mittlerweile ist das Internet übervoll mit Texten, Bildern, Anleitungen, Rezepten, Artikeln, Editorials und Reportagen, die kostenlos auf dem Silbertablett serviert werden und die man in der gebotenen Qualität früher nur aus Hochglanzmagazinen kannte. Und dieses Überangebot musste sich früher oder später rächen. Verlangt wird vom Leser astreine Qualität zum Nullkostentarif. Stimmt die Bildqualität nicht, entdeckt der Leser einen Tippfehler, macht er sich immer häufiger schonungslos und öffentlich über den Verfasser, die Verfasserin lustig. Findet er seine eigene Weltsicht in einem Artikel nicht bestätigt, spart er nicht mit Vorwürfen. Ist das Niveau eines Artikels scheinbar zu gering, regnet es Häme und ist das Niveau zu hoch, dann bleiben die Klicks und Reaktionen vollständig aus. Und traut sich der Blogger, der oft Zig Wochenstunden an Arbeit in das investiert, was dann zum kostenlosen Konsum im Internet steht, dann auch noch, bezahlte Werbeplatzierungen zu präsentieren, ist der Klick auf den „Unfollow“-Button ein besonders schneller. Hat die Blogosphäre hier ein Monster erschaffen, dem sie nicht mehr Herr wird? Würde man den Gratiskaffee in einem Restaurant dem Kellner ins Gesicht spucken, weil er den eigenen Ansprüchen nicht genügt?

Hat die Blogosphäre hier ein Monster erschaffen, dem sie nicht mehr Herr wird?

Wertschätzung, bitte!

Ich persönlich erlebe solche Phänomene und Leserreaktionen immer wieder, sie sind aber glücklicherweise nur ein paar wenige unter den vielen, vielen, wertschätzenden Kommentaren und Nachrichten, für die ich mehr als dankbar bin. Ich erlebe es im Gegensatz aber sehr oft, dass Kolleginnen von ebenjenen Reaktionen oft sehr mitgenommen sind, sich gekränkt oder verletzt fühlen und schließlich das Handtuch werfen. Etwa, weil es einen veganen Shitstorm gab, da ein Kuchenrezept Eier enthielt. Oder weil man den Rock einer Plussize-Bloggerin zu kurz fand. Weil ein Artikel einen bedauerlichen Tippfehler enthielt, man mit den Erziehungsmethoden einer Mama-Bloggerin nicht einverstanden war oder, wie es bei mir oft eintritt, weil das persönliche Lieblingslokal auf einer Liste nicht auftauchte und es deswegen böse Nachrichten hagelt. Viel davon ist eine blanke Ego-Schau, die im Kommentarbereich von Blogs oder Facebookseiten ausgetragen wird. Und von solchen Menschen wünsche ich mir oft, dass sie einen kleinen Schritt zurückmachen, kurz überlegen, welchen Sinn ihre Wortspenden haben und wem sie damit genau helfen. Die Antwort ist nämlich meistens: Nur ihrem eigenen Ego.

Was ich mir sonst noch wünsche? Ich wünsche mir, dass die Wertschätzung ein wenig zurückkehrt in die Blogosphäre. Vor allem die Wertschätzung der Blogger untereinander und, in geringerem Ausmaß, auch die Wertschätzung mancher Blogleser*innen gegenüber den Content-Produzentinnen deren Arbeit sie kostenlos konsumieren. Schließlich sind die meisten von uns hier um uns inspirieren zu lassen, zu unterhalten und unterhalten zu werden, zu informieren und informiert zu werden und um uns mit der Welt da draußen auszutauschen. Und die paar Trolle, die es hie und da gibt, die wünsche ich mir oft besser ignorieren zu können.


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  1. Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, ich habe sehr gemächlich gestartet, als die gute alte Zeit, von der du schreibst gerade im Umschwung war – aber genau das habe ich mir gewünscht – mehr Austausch, mehr gemeinsames Hobby und natürlich auch Inspiriation und immer ein bisschen besser und professioneller werden. Mittlerweile starten täglich neue Blogs, weil Mädels auch was vom „kostenlosen Klamotten“ Haufen abbekommen wollen – kann ich sehr gut verstehen – das ist die Demokratisierung des Internets, jeder kann und darf loslegen. Aber durch die vielen, vielen Blogger und Instagrammer gibt es keine kleine Szene mehr, alles verwässtert und man bekommt dadurch glaube ich insgesamt natürlich weniger Leser, die Konkurrenz an guten Inhalten ist sehr groß. Trotzdem habe ich persönlich einiges am Bloggen mitgenommen und möchte es nicht missen. Bereue nur, nicht vorher angefangen zu haben. Liebe Grüße *thea

  2. sarah hausleithner

    22 Mai

    großartig .!! sehr gelungener text .
    (der rest ist echt etwas lange geworden – fazit ist kurz gefasst ganz unten wenn du dich nicht durch mein langes geschreibe quälen willst ;D)

    ich bin zwar nur eine reine leserin (also hab keinen blog) aber viele sachen die du beschreibst empfinde ich gleich .
    dieser immense meinungsaustausch ist ja eig gut aber leute teilen wahllos ohne nach zu denken ihre meinung ..
    oft so böse . gemein (oder einfach nur naiv dumm ;D) dass ich fassungslos bin wie man sich sowas nur trauen kann .!
    mir tut das für die ‚beschimpften‘ dann auch immer so leid . die leser kennen einen ja gar nicht wirklich aber man wird zerrissen als hätte man eine totsünde begangen ..
    auch das mit der qualität stimmt . ich denk’s mir oft beim lesen und schmökern der blogs . was ihr uns da mittlerweile bietet ist wirklich der wahnsinn .!! wir werden sooo verwöhnt (jaaaa auch extremst von dir .! 🙂 lokale/shops etc werden gesucht . vorgeschlagen und oft sehr treffend beschrieben – da sind oft richtige schmuckstücke bei den tipps dabei .! super fotografiert und in szene gesetzt und wir bekommen’s echt für lau ..
    als würden wir 100e gratis magazine lesen . jeden tag ein neuer artikel – total genial wenn man überlegt 😀

    aber das machen anscheinend viele/einige nicht und das sind dann oft die die sich schön über die nicht perfekten dinge aufregen – leider ist das ja heutzutage oft so dass alles stetig toller besser größer sein/werden muss .. eine
    entwicklung die mir in vielerlei hinsicht bauchweh bereitet .

    puh was schreib ich da eigentlich gerade alles .?! 😉
    iwie sind meine gedanken gerade mit mir durch gegangen .
    fazit meines textes: ich mags dass du so ehrlich bist und ich teil echt deine meinung über diese ganzen entwicklungen .. wirklich erschreckend was da online so los ist .!
    DANKE dass es deinen blog gibt – wär’s ein magazin ich würds mir definitiv jeden tag kaufen .!!!!!

  3. Martina

    23 Mai

    Liebe Caro, ich mag deine regelmäßigen Beinahe-Abrechnungen oder Reflexionen der Branche. Ich stehe ja auf der „anderen“ Seite, muss berufswegen abwägen und einordnen und vermeintliche Kennzahlen vergeben. Die Flut der Blogger, die uns überrollt, führt manchmal dazu, dass ich mich mittags aufsetze, die Hand auf die Stirn schlage und mich wundere. Ob der Forderungen, des Größenwahns und der Selbst-Überschätzung, die da mancherorts lauert. Dir als Mitglied der Zunft glaube ich gerne, dass die Dinge sich geändert haben. Das haben sie auch auf unserer Seite. Schön aber, dass du nicht nur einen gewachsenen Freundeskreis in der Branche hast, sondern auch noch erfolgreich bist. Und das vergönnt man dir Wort für Wort, Bild für Bild!

  4. Sehr guter Trxt und noch bessere Gedanken! Leider empfinden viele Blogger andere blogger als konkurrenz Kampf darum, mit dem Blog schnell und viel Geld zu verdienen. Wer nicht das entsprechen Follower-Kit hat, wird links liegen gelassen – schade, aber irgendwie auch gut, weil andersdenkende Blogger dann einfach unter sich bleiben😊

    Die fehlenden Wertschätzung von Lesern hat, so glaube ich, mit einer schier unfassbaren Fülle an kostenlosem Content zu tun. Das treibt den Blogger schon mal in die Sinnkrise – vlt sollten wir aus Bloggerstammtischen einfach Selbsthilfegruppen machen????😅

    Liebe Grüße
    Johanna von Dinner4friends

  5. Liebe Caro,

    ich bin erst vor kurzem auf deinen Blog gestoßen und war von Anfang an doch etwas entzückt von deiner Art und Aura die du sprühst. So bodenständig, echt und .. normal, könnte man fast sagen. Im Vergleich zu dem, was hier vielerorts wächst, genieße ich es hier wirklich, anständige und lebensrelevante Themen zu lesen. Ich bin wohl der Meinung das jede Art von Blog seine Berechtigung hat (wer wäre ich, um es diesen abzusprechen), weil sie auch ihre eigene Zielgruppe bedienen. Wohl aber differenziere ich mittlerweile immer mehr zwischen „ein Blog der mein Leben bereichert, den ich lese, weil ich ihn lesen will“ und „ein Blog, der mit seiner Businessstruktur wohl pompös auf mich wirkt, aber sonst nicht viel mehr her gibt“.

    Mein eigener Blog steckt wahrlich noch in Kinderschuhen, aber auch bei vorherigen Projekten hab ich schnell gemerkt, dass ein Blog nicht einfach nur ein neumodernes Businessmodell ist, wenn mans mit Herzblut angeht. Da stecken Stunden an Schweiß und Ängsten drin – man ist sich gar nicht mehr sicher, ob die eigene Meinung, das was einen so bewegt und im Leben begegnet eigentlich noch relevant sind. Weil: neben den gestochen scharfen Fotos, einem Assistenten und perfektem Insta-Feed zischen dann nur noch die Herzchen-looks-so-good Kommentare durch den Bildschirm. Das fühlt sich so gewollt und unecht an. Ich will das nicht. Und trotzdem frag ich mich immer wieder: Ist das vielleicht mittlerweile notwendig? Ist es eine Überlegung wert, doch mal ein paar Herzchen und gut-gewollte Kommentare zu hinterlassen, um ein paar Klicks abzustauben? .. ich kann das nicht beantworten. aber ich weiß, dass es SO nicht meine Welt ist. Nicht meine Art mit Menschen umzugehen ist. Und sich das nicht richtig anfühlt.

    Auch, wenn ich noch nicht lange blogge, verfolge ich doch viele SchreiberInnen. Und da fallen mir immer wieder diese Blogger-Events ein, wo alle am runden Tisch sitzen, alles mögliche filmen und fotografieren. Wie die Hennen stürzen sie sich aufs beste Korn, um den perfekten Schuss zu ergattern. 1) Geht das nicht auch ruhig und gesittet? Kann man dabei auch mal super entspannt bleiben? – es wirkt auf mich so, als würde gleich die Welt untergehen wenn der eine Schuss nicht perfekt wird. 2) Sind solche Events überhaupt für Blogger? Oder erhoffen sich Hotels, Labels und Firmen nur einfach einen massiven Haufen an günstiger Werbung? Ich will eigentlich gar nicht zu negativ klingen, aber bin ich mit diesen Gedanken alleine oder empfindest du (oder jemand, der meinen Kommentar hier liest) das ähnlich?

    Jedenfalls bin ich kein großer Connecter – weder im reallife noch für meinen Blog. Nicht, weil ich das nicht gut finde, sondern weil mir meist das gute Gefühl dabei fehlt. Ich vernetz mich gern, plaudere aus meinem Nähkästchen und tausche Erfahrungen gegen andere Werte. Vielleicht sollt ich mich mal aktiv auf die Suche begeben 🙂

    Lieben Gruß aus NÖ
    Hanna

  6. Ein schöner Artikel, dem ich sehr zustimmen kann. Mir geht es genauso. Seit 2010 blogge ich, damals mit absolut unfassbar mieser Bildquali, kaum Text, aber viel Feedback von Leser*Innen und Blogger-Kolleg*Innen. Heute gibt es kaum mehr Kommentare, auf Facebook sieth sowieso keiner mehr was man da eigentlich postet, auf Instagram wird nur gefolgt wenn man zurück folgt und manch einer mit 3 Monate altem Blog macht tausendmal bessere Fotos und SEO Optimierung als ich. Es ist wirklich alles recht durchkommerzialisiert. Abgesehen davon, dass auch ich das Gefühl habe, mich rechtfertigen zu müssen wenn ich Produkte oder Destinationen oder Hotels empfehle, dabei mache ich fast nie bezahlte Werbekooperationen. Es ist schwierig. Auf Events will jeder nur Selfies schießen statt sich miteinander zu unterhalten. Da dort so viele Selbstdarsteller unterwegs sind, bin ich es aber mittlerweile auch oft leid, daran teilzunehmen.
    Ich versuche, dem Trend entgegen zu wirken und habe nach wie vor meine Blogroll in der Sidebar, in der ich Blogs die ich mag empfehle (egal ob sie mich verlinken oder ob ich jemand persönlich kenne, es sind für mich einfach gute Blogs). Ich schreibe gern mit Blogger-Kolleg*Innen und tausche mich aus, treffe mich dazu auch gern mal persönlich. Und ich kommentiere nach wie vor bei anderen Blogs, weil das eine Wertschätzung für die Arbeit ist, solche Artikel oder Rezepte zur Verfügung zu stellen.
    Hoffen wir, dass es auch wieder aufwärts geht mit der Blogosphäre 😉
    Liebe Grüße,
    Ela

  7. Schon witzig mal die Perspektive der Alteingesessenen zu lesen. Denn als Bloggerneuling hatte ich immer das Gefühl in der alteingesessenen Community keinen Platz zu haben bzw. gar nicht willkommen zu sein. Vielleicht aber deswegen, weil ich für mich allgemein im Bloggeruniversum noch keinen rechten Platz gefunden habe. Ich bin da wohl zu sprunghaft und inkonsequent, habe zu viele Ideen und Interessen und zu wenig Zeit um alles unter einen Hut zu bringen. Ich bin IMMER noch in der Orientierungsphase und die Eindrücke der Blogs rundherum erschlagen mich fast. Ich habe mir oft gewünscht, mich mit erfahrenen Bloggern austauschen zu können und Tipps holen, habe aber bisher nie wirklich Zugang zur Community gefunden.

  8. Hallo!
    Auch ich bin Bloggerin, aber eine, die auf bisher auf keine Blogevents war, ganz normale Fotos macht und versucht, real zu bleiben.
    Ich mag nicht in dieser kommerziellen Masse untergehen, ich möchte immer noch ich bleiben beim Bloggen, beim Fotografieren, beim Schreiben. Ich möchte nicht auf SEO achten, auf Followerzahlen oder Sonstiges in der Art. Ich freue mich über die Kommentare und über meine kleine Leserschaft, die ich in meinem Herzen geschlossen habe.
    Es ist toll, dass Du darüber geschrieben hast und man darf sich nicht durch diesen Kommerz unterkriegen lassen.
    Liebe Grüße,
    Emmi von emmiscookinside.blog

  9. Liebe Caro, danke für diesen ehrlichen Post! Ich selbst habe vor 2 Jahren mit meinem Blog begonnen, merke aber erst jetzt, dass er mehr Aufmerksamkeit bekommt. Mein Hauptthema ist Plus Size Fashion und ich bin froh, dass ich bislang noch keine negativen Kommentare oder Nachreden bekommen habe. Aber davor bin auch ich nicht gefeit.
    Ich bin eine kommunikative Person und ich lerne gerne neue Blogger kennen, habe aber auch schon feststellen müssen, dass es eine Grüppchenbildung gibt und viele sich nur mehr nach den Followern richten und nicht nach der Sympathie. Meine Denkweise ist hier ganz anders, denn wenn ich die Person mag weil sie auf der gleichen Wellenlänge ist, ist es doch recht egal wieviele Follower sie od ich habe. Aber ja ich bin ein Mikro Blogger, meine Meinung zählt in der heutigen Welt nicht so viel 😉
    Ich finde es großartig, dass es wiederrum Blogger gibt, die diverse Challenges ins Leben rufen, um den Zusammenhalt der Blogger wieder zu pushen und nicht den Neid und die Missgunst. Vielleicht schaffen wir es so gemeinsam alte Zeiten zurück zu bringen 🙂
    Glg aus Wien,
    Karo

    https://kardiaserena.at

  10. VIELEN DANK für diesen wertvollen und wichtigen Beitrag! Ich selbst war für die „gute alte Zeit“ leider etwas zu spät dran. Ein Bloggen außerhalb dieses scheinbar erbarmungslosen Konkurrenzkampfes unter (eigentlichen) KollegInnen, das hätte ich gerne kennengelernt. Umso wichtiger finde ich es, sich gerade jetzt wieder zu vernetzen und zu dieser Wertschätzung untereinander zurückzufinden.

    Alles Liebe,
    Sabrina

  11. Caro, ich finde diesen Post so schön. Er ist so ehrlich und aufrichtig und man merkt richtig, wie sehr dich das alles beschäftigt!
    Ich habe die gute alte Zeit leider nie kennen gelernt. Als ich vor einem Jahr angefangen habe zu bloggen, wollte ich einfach nur Schreiben, Kochen, Backen, meine Lieblingsrezepte teilen. Aber schon am Anfang war ich in den vielen wirklich tollen Foren umgeben von Regeln, ungeschriebenen Gesetzen… „Das musst du unbedingt tun, was geht gar nicht, wenn du das nicht tust, kannst du es auch gleich lassen…“ Es schien fast so, als wollten einige Blogger gar nicht, dass du anfängst zu bloggen, als wollten sie dir all deinen Mut nehmen und dich stattdessen verunsichern.
    Ich war einfach völlig verwirrt. Und dann habe ich mir gedacht: Es ist mein Blog, es sind meine Gefühle, meine Rezepte. Und wenn es niemand lesen will, dann ist es eben so. Aber ich tue es in erster Linie für mich… es ist ein Hobby, dass ich mir nicht von anderen diktieren lasse. Und wenn ich eben nicht zweimal die Woche Beiträge veröffentliche, dann ist es eben so.
    Mein Blog, keine Regeln, nur das was ich will! Das hat mir die Angst wieder genommen und ich habe einfach angefangen. Und ich bin froh darüber, auch wenn ich mir manchmal wünsche würde, dass dieses von dir beschriebene Wir-Gefühl einfach wiederkommt. Als wäre es nur im Urlaub gewesen und kommt nun gut erholt und voller Energie wieder!
    Und das wir uns alle wieder mehr unterstützen und einander motivieren und inspieren. Umso dankbarer bin ich für deinen tollen Beitrag. Denn er gibt mir Mut, dass ich diese Zeit irgendwann auch noch erleben darf.
    Ganz liebe Grüße und Danke 😘
    Kathia

  12. Sarah

    24 Mai

    Genau das was du in deinem Text beschreibst, bremst mich nun schon eine Weile selbst endlich mit dem bloggen anzufangen. Obwohl ich nun schon einige Zeit an Ideen und Texten bastle. Aber die ganzen perfekten Bilder, Businesspläne und Strategien schrecken mich ehrlichgesagt ab. Deshalb beneide ich alle die schon früher angefangen haben und die Zeit hatten sich als Bloggerinnen und Blogger zu finden :-).
    Danke jedenfalls für deine Ehrlichkeit und Authentizität – das macht deinen Blog für mich immer wieder schön zu lesen!

  13. Ich blogge nun etwas über ein Jahr und ob es früher besser war, kann ich natürlich nicht beurteilen. Für mich ist es mit Bloggern nicht anderes, als in allen anderen Lebensbereichen mit Kontakt zu anderen Menschen. Man kann sich immer noch aussuchen, mit wem man in Kontakt kommt und wo man es besser lässt. Vor allem weil es für mich ein Hobby ist, da muss ich nicht unter Druck alles erreichen und Zahlen vorweisen können. Das einzige Maß für den Erfolg ist für mich, ob es mir Spaß macht.
    Meine Bilder und Texte sind nicht perfekt, mein Blog entwickelt sich immer wieder, mit mir mit.

  14. danke!

  15. Treffende Worte zu einem sehr bewegenden Thema; ein toller Beitrag!!!
    Ich blogge seit fast 6 Jahren und habe die *gute, alte Zeit* miterleben dürfen.
    Deine Frage **Hat die Blogosphäre hier ein Monster erschaffen, dem sie nicht mehr Herr wird?** würde sie mit JA beantworten.
    Heute geht es in der Bloggerwelt um Zahlen, Fakten, Klicks, Perfektionismus….ein Online Tagebuch mit Kritzeleien, Tippfehlern und verwackelten Bildern…da kann man kaum punkten.
    Aber vielleicht liegt es auch an uns selbst…wer im *richtigen* Leben immer perfekt sein will (oder muss) der will das auch online sein…doch ob diese aufgebaute Scheinwelt (meine Meinung) nicht irgendwann zusammenbricht…stell dir nur mal vor, wenn es ein Onlinesteuer geben würde oder irgendjemand den Strom abstellt…
    Digitale Bilder&Buchstaben machen nicht satt….
    Das Leben IST….ein Blog ist nur schmückendes Beiwerk.
    Aber ich bin 50+, also *alt* und leider hoffnungslos nostalgisch…ich schreibe gern und immer dass, was mich bewegt…mit Tippfehlern und Lachfalten
    Danke für deinen nachdenklichmachenden, wunderbaren Beitrag
    Liebe Grüße nach Salzburg und ins Pfingstwochenende
    Gabi

  16. Ich finde dieses Thema sehr gut getroffen und zu wichtig als mal eben darüber zu kommentieren.Möchte mich nur erstmal für einige Gedankenanstöße bedanken und werde vermutlich in der nächsten Woche, frei Woche ist dafür perfekt! meine Erfahrungen und Empfindungen niederschreiben.
    Das mit dem gratis Kaffee im Gesicht des Kellners geht auch anders. Man muß sich nur trauen zu sagen was man möchte und was nicht und auch mal gegen den Strom schwimmen und nicht die Gratisklamottenhaufen durchwühlen auf der Suche nach dem goldenen Gral und schon sieht die Welt ein bissel anders aus für einen selbst.
    So, ein schönes Pfingstfest wünsche ich
    Petra

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