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11 Netflix-Serien zum gepflegten Bingewatchen

11 Netflix-Serien zum gepflegten Bingewatchen

Long Time, no Netflix-Empfehlungsliste! Nachdem es da draußen vor meinem Fenster gerade so gar nicht nach Frühling aussieht und man anstatt mit Blümchen und Bienchen eher mit massivem Sauwetter konfrontiert ist, gäbe es doch bestimmt ein paar Zeitressourcen, sich gepflegt vor dem Fernsehgerät zu drapieren, oder? Daher dachte die Gute Güte so bei sich: Empfehlen wir doch mal ein paar Netflix-Serien! Ich habe zwar bei weitem nicht die absolute Weisheit gepachtet, was die kritische Würdigung des Netflix-Serien-Sortiments angeht und ich hab beileibe nicht alles gesehen, was dort so zur Auswahl steht – ein paar meiner Favoriten der letzten Monate mag ich aber trotzdem verraten.

Es gilt wie immer: Die Empfehlungen sind unabhängig, unbeeinflusst und subjektiv und Netflix selber hat mit diesem Artikel nix zu tun.

Lust auf ein paar Empfehlungen für verregnete Frühlingswochenenden? Hier entlang!

Love

Darum geht’s
Boy meets Girl an einer Tankstelle, kauft ihm Zigaretten und Love ensues. Diese „Love“ ist schräg, sarkastisch, geerdet und in vielerlei Hinsicht herrlich unkonventionell.

Darum mag ich es
Love ist eine Romantikkomödie in Serie, die zur Abwechslung nicht mit übermäßig perfekten, übermäßig dramatisierten oder überstilisierten Menschen, Beziehungen und Ereignissen aufwartet, sondern im besten Sinne des Wortes „normal“ wirkt. Ein Pluspunkt ist der schräge, oft nerdige Humor und die Tatsache, dass die beiden Love-Interests herrlich durchschnittlich aussehen.

Mit:  Gillian Jacobs, Paul Rust, Claudia O’Doherty
Staffeln: 2 à 11 Folgen à ca. 40 Minuten

 

Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events

Darum geht’s
Die Baudelaire-Geschwister sind vom Unglück verfolgt. Erst kommen die werten Eltern bei einem mysteriösen Feuer ums Leben (or do they?), das außerdem das Familienanwesen dem Erdboden gleichmacht, und dann müssen Violet, Klaus und Sunny auch noch ins Haus des zwielichtigen Count Olaf ziehen, der es eigentlich nur auf das Erbe der Baudelaire-Erben abgesehen hat. Gut, dass die drei Geschwister mit allen Wassern gewaschen sind und sich mit Cleverness und Witz auch aus der misslichsten Lage befreien.

Darum mag ich es
Als Teenager hab ich die Buchvorlage verschlungen und mich etwas später über die miserable Verfilmung mit Jim Carrey geärgert – die (zugegeben sehr auf Neil Patrick Harris fokussierte) TV-Adaption macht ihre Sache glücklicherweise mit Abstand besser, als die Kinofassung. Der Humor ist schwarz, die Ausstattung atemberaubend gut – manche Zeitgenossen mögen das Mashup aus Kinderserien-Diktus und erwachsener Dunkelhumorigkeit eher schwer packbar finden.

Mit: Neil Patrick Harris, Patrick Warburton, Malina Weissman, Louis Hynes, K. Todd Freeman; außerdem Gaststars wie Joan Cusack, Cobie Smulders oder Will Arnett
Staffeln: 1 à 8 Folgen à ca. 40-60 Minuten

 

Dirk Gentlys Holistische Detektei

Darum geht’s
Ok, das hier ist nur für Leute, die sich mit dem sehr britischen Humor von Douglas Adams (etwa: Per Anhalter durch die Galaxis, von ihm stammt die Buchvorlage) anfreunden können. Die Serie verfolgt dir Ermittlungsarbeiten des exzentrischen Privatdetektivs Dirk Gently und seines eher unfreiwilligen Assistenten Todd, die mehr oder weniger übernatürliche Verbrechen mittels „holitischer“ und daher völlig absurder Methoden aufklären.

Darum mag ich es
Etwas viel schrägeres wird man aktuell auf Netflix kaum finden.

Mit: Samuel Barnett, Elijah Wood
Staffeln: 1 à 8 Folgen à ca. 50 Minuten

Hannibal

Darum geht’s
Psychologe Dr. Hannibal Lector berät das FBI und mit ihm Special Investigator Will Graham bei der Jagd nach dem Chesapeake Ripper, einem Serienmörder, der seine Opfer mehr oder minder entkernt und in sehr… kunstvoll inszenierten Szenarien hinterlässt. Was am Anfang nur der Zuseher weiß: Die Weste des Herrn Lector ist alles andere als weiß und der Umstand, dass Will Graham immer stärker in den Irrsinn kippt, hilft den Ermittlungen auch nicht unbedingt.

Darum mag ich es
Es gibt zwei Arten von Menschen: Solche, denen bei Hannibal schlecht wird und solche, die die aufwändig drapierten Leichten mit handwerklicher Faszination betrachten. Obwohl ich Horrorfilme gewöhnlich überhaupt nicht packe, hatte ich persönlich mit Hannibal keinerlei Probleme. Es gibt keine Schreckmomente, dafür viel Spannung – und der liebe, kleine Will Graham ist so bemitleidenswert arm, dass man permanent seufzen muss.

Mit: Hugh Dancy, Mads Mikkelsen, Caroline Dhavernas, Hettienne Park, Laurence Fishburne
Staffeln: 3 à 13 Folgen à ca. 42 Minuten

 

Midnight Diner Tokyo Stories

Darum geht’s
Ein Imbiss irgendwo in Tokyo, geöffnet von Mitternach mit 7 Uhr früh, sein Koch und seine Gäste, deren Lebensgeschichten und pro Folge ein anderes Gericht, zu dem eine Erzählung serviert wird. Midnight Diner Tokyo Stories ist unprätentiös, entspannt, unaufgeregt und mit Herz erzählt. Und: Aktuell nur im japanischen Originalton mit Untertiteln verfügbar, was das Seherlebnis fast noch schöner macht.

Darum mag ich es
Echt wirkende Menschen, echt wirkende Geschichten, authentisches japanisches Fernsehen mit einem Feeling, das sich deutlich von jedem amerikanischer TV-Produktionen unterscheidet – und jede, jede Menge Essen. Midnight Diner Tokyo Stories ist eine viel zu wenig gesehene Perle im Netflix-Programm.

Mit: Kaoru Kobayashi, Saki Takaoka, Tokio Emoto
Staffeln: 3 à 10 Folgen à ca. 25 Minuten

 

The Crown

Darum geht’s
Die Lebensgeschichte Queen Elizabeths II vom Tag ihrer Hochzeit mit Philipp Mountbatten bis in die Gegenwart hat sich „The Crown“ zu erzählen vorgenommen. Klingt aufs erste Hinhören dezent verstaubt, ist tatsächlich aber ein spannendes, wunderbar gespieltes Drama direkt aus dem Geschichtsbuch des 20. Jahrhundert und illustriert vor allem die privaten Beziehungen der Queen, das Verhältnis zu ihrem Ehemann als mächtigerer weiblicher Part in einer britischen Ehe in den 40ern und 50ern, ihre Selbstbehauptung als blutjunge Königin und den Balanceakt zwischen persönlichen Neigungen und öffentlicher Pflicht.

Darum mag ich es
Ein optisch und schauspielerisch wunderbar gestalteter Blick ins „Vorzimmer der Macht“, der fesselt auch dann noch mitfiebern lässt, wenn man dank Geschichtsunterricht schon weiß, wie’s ausgehen wird.

Mit: Claire Foy, Matt Smith, John Lithgow
Staffeln: 1 à 10 Folgen à ca. 60 Minuten

 

Misfits

Darum geht’s
Die Prämisse der Serie ist einfach: Eine Gruppe straffällig gewordener, britischer Jugendlicher wird vom Blitz getroffen und erhält Superkräfte – die sie nicht immer zum Guten einsetzen.

Darum mag ich es
Themen, die man primär aus US-Serien kennt in britischer Umsetzung und mit Iwan „Ramsay Bolton“ Rheon als nerdigen Jung-Brandstifter. In vielerlei Hinsicht sehenswert.

Mit: Iwan Rheon, Robert Sheehan, Lauren Socha, Nathan Stewart-Jarrett, Antonia Thomas
Staffeln: 37 Folgen in 5 Staffeln

Apartment 23

Darum geht’s
„Don’t trust the B* in Apartment 23“ – ein Hinweis, den June getrost ignoriert, als sie deren neue Mitbewohnerin wird. Partygirl Chloe scheißt auf so ziemlich alles, außer auf ihren besten Freund James Van Der Beek (der sich grandios selber spielt) – und irgendwann auch auf June, mit der sie sich allen äußeren Umständen zum Trotz anfreundet.

Darum mag ich es
Ganz ehrlich, der Schmäh der Serie lebt vor allem von den Auftritten James „Dawson“ Van Der Beeks, der sich selbst und seine Teenieserienvergangenheit großartig auf die Schippe nimmt. Man muss definitiv nicht alle Folgen gesehen haben, aber belustigend ist die Sache trotzdem.

Mit: Krysten Ritter, Dreama Walker, James Van Der Beek
Staffeln: 26 Folgen in 2 Staffeln

Arrested Development

Darum geht’s
Als George Bluth Senior, Oberhaupt der Bluth Company ebenso wie der Bluth Family wegen Steuerhinterziehung in den Knast wandert und die vormals vermögende Familie fast ihr gesamtes Hab und Gut verliert, versucht Sohn Michael beides halbwegs zusammenzuhalten – ein schwieriges Unterfangen, besteht die liebe Familie doch primär aus exzentrischen Egomanen. Der Umstand, dass Michael mit seinem Sohn George Michael, Schwester, Schwager und Nichte in eines der Musterhäuser des väterlichen Familienunternehmens ziehen muss um die Geldprobleme der Familie zu erleichtern, setzt der Situation die Krone auf. Erzählt im Stile einer Mockumentary hat AD mittlerweile absoluten Kultstatus,

Darum mag ich es
Ich hab manche Folgen schon so oft gesehen, dass ich sie auswendig mitreden kann. Und die letzte Staffel ist nie passiert.

Mit: Jason Bateman, Portia de Rossi, Will Arnett, Michael Cera
Staffeln: 68 Folgen in 4 Staffeln

Stranger Things

Darum geht’s
In einer amerikanischen Kleinstadt in den 80ern passieren seltsame Dinge. Ein Junge verschwindet, ein Monster geht um – und die Regierung, die muss damit wohl irgendwas zu tun haben.

Darum mag ich es
Und jetzt alle so: D’UH! Jeder hyped Stranger Things und das nicht unbedingt grundlos. Kinder der 80er gehen fast an der Nostalgie zugrunde und die zweite Staffel kann gar nicht schnell genug kommen. Fertig.

Mit: Winona Ryder, David Harbour, Finn Wolfhard, Millie Bobby Brown, Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin
Staffeln:  1 Staffel à 8 Folgen à ca. 40 Minuten

 

Braunschlag

Darum geht’s
Dem fiktiven Waldviertler Ort Braunschlag widerfährt eine Marienerscheinung – und zwar eine, die nicht ganz echt ist. Fabriziert wurde sie von Bürgermeister Gerry Tschach samt Kompagnons um durch die erwarteten Pilger Geld in die leeren Gemeindekassen zu spülen. Doch es dauert nicht lange, bis die Situation eskaliert.

Mit: Robert Palfrader, Nicholas Ofczarek, Maria Hofstätter, Nina Proll
Staffeln: 1 Staffel à 8 Folgen à ca. 45 Minuten


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  1. Franziska

    6 April

    Hallo,

    da landet einiges auf meiner Liste 😀
    The Crown und Appartment 23 hab ich schon duchgeschaut (fast am Stück verständlich 😀 )
    Ich suchte gerade ‚Tote Mädchen lügen nicht‘ und ‚Supernatural‘ (was ich nicht immer schauen, kann, dafür ist mir die Farbgebung zu Dunkel 😀 ). Leider wird meine Liste immer länger und nicht kürzer – so viel zu schauen und so wenig Zeit. Die 5. Staffel von Suits wartet auch noch und Games of Thrones muss ich auch noch fertig schauen und dann ist da noch das komplette Universum von Star Trek (aktuell Voyager), was ich immer mit meinem Mann schaue und und und

    Viele liebe Grüße
    Franziska

  2. uta

    7 April

    meine güte, jetzt weiß ich endlich, warum mir der typ in game of thrones immer so bekannt vorgekommen ist. simon!

  3. Ui, solche Listen mag ich gerne, danke!
    Mit Love habe ich heute auch angefangen – heißt: ich habe die erste Folge gesehen und definitiv bereit für mehr. 🙂
    Von Hannibal habe ich mal 1 oder 2 Folgen irgendwo im Fernsehprogramm aufgeschnappt, aber vielleicht sollte ich die mal auf meine Liste setzen! 🙂
    Liebe Grüße, Julia

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