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7 unterschätzte Filme, die man sich einmal anschau...

7 unterschätzte Filme, die man sich einmal anschauen könnte

So. Obwohl sich der Oktober anfänglich ziemlich sonnig in unsere Herzen geschleimt hat, sehen wir uns aktuell mit dem klassischen Herbstwetter konfrontiert: saugrauslich ist es. Als Reaktion auf das übliche Regengetrommel auf meine Dachflächenfenster hab ich natürlich sofort Halsweh bekommen – und da muss raschestmöglich die passende Medizin her. Konkret: eine große Kanne Tee und ein guter Film. Und nachdem ich beim DVD-und Netflix-Durchsortieren spontan so viel Spaß an der Sache hatte, dachte sich die Güte so bei sich: Vielleicht will ja jemand ein paar Filmempfehlungen hören, so, abseits von Streifen, die man eh sonst überall auch empfohlen bekommt? Wer nun der Meinung ist „ja, warum eigentlich nicht?“, der lese nun weiter.

1. What we do in the Shadows (5 Zimmer, Küche, Sarg), 2014

Ok, alle, die noch nie etwas von diesem Film gehört haben: Ihr habt absolut keine Ahnung, was ihr verpasst! „What we do in the Shadows“ ist eine Mockumentary (also, so eine Art Pseudo-Sozialdokumentation) über eine Vampir-WG in Wellington und ihre vier Bewohner. Die Herren sind etwa zwischen 150 und 5000 Jahre alt und haben verschiedenste Vorlieben, die irgendwo zwischen Sockenstricken, erotischem Tanz und dem Verspeisen von Jungfrauen liegen. Zwischendurch geht man in die Disco oder streitet sich mit dem örtlichen Werwolf-Rudel und insgesamt ist alles eh ziemlich normal in der neuseeländischen Unterwelt. Oh, und: Flight of the Conchords hatte hier auch die Finger im Spiel.

Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi
Mit: Jemaine Clement, Taika Waititi, u.a.

2. The Fall, 2006

Wer auf bildgewaltige, poetische Filme steht, sollte sich unbedingt „The Fall“ genehmigen. Die Protagonisten des Films sind ein querschnittsgelähmter Stuntman und ein kleines Mädchen, das diesem in den 1920er Jahren in jenem Sanatorium begegnet, in dem er sich von seinem fatalen Unfall erholt. Der Stuntman beginnt dem Mädchen farbenprächtige Geschichten über eine Bande von Abenteurern zu erzählen, die sich immer weiter mit den Ereignissen im Sanatorium und dessen Bewohnern verweben. Die Drehorte sind dabei so spektakulär wie die Handlung des Films.

Regie: Tarsem Singh
Mit: Lee Pace, Catinca Untaru u.a.

3. 7 Days in Hell, 2015

Weil eine Mockumentary nicht reicht – hier gleich noch eine. „7 Days in Hell“ dokumentiert das siebentägige Tennismatch zweier fiktiver Tennisprofis in den 80ern, das sich vor Absurditäten kaum retten kann. Der eine die Blaupause des US Bad- and Playboys mit eigener Unterhosenline, der andere ein etwas dümmliches, britisches Tenniswunderkind wird mit Tennisschläger gekämpft, bis Blut fließt. Und: Wer sich davon überzeugen will, dass Kit Harington ohne Bart tatsächlich aussieht wie ein Zwölfjähriger, kann mit diesem Film auch nichts falsch machen.

Regie: Jake Szymanski
Mit: Andy Samberg, Kit Harington, Lena Dunham, Fred Armisen u.a.

4. Only Lovers Left Alive, 2013

Ja, eh, das ist noch ein Vampirfilm – aber diesmal einer von der anderen Seite des Seriösitätsspektrums. Hier stell Jim Jarmusch die Frage, was eigentlich mit einem Liebespaar passiert, das bereits auf mehrere Jahrhunderte Beziehungsgeschichte zurückblickt. Die Geschichte um den suizidalen Musiker Adam und seine Frau Eve entwickelt sich zwischen Detroit und Tangier und ist eine ästhetische Augenweide, die sich zur Parabel über Zeitgeschichte und Unendlichkeit entwickelt.

Regie: Jim Jarmusch
Mit: Tilda Swinton, Tom Hiddleston, Mia Wasikowska u.a.

5. In My Father’s Den (Als das Meer verschwand), 2004

Ebenfalls mit einem eher schwermütigen Unterton präsentiert sich „In My Father’s Den“. Der Kriegsfotograf Paul (Matthew Macfadyen) kommt in sein neuseeländisches Heimatdorf zurück und versucht die Fäden seines früheren Lebens wieder aufzunehmen. Dabei schließt er Freundschaft mit der 16-jährigen Celia, Tochter seiner Jugendliebe Jackie. Als Celia spurlos verschwindet, wird Paul zu Hauptverdächtigen. Die Suche nach Celia führt dabei zu einem ziemlich überraschenden Plot Twist.

Regie: Brad McGann
Mit: Matthew Macfadyen, Emily Barclay, Miranda Otto u.a.

6. About Time (Alles eine Frage der Zeit), 2013

Damit auch etwas Leichteres und Romantischeres auf der Karte steht: „About Time“ ist eine Rom-Com aus der Schmiede der Menschen hinter Filmen wie „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ oder „Love Actually“ und damit ein überraschend wenig bekanntes Beispiel aus dem Reigen englischer Romantikomödien. Der 21-jährige Tim, ein Ginger Kid wie es im Buche steht, wird von seinem Vater (Bill Nighy, wie immer großartig) informiert, dass die Männer in seiner Familie seit jeher über ein spezielles Talent verfügen: Sie können in der Zeit zurückreisen und Momente aus ihrem eigenen Leben noch einmal absolvieren. Wenn man sich, so wie Tim, sehnlichst eine Freundin wünscht, aber nicht unbedingt ein Händchen für Frauen hat, könnte dies ein recht praktisches Talent sein. Möchte man meinen.

Regie: Richard Curtis
Mit: Domnhall Gleeson, Rachel McAdams, Bill Nighy

7. Persuasion, 2007

Und zu guter Letzt: Ein unterschätzer Jane Austen-Film – und eigentlich mein liebster. Die BBC-Adaption mit Sally Hawkins und Rupert Penry-Jones begleitet Anne Elliot, die als einzig vernünftige Person ihrer Familie deren finanzielle Misswirtschaft bewältigen muss und dabei ihre eignen Interessen stets vernachlässigt. Die Tochter aus gutem Hause war vor Jahren mit einem aufstrebenden Marineoffizier verlobt, der von ihrem Vater jedoch – klassisch Jane Austen – als ihrem sozialen Status nicht würdig betrachtet wurde. Die Verlobung wurde gelöst und Anne droht als alte Jungfer zu enden – als ihr Captain Wentworth plötzlich wieder auf der Bildfläche erscheint.

Regie: Adrian Shergold
Mit: Sally Hawkins, Rupert Penry-Jones, u.a.


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  1. Nana

    3 Oktober

    Schön. ♥ Deine Liste wird an den kommenden Wochenenden abge“arbeitet“.

    Bussis, LG

  2. Vita

    3 Oktober

    Alles eine Frage der Zeit habe ich tatsächlich gesehen 🙂 Dachte es ist auch recht bekannt, aber ich schaue auch recht viele Filme und Serien 🙂
    Jane Austen mag ich sehr gerne und werde mir die Verfilmung wohl demnächst anschauen.
    Danke dir!

  3. Judith

    3 Oktober

    Vielen Dank! Die schauen durch die Bank genial und sehr sehr sehenswert aus. Was passt außerdem besser zu diesem grausligen Wetter als gute Filme?
    Ich freu mich!

  4. Daniel

    3 Oktober

    Oh The Fall <3

  5. „The Fall“ mag ich auch sehr gerne – habe ich damals im Uni-Kino gesehen. Beim ersten Mal fand ich ihn ganz okay, beim zweiten Mal großartig. Es „Only Lovers Left Alive“ war es eher andersrum: beim ersten Mal im Kino großartig, beim zweiten Mal zu schwer – also eher ein Film, den man sich nur einmal ansehen sollte. 😉
    „Als das Meer verschwand“ und „Alles eine Frage der Zeit“ stehen schon länger auf meiner imaginären Liste – ich wusste gar nicht, dass sie auf Netflix sind. Gut zu wissen, danke! 🙂

  6. Anja

    30 November

    Ach ich liebe es wenn es draußen ist, einfach nur mit einem heißen Tee im Bett zu liegen und Filme bzw. Serien durchzuschauen. Und das den ganzen Tag! Danke für deine Film Empfehlung ich kannte keinen davon, werde mich aber an dem nächsten grausligen, kalten Tag ran wagen!
    Liebe Grüße
    Anja

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